freaky, freaky, freaky-freaky flow
Jeru the Damaja live
Review/Bericht vom 08.07.2007 | Autor: Andreas Margara
Review/Bericht vom 08.07.2007 | Autor: Andreas Margara
Jetzt war der Damaja auf seiner Tour mal wieder zu Gast im Weinheimer Café Central. Als Vorgruppe bemühten sich Mitchman und First Son von der Isle of Style um die Gunst des Publikums, richtig füllig wird es dann aber erst als D. Original Dirty Rotten Scoundrel aus Brooklyn, New York selbst die Bühne betrat. Um die adäquate Rotation des schwarzen Plastiks kümmerte sich Deejay Susio 32. Nach einem angemessenen Intro war mit D Original als erstes Stück gleich ein Titel aus der goldenen Ära des HipHop - den frühen Neunzigern - zu hören. Von nun an lief nichts mehr ohne Beteiligung des Publikums, da es zu den Prämissen eines Emcees wie Jeru the Damaja zählt, die Leute auch ordentlich mitzureißen. Der nächste Titel Da Bichez war auch von The Sun Rises In The East und ließ ebenfalls die Köpfe der Mädels in der ersten Reihe wippen. Jeru war super aufgelegt und erzählte zwischendurch gern mal einen etwas längeren Witz im Stile Dave Chappelles. Sein neues Markenzeichen - seit er aufgehört hat zu rauchen - schien dabei das ständig nachgefüllte Glas Brown Juice (Hennessy) on the rocks in seiner Hand zu sein, womit er auch seine deutlich herangewachsene Wampe rechtfertigte.
Im Vergleich zur letzten Show bestach diesmal die vom Bass geknechtete Anlage - der Sound war gut ausbalanciert. Die Hitsingle Ya Playin’ Yaself vom zweiten Album Wrath Of The Math sorgte für den Rest. Bevor Jeru anschließend auf Mobb Deeps Instrumental aus Shook One’s Part II einen astreinen Freestyle legte, kündigte er mit einem kleinem musikalischen Auszug noch das kommende Album Still Risin' an. Ein Banger folgte auf den nächsten und kein Track brach die ausgelassen gute Atmosphäre. Zuerst pumpte Speak Ya Clout von der legendären Gang Starr LP Hard To Earn, danach das von DJ Honda genial produzierte El Presidente, bei dem der Fidel Castro des Rap lyrisch wieder alles abriß. Jeru zeigte sich in absoluter Hochform, Puff Daddys und Foxy Browns hatten das Nachsehen. Intelligent-gewitzte Raps trafen auf knochentrockene Produktionen und eingängige Beats. Bei diesem Gig verdeutlichte Jeru The Damaja einmal mehr, dass er im HipHop-Bereich neben KRS One noch immer einer der konsequentesten Vertreter in Sachen "Street Credibility" und ehrlichen Statements ist. How I'm Livin' und My Mind Spray waren weitere Tracks im Set des sympathischen Dirty Rotten Scoundrel. Dann kam die Menge noch in den Genuss des Titels Return Of The Crooklyn Dodgers, den Jeru zusammen mit den ebenfalls aus Brooklyn stammenden Rappern O.C. und Chubb Rock 1995 in Anlehnung an die Crooklyn Dodgers Masta Ace, Special ED und Buckwild veröffentlichte. Dann war es an der Zeit für das Meisterwerk Come Clean, das der überzeugte Vegetarier gemeinsam mit den Fans und einem breiten Grinsen performte. Nach einem weiteren Freestyle und einem kräftigen Schluck Hennessy folgten noch Me Or The Papes und Can’t Stop The Prophet. Das stark vom Reggae beeinflusste Murdera vom neuen Album war anschließend das letzte Stück der Show, mit dem einer der bisher sehenswertesten Auftritte in 2007 zu Ende ging. Dass Jeru danach, anstatt im Backstage abzuchillen, seine Flasche Brown Juice nahm und direkt mit dem Publikum weiterfeierte, darf man getrost als Demonstration von großer Persönlichkeit sehen - erst Recht in einer Zeit, in der die Distanz zwischen Rap-Star und Fan immer größer zu werden scheint.Kontakt | Über regioactive.de | Jobs | Backstage | Partner | Mediadaten | Presse