ab mitte juli auch in deutschland
Download-Singles zählen für die Charts
News vom 27.06.2007 | Autor: Markus Biedermann
Tags: itunes distribution mp3 download mp3-shop charts singles maxis
News vom 27.06.2007 | Autor: Markus Biedermann
Tags: itunes distribution mp3 download mp3-shop charts singles maxis
Ab dem 13. Juli werden nun auch in den deutschen, von mediacontrol ermittelten Singlecharts, die Verkäufe durch Downloads berücksichtigt. Dies gilt auch für Titel, die ausschließlich online zu erwerben sind. Bisher wurden Musikdownloads nur dann für die Charts berücksichtigt, wenn der Titel auch auf physischen Tonträgern erhältlich war. Damit orientieren sich die Deutschen Phonoverbände am britischen Vorbild, wo vor wenigen Monaten z.B. der Pop-Sänger und Senkrechtstarter Mika mit seinem Titel Grace Kelly allein durch Download-Verkäufe den ersten Platz der britischen Single-Charts erreicht hatte.
Damit wird nach längerem Nachdenken endlich einer Entwicklung Rechnung getragen, die bereits seit geraumer Zeit mehr als offensichtlich geworden ist: Labels, Künstler und Bands nutzen das Internet als Einstiegsmöglichkeit in den Musikverkauf. Während der Tonträgermarkt schrumpft, steigen die digitalen Verkäufe. Peter Zombik, der Geschäftsführer der Deutschen Phonoverbände, lässt sich dies ergänzend mit den Worten zitieren: "Verbraucher, Medien und Marktpartner erwarten, dass die Charts ein reales Abbild des Musikmarktes liefern." Die jetzige Umstellung des Chart-Systems erfolge auch, um die Gleichbehandlung von Tonträgern und Downloads zu gewährleisten. Trotzdem ist diese Entscheidung eine halbherzige Angelegenheit: Die digitalen Verkäufe ganzer Alben zählen nach wie vor nicht für die entsprechenden Charts. Aber diese teilweise Öffnung ist gerade für unabhängige Bands dennoch eine positive Nachricht.
Im Chartsreglement liest sich die Änderung dann offiziell so: "Single-Charts: Qualifiziert sind Maxi-Singles, die nicht mehr als fünf Tracks haben dürfen und 23 Minuten Spielzeit nicht überschreiten dürfen. Dabei werden Remixe bei der Ermittlung der Trackanzahl und der Spieldauer nicht berücksichtigt. Ebenfalls für die Single-Charts qualifizieren sich Download-Tracks und Download-Single-Bundles. Ab dem 13. Juli 2007 zählen auch solche Downloads für die Single-Charts, die (noch) kein physisches Äquivalent haben."
Zusätzlich wird das Chart-System für Singles und Alben auf eine wertbasierte Berechnung umgestellt. Künftig richtet sich die Chartplatzierung nach dem Umsatz, der über die Verkäufe erzielt wurde - wohl aufgrund dessen, dass der Download eines einzelnen Tracks zu einem geringeren Umsatz führt als der Abverkauf einer Single-CD. Deshalb wird bei den Single-CDs durch den Faktor 2,3 geteilt werden (entsprechend der durchschnittlichen Zahl Songs auf einer physischen Single), bei Maxi-CDs liegt dieser Durchschnitts-Faktor bei 4,2.
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