sony bmg verabschiedet sich von drm und der downloadmarkt wächst weiter
Downloads, DRM, iTunes & Co.: Es bewegt sich was
News vom 15.01.2008 | Autor: Patrick Sälzler
Tags: iTunes Napster DRM iPod Amazon Sony Warner EMI Universal Apple
News vom 15.01.2008 | Autor: Patrick Sälzler
Tags: iTunes Napster DRM iPod Amazon Sony Warner EMI Universal Apple
Der Einstieg ins neue Jahr verläuft auf dem Downloadsektor ordentlich turbulent. Da keiner mehr das benutzerunfreundliche DRM-Kopierschutz-System benutzen will, wird die Branche 2008 voraussichtlich ein ordentliches Wachstum verzeichnen können.
DRM ist seit letzten Donnerstag "offiziell tot", denn als das letzte der vier großen Labels verzichtet nun auch Sony BMG auf den Einsatz von DRM ("Digitales Rechte-Management"). Amazon.com wird im Laufe des Monats mit dem Verkauf von DRM-freien MP3s aus Sonys riesigem Musikangebot beginnen. Das bedeutet, dass spätestens ab dem 1. Februar alle Songs (in Zahlen etwa 1 Milliarde) in denselbem kompatiblen Format heruntergeladen, auf einem iPod abgespielt und auf CD gebrannt werden können. In den kommenden Monaten werden weitere Online-Stores auf DRM-freie MP3 umsteigen, aber im Moment erweist sich Amazon als die erste Wahl. Der Amazon-MP3-Store wird iTunes in 2008 dadurch ordentlich Konkurrenz machen. Wann Amazon seine Musikshop-Türen auch in Deutschland öffnet, ist momentan allerdings noch unklar. Auch der Abo-Anbieter und Download-Händler Napster will sein Kaufangebot bald auf Tracks ohne DRM umstellen. Als Zeitraum für die Umstellung fasst Konzernchef Chris Gorog das zweite Quartal ins Auge.Auf Seiten der Repertoireinhaber sei die nötige kritische Masse an Unterstützern des MP3-Formats mittlerweile erreicht, sagte Gorog. Aber auch bei Napster ist derweil noch nicht endgültig geklärt, ob sie Titel von Sony DRM-frei anbieten werden können, oder ob dieses Recht exklusiv bei Amazon bleibt. Der britische Anbieter 7digital plant ebenfalls, sich 2008 endgültig von DRM zu verabschieden. 2007 konnte die Firma ein äußerst erfolgreiches Geschäftsjahr mit einem Umsatzwachstum von 188 Prozent vorweisen, was Geschäftsführer Ben Drury vor allem auf den zunehmenden Verzicht auf DRM zurückführt. Derzeit sind gut 70 Prozent des rund 3,5 Millionen Songs umfassenden Katalogs von 7digital ohne Kopierschutz erhältlich. Bis Mitte des Jahres wollen die Briten das gesamte Angebot auf MP3 umstellen.
Derweil wuchs der Downloadmarkt 2007 im Vergleich zum Vorjahr um 34 Prozent, was zu rund 34,5 Millionen verkauften Downloads führte. Anständige Zahlen, die allerdings im Vergleich zum tatsächlichen Musikkonsum der Deutschen ziemlich mager ausfallen. Es gibt bei uns nämlich auch etwa genau so viele Menschen zwischen 14 und 64, die das Internet nutzen. Entsprechend wäre das ein einziger bezahlter Download pro Jahr und Nase. Immer noch herrscht eher große Zurückhaltung beim Kauf von Musik-Downloads im Internet. Bei den Alben sieht es noch bescheidener aus. 2,9 Millionen Alben gingen über den virtuellen Ladentisch. Marktforscher erwarten durch den Verzicht auf DRM für 2008 eine deutliche Belebung.
Die Spitzenreiter der Album-Downloadcharts 2007 waren übrigens Herbert Grönemeyer auf Platz 3, Nelly Furtado auf Platz 2 und die Fantastischen Vier mit ihrem Album Fornika auf Platz 1.
Patrick Sälzler
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