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The Robocop Kraus
Review/Bericht vom 29.10.2007 | Autor: Henning Köhler
Tags: The Robocop Kraus
Review/Bericht vom 29.10.2007 | Autor: Henning Köhler
Tags: The Robocop Kraus
Aus dem beschaulichen Nürnberg riss es die Jungs von the Robocop Kraus anlässlich ihres neuen Albums "Blunders and Mistakes" wieder in die grosse, böse, weite Welt. Als ob sie da nicht eh ständig präsent gewesen wären. Sei es drum. Die Karohemden und den kruden Tanzstil aus Opas Klamottenkiste geholt und raus auf die Bühne!
Ein wenig Erschrockenheit spiegelt sich auf dem allgemeinen Mienenspiel ja schon wieder, als sich um 23:35 Uhr der Vorhang lichtet und die Herren von The Robocop Kraus bereits auf der Bühne stehen und direkt loslegen. Heute – rein optisch – mehr einer Clubszene aus "Trainspotting" als einer siffigen Kneipe in einem Film von Leander Haußmann entsprungen, zündeln die Jungs aus Nürnberg gleich los. Einnehmend, unwiderstehlich tanzbar und mit Songs wie Small Houses Odd Cars, All The Good Men und Gibraltar sind die versammelten Tanzschuhe auch sogleich in Bewegung gebracht und von nun an gibt’s bis zum Ende eigentlich kein Halten mehr. Das Publikumsbad folgt in Kürze und schnell ist klar: The Robocop Kraus lassen heute nichts anbrennen; Tourmarathon hin oder her, heute wird getanzt!Und ohnehin tanzt niemand so schön nerdig-ansteckend wie Thomas Lang, bis auch das letzte herbstkalte Sprunggelenk infiziert ist. Da wird selbst der Blues von Ease The Pain zur Liebeserklärung an die Hüpfwut, zur Kampfansage an jede Sorge um Material und Mensch. Spätestens bei In Fact You’re Just Fiction und You Don’t Have To Shout tobt der Saal und die vertonte Tanzaufforderung kommt auch in den hinteren Reihen an. Es ist ja nicht so, als ob The Robocop Kraus ihre Fans darben ließen und sich an dieser Stelle jahrelanges Warten seine Bahn brechen würde. Und die Erinnerungen an den Moshpit vom letzten Besuch der Nürnberger im Karlstorbahnhof sind – anders als die Blessuren – noch sehr präsent. Toppen können Band und Publikum das diesmal nicht, aber erstens ist es ohne Zweifel ebenso gut und zweitens, wer hier noch nachdenkt und sich nicht bewegt, bei dem hilft nicht mehr viel.
Außer einer Zugabe vielleicht. Da lassen sich The Robocop Kraus auch nicht lange bitten, die Bühne ruft, das Publikum sowieso! Antanzhalber kommt mit Fake Boys noch einer der Robocop-Songs schlechthin auf die Bühne. Ein soundgewittriges Finale mit Rave-artigen Zuständen auf der Bühne und manischer Euphorie davor folgt. Bei dem Bewegungspensum können sich Bands von der Insel wie selbst die Infadels nur die Augen reiben und jeder Fliegengewichts-Boxer angesichts der entfesselten Beinarbeit nur neidisch abwenden. Wie lange touren sich The Robocop Kraus noch mal die Füsse wund? Circa neun Jahre. Was auch immer es ist, was The Robocop Kraus antreibt, heute Abend steht es geschrieben auf allen Gesichtern. Als es dunkel wird und der Vorhang wieder fällt, stolpern glückliche Gesichter durch das Zwielicht und die leicht zittrigen Beine, die fahrigen Bewegungen und dieses Leuchten in den Augen wollen nur eines: Tanzen. Und nicht mehr aufhören.Henning Köhler
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