die jahrescharts der redaktion aufgelegt und live gesehen: Die besten Platten und Konzerte 2007

Von Markus Biedermann. Veröffentlicht am Mittwoch, 26. Dezember 2007
Aufgelegt: Unsere Jahrescharts 2007


Kings of Leon - Because of the times
2007 war ein gutes Musikjahr. Selbst die neuen TV-Staffeln von "Popstars" und "DSDS" können diesen Eindruck nicht verhageln. Am sehnsuchtsvollsten erwartet wurde Arcade Fires zweites Album, am meisten Aufsehen erregten aber Radiohead mit ihrer ungewöhnlichen Veröffentlichungs-Strategie. Die Beatsteaks rocken mindestens so gut wie die Kings of Leon und Jolly Goods sowie Pal One haben nicht nur coole Artist-Profile auf regioactive.de, sondern ebenso gute Alben veröffentlicht. Ebenfalls bei den Newcomern ganz oben: Blu. Langsam aber stetig in die Gehörgänge geschlichen haben sich Menomena, während die Nachbarn 31 Knots weiterhin Großes veröffentlichen, aber nur wenig wahrgenommen werden. Dass Erfolg abseits von Genregrenzen letztlich doch möglich ist, bewiesen Animal Collective. In der Redaktion umstritten ist das jüngste Werk der Manic Street Preachers. Weniger umstritten: Die Arctic Monkeys tauchen gleich zweimal als Flop 2007 auf.

Markus Biedermann


Blu & Exile - Below the heavens LP
Tops

1. Kings of LeonBecause of the Times: Es rockt, es bleibt im Ohr und man kann es immer und immer wieder hören. Leider nicht live gesehen.
2. Arcade FireNeon Bible: Ein würdiger Nachfolger zu Funeral und eine überzeugende Tour. Muss man erstmal nachmachen. (Konzertreview)
3. 31 KnotsThe Days and Nights of Everything Anywhere: Eigentlich müsste hier stehen, dies sei der endgültige Durchbruch für diese famose Band gewesen. Wenn sich doch nur jemand für die Jungs aus Portland interessieren würde... (Konzertreview)
4. Modest MouseWe Were Dead Before The Ship Even Sank: Johnny Marr hat sich so gut eingefügt, dass er eigentlich selbst kaum auffällt. Ist auch nicht nötig. Schon wieder hauen Modest Mouse ein großartiges Album raus.
5. KantePlays Rhythmus Berlin: Das Überrachungsalbum von Peter Thiessen & Co. erschien nur kurz nach Die Tiere sind unruhig und Zeilen wie in Ich Schlag Nicht Mehr Im Selben Takt bleiben unvergesslich.

 ...und dann waren da noch Radiohead, The National, Karate, John Vanderslice, Rufus Wainwright, The Sea and Cake, Vic Chesnutt, Menomena, Björk, Athlete und andere, die sich ganz bestimmt einen Platz in meiner Topliste verdient haben.

Flop

Tori Amos – American Doll Posse: Unglaublich viele Songs, unglaublich viel Langeweile. Wenn Kate Bush doch bloß öfter veröffentlichen würde...

Andreas Margara:


Violets – The Lost Pages
Tops

1. Blu & ExileBelow the heavens LP: Blu ist der beste Newcomer 2007
2. Theory HazitExtra Credit: Review
3. Wu-Tang Clan8 Diagrams: Comeback des Jahres, dieses Jahr auch zum ersten mal komplett live gesehen.
4. CunninlynguistsDirty Acres
5. CommonFinding Forever: Review

Flop

Playback Performances & das DJ Hi-Tek Album.

Henning Köhler


Animal Collective - Strawberry Jam
Foto: Domino
Tops

1. The Violets The Lost Pages: 4 von 10 Punkten beim NME. Wenn das mal kein Lob ist. (Konzertreview)
2. Manic Street PreachersSend Away The Tigers: Rule Cambria. Das beste Manics-Album seit zehn Jahren. Mindestens.
3. Jolly GoodsHer.barium: Her.barium ist so gut wie das Wort "Odenwald-Punk" schrecklich ist. (Artist-Profil)
4. Brett Andersondto.: Bernard Butler fehlt an allen Ecken, aber das Leben hält auch für dieses Album seine Momente bereit.

Flop

Satellite Party – Ultra Payloaded: Verbrauchter Rockstar in Hippie-Pose. Wer braucht das?

Christian Bethge


Andrew Bird – Armchair Apocrypha
Tops

1. Animal CollectiveStrawberry Jam (Review, Konzertreview)
2. Boris & Michio KuriharaRainbow
3. DeerhunterCryptogramms
4. Panda BearPerson Pitch
5. BattlesMirrored (Konzertreview)
6. MenomenaFriend and Foe (Konzertreview)
7. M.I.A.Kala
8. Vic ChesnuttNorth Star Deserter (Review, Konzertreview, Interview)
9. Karate595 (Review)
10. BurialUntrue

Sarina Pfiffi


The Coral – Roots and Echoes
Tops

1. Andrew BirdArmchair Apocrypha: Feines Album in bester Singer-Songwriter-Manier mit dem Mut zu Skurrilitäten neben eingängigen Popmelodien des Multiinstrumentalisten aus Chicago. Und Mann, kann der Mann pfeifen.
2. Boy OmegaHope On The Horizon: Das muss einfach Liebe sein. Freudige Melodien neben nordischer Melancholie und True Haven als krönender Abschluss: "Goddamn, I miss you!" Martin, ich bin hier! (Review, Konzertreview)
3. Kate NashMade Of Bricks: Klein, süß, frech… und dann noch dieser Akzent! Poppiger geht es gar nicht mehr und trotzdem, die zwanzigjährige verzaubert sofort mit lustigen und ehrlichen Texten gepaart Syntie-Sounds und Drum-Computer.
4. Bloc PartyA Weekend in the City: Disco is back! Dazu muss man sich einfach bewegen… geht gar nicht anders! Spannende Klänge neben eingängigen Beats, was will man eigentlich mehr? (Fotogalerie Southside)
5. Arcade FireNeon Bible: Zu diesen Ausnahmekünstlern die richtigen Worte zu finden ist echt schwer. Aus diesem Grund versuche ich es erst gar nicht. Da hilft nur eins: selbst anhören und Meinung bilden! (Konzertreview)

Flop

Ist mir keiner bekannt. Ich höre nur gute Musik! Aber für die kleine Belustigung zwischendurch empfehle ich Freischwimmer: "Gott ist mein DJ, denn bei uns stimmte die Chemie!"

Thomas Laux


Burial - Untrue
Tops

1. The CoralRoots and Echoes: Die Band ist leider oder Gott sei Dank in Deutschland unterschätzt.
2. Bright EyesCassadaga: Fast so gut wie I'm wide awake it's morning und das sagt alles. (Konzertreview)
3. Maximo ParkOur earthly Pleasures: Wenn man wissen möchte, was Musik alles kann!
4. TocotronicKapitulation: Deutschsprachige Musik war selten dringlicher und besser. (Interview, Fotogalerie, Konzertreview)
5. Ryan AdamsEasy Tiger: gut!

Flop

Arctic Monkeys: der Hype ist vorbei!

Gabriel Baumstark


Radiohead – In Rainbows
Tops

1. BurialUntrue: Düsterer, vielschichtiger Dubstep aus Südlondon, der sich durch den Einsatz verfremdeter, geisterhafter Vocals durch noch mehr Tiefe und Atmosphäre als das Debüt auszeichnet.
2. MenomenaFriend & Foe: Ein Album mit so vielen Ideen, dass andere Bands gleich fünf daraus gemacht hätten; übersprudelnde Komplexität und überraschende Wendungen treffen auf unerschöpflichen Melodienreichtum. (Konzertreview)
3. Animal Collective - Strawberry Jam: Spätestens jetzt haben AC alle Genregrenzen hinter sich gelassen und ihr eigenes Universum erschaffen, frei von jeglichen Konventionen. (Review, Konzertreview)
4. Field MusicTones of Town: Zu Unrecht unbeachtet gebliebener vertrackter, collagenhafter Indiepop/rock aus Sunderland, Kumpels von The Futureheads und Maximo Park.
5. Justice – †: Beinahe aggressiver, von übersteuerten Synthie-Knarz-Riffs beherrschter French-House, der mittels kreischender Filter und ultrakomprimierter Beats ein grelles Synapsenfeuerwerk induziert.

Flop

Interpol – Our Love To Admire: Nach zahllosen Durchgängen zeigt sich, dass der von den Vorgängern gesetzte hohe Maßstab, nicht erreicht wurde. Etwas unspannend und früheren Stärken entsagend. (Konzertreview, Fotogalerie)

Daniel Nagel


Beatsteaks - .limbo messiah
Tops

1. Radiohead In Rainbows: Der Coup des Jahres, denn das Album wurde zuerst nur über die eigene Webseite verkauft (News).
2. Magnolia Electric Co.Sojourner (4 CD + DVD Box)
3. The NationalBoxer (Konzertreview)
4. Arcade FireNeon Bible (Konzertreview)
5. Nick LoweAt My Age

Flop

Manic Street Preachers – Send Away The Tigers

Beatrice Steimle


The Clipse - Hell Hath No Fury
Tops

1. Beatsteaks.limbo messiah: Energiespender, Wachmacher, Sinnstifter, Tröster -  zudem, alles was man braucht, um sich auf Konzerte einzustimmen… (Konzertreview, Fotogalerie)
2. Kings of LeonBecause of the times: Rockmusik, die nach Erde schmeckt. Intensiv. Aus jeder Pore tritt Rock im ursprünglichsten Rhythm & Blues-Sinne. Sehnsuchtsvoll On call.
3. The Good The Bad and the Queen: Allstar-Band um Damon Albarn, dessen Kreativität unerschöpflich scheint. Die schönste Platte im Sinne von sanfter Indie-Mukke mit dunkeldüsterer Attitüde.
4. Sharon Jones & The Dap Kings100 days & 100 nights: Bittersweet Soul Music um schlechtes Wetter und auch Weihnachtswahnsinn durchzustehen, gleichsam zum stundenlangen Knutschen und grooven… Unfassbar, dass dies nicht aus den 60ern ist – besser als so mancher Motown-Klassiker.
5. Jamie T.Panic Prevention: "…from here to salvador the ladies dance" zu Jamie T.. Unwiderstehlich charmant, auf den Spuren von Mike Skinner, allerdings doch näher am Singer-Songwriter-Gitarren-Ding. Zudem ein äußerst witziger Live-Unterhalter…

…und da rangeln sich noch The Raveonettes (Lust Lust Lust) und Amy Winehouse  (Back to Black) um Platz 5…

Flop

Flops gibt's zu viele, wenn man hohe Erwartungen hegt – drum die krasseste Nervensäge des Jahres, wegen der ich spätestens 2007 keine hier zu empfangende Radiosender mehr ertragen kann: Avril Lavigne!

Christian Petersen

Tops

1. The ClipseHell Hath No Fury
2. Amy WinehouseBack To Black
3. FeistThe Reminder
4. Pal OneFokus: Rap (Konzertreview, Artist-Profil)
5. Robin ThickeThe Evolution of Robin Thicke     

Flops

Die geringe Auswahl an potentiellen Top 5-Alben, Carla Bruni & Sarkozy, Britneys Blinddarmoperations- oder Kaiserschnittsnarbenentbößung, Arctic Monkeys, Wu-Tangs Streit um Kohle und der Untergang des deutschen HipHop dank Kollegah, Masssiv, Fler und Freunden.

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