mit mini-rock zum tourauftakt im 7er

Second Monday & Leather Zoo

Review/Bericht vom 30.07.2007 | Autor: Anne-Laure Fontaine-Kuhn

Tags: Second Monday   Leather Zoo  

Der rockigste Minirock aus Sheffield war am letzten Donnerstag im 7er zu sehen – ganz eindeutig, denn Frontfrau Mel von Leather Zoo zeigt den anwesenden verblüfften männlichen Zuhörern wie anständig gerockt wird – und zwar mit vollem Körperansatz: nur Lederrock, zerrissene Netzstrümpfe und ein durchlöchertes T-Shirt bekleiden den athletischen Körper der stimmbegabten Snowboard-Lehrerin.

Second Monday 2Fotos: Anne-Laure Fontaine-Kuhn
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Die anwesenden Frauen schreiben dabei fleißig Notizen auf. Die englische Punk-Rock Combo lässt von Anfang an die rockigen Hüllen fallen und animiert das Publikum dazu, weiter nach vorne zu kommen. Doch Leather Zoo stoßen auf eingeschüchterte Mannheimer/Innen, die von der selbstbewussten und charismatischen Powerfrau offenbar weiterhin lieber Abstand halten wollen („vielleicht beisst sie ja auch noch..?“ scheint man sich zu fragen). Das musikalische Programm ist kompakt, knackig, druckvoll und wird am Ende von einem sehnlichst erwarteten Drumsolo abgeschlossen. Niemand geringeres als der halb-deutsche Profischlagzeuger BJ, der manchen aus dem Cirque du Soleil bekannt sein wird, sitzt am Kit. BJ hat mittlerweile das Zirkusleben hinter sich gelassen und gibt jetzt weltweit den Takt bei verschiedenen Bands vor; hauptsächlich als Studiomusiker.

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Second Monday sehen zwar so aus, wie sich jeder Deutsche als Klischee halbwüchsige Engländer vorstellt, die gerade aus der Pubertät gekrabbelt sind, geben dafür aber dem mittlerweile zahlreicherem Publikum eine heftige Klatsche bei dem ersten Lied Hi I’m in a Coma: sie hüpfen, tanzen, lassen die Gitarren durch die Luft fliegen und putzen die lichtbestrahlte Bühne des 7er mit ihren Knien. Um es kurz zu fassen: Second Monday liefern eine Show, wie man sie nur von gestandeneren Bands her kennt.

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Trotz einem Durchschnittsalter von circa 20 Jahren beeindrucken die 5 Rock/Indie/Progressiv-Musiker aus Winchester vor allem durch ihr musikalisches Können. Und dies gilt um so mehr, wenn man irgendwann feststellt, dass bis auf den Gitarristen Will Law alle Bandmitglieder zwei bis drei Instrumente beherrschen. Alle haben sie schon in ihrer frühen Kindheit mit dem Musizieren angefangen und waren dabei reichlich konsequent. Jon Howe (Keyboard, Gitarre & Gesang), der Anfangs eher durch sein in einer Bühnenecke verstecktes Milchgesicht auffällt, beeindruckt nach ein Paar Tönen durch sein Können, seine souveräne Ausstrahlung und besonders seine spürbare Leidenschaft für Musik: Gitarre, Gesang und Keyboard werden bisweilen während einem Lied mehrmals gewechselt bzw. gleichzeitig gespielt, ohne dass die Musik darunter leiden müsste. Im Gegenteil! Diese Band hat ein gewaltiges Potenzial und wird mit Sicherheit aus höheren Sphären noch von sich hören lassen.

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Ein schöne Einstimmung auf das New Breed Festival, das am kommenden Samstag im 7er stattfinden wird.

Anne-Laure Fontaine-Kuhn

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