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| Sebastian Dresel aka DJ Seebase |
Mannheims neuer Beauftragter für Musik und Popkultur trat seine Stelle am 1. März an. Bereits am kommenden Montag (19.3.) stellt Sebastian Dresel seine Ideen auf der Diskussions-Veranstaltung „Kometen, Fixsterne und Superstars“ in der Mannheimer Feuerwache vor. Zu beneiden ist der als DJ Seebase bekannte Musikjournalist nicht unbedingt, denn man kann sich eigentlich wenige Freunde machen, wenn das Budget nur für einzelne Akzente ausreicht. Auch angesichts der umfassenden Stellenbeschreibung darf man gespannt sein, welche Prioritäten von ihm gesetzt werden (können). Um einen Eindruck zu bekommen, welche Erwartungen und Vorstellungen die Musiker, Veranstalter, Locationbetreiber und andere Beteiligte innerhalb der Region mit der städtischen Stelle verbinden, haben wir uns umgehört. In den Kommentaren darf fleißig weiter diskutiert werden.
CHRISTIAN NEUREUTHER, Jungbuscharena
"Ich freue mich sehr für Sebastian, er hat sich im Vorfeld schon immer für Mannheim engagiert. Es ist sehr positiv für alle Akteure, mit ihm nicht nur jemanden zu haben, der selbst ganz gut Querflöte spielen kann. Ich sehe in ihm vielmehr einen Netzwerker, der auch über die Quadrate hinaus für regen Austausch in der Musikszene sorgen kann. Ich wünsche mir für ihn, dass er nicht an der Bürokratie scheitert und dieses 'teuer bezahlte Musikstadtimage' durch seine Persönlichkeit glaubwürdiger macht. Vor allem wünsche ich ihm aber die Zeit zum Wachsen, bevor man ihm und auch Mannheim nur lächelnd auf die Finger guckt, weil irgendwer schreibt wie großartig wir plötzlich geworden sind."
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| Live im Nationaltheater |
CHRISTIAN ECKERT, Jazzgitarrist
"Ich würde mir erwarten, dass der Musikbeauftragte die verschiedenen Strömungen unter einen Hut bringt. Ich denke dabei sowohl an die Veranstalterseite, aber auch an die Musikerseite. Es gibt ja doch einige Grüppchen in Mannheim, da könnte man die Kommunikation deutlich verbessern. So gesehen ist es doch schon mal was, dass aus dem Pop- und Rockbeauftragten nun der Musikbeauftragte wurde."
MAX MURY, Love Linus
"Den Sebastian halte ich für sehr fähig, eine gute Besetzung für den Job. Was ich schwierig finde ist der Job an sich, die Definition: Man kann das zwar wie in der Ausschreibung klar definieren und es ist auch wirklich interessant, allerdings fehlt im Endeffekt der Bereich, wo die Popmusik auch wirklich passiert. Da fehlt für mich noch ein Glied; sprich, ich warte immer noch darauf, dass irgendeine städtische Einrichtung wie die Feuerwache oder irgendjemand anderes, sagt: „Wir machen einmal im Monat Popmusik.“ Weil, wo passiert denn Popmusik? Es gibt kaum Live-Events. Wenn Sebastian Dresel nun auch für eine bessere Verknüpfung in dieser Richtung da ist, was er sein sollte, dann fände ich das super. Nur, was kann er machen, wenn die Grundlagen nicht gegeben sind? Daher finde ich das sehr schwierig. Ehrlich gesagt, ich wollte den Job nicht machen."
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| Four Sided Cube |
RAINER DÖHRING, Four Sided Cube, fresh!-Mannheim, KISTE Ladenburg
"Aus meinem Blickwinkel als Musiker bin ich gespannt, inwiefern die regionale Musikerschaft (aus allen Bereichen und Altersgruppen) Relevanz für die Arbeit des neuen Beauftragten für Musik und Popularkultur haben wird. Die neue Funktionsbezeichnung geht sicherlich auch in der Praxis weit über das hinaus, was vor einem Jahr noch unter Popförderung verstanden werden konnte. Hoffentlich geht es um eine Vielzahl an Themen wie z.B. Proberäume, Musikerberatung, Bandbetreuung oder Live-Events. Dass es darüber hinaus immer auch um Vernetzung mit den verschiedenen Partnern außerhalb des kulturellen Bereichs gehen muss, ist selbstverständlich, aber man darf skeptisch sein, dass eine Person alleine da viel bewegen kann. Dafür braucht es sicher Rückendeckung sowie Beteiligung durch die regionale Szene.
Aus Sicht des Newcomer-Förderers, Veranstalters und Mitarbeiters jugendkultureller Einrichtungen denke ich: hoffentlich ist die Popförderung sowohl personell, inhaltlich, vor allem aber finanziell nicht zu sehr gelähmt von all den überbordenden Bemühungen der Stadt Mannheim zum diesjährigen Jubiläum. Im Klartext: alles was nicht im Rahmen des Jubiläums läuft, fällt unter den Tisch und alles was sich nicht Marketing-technisch verwerten lässt, ist nichts wert. Meiner Meinung nach sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass gerade eine Popmetropole dafür sorgen muss, dass neue Talente, Ideen und Erfolge von Grund auf entstehen können. Ohne eigenen Nachwuchs gibt es keine eigene Identität - und nichts braucht Mannheim mehr, wenn es als Popmetropole auf Dauer mehr bieten will als Söhne, Akademie und Park. fresh! ist klein, aber ein wichtiges Projekt, das versucht, sich dieser Thematik z.B. durch Workshops und Veranstaltungen zu widmen."
SABINE SCHIRRA, Kulturamt Mannheim (Leitung)
"Ich bin äußerst froh darüber, dass Sebastian Dresel seit gerade mal einer Woche seine Arbeit als Beauftragter für Musik und Popkultur beim Kulturamt aufgenommen hat. Ich verspreche mir eine größere Vernetzung der Szene, neue Impulse und Ideen, und perspektivisch gesehen werden wir in einem Jahr beim Thema Popkultur insgesamt viel besser und breiter aufgestellt sein. Sebastian Dresel war in den Auswahlgesprächen unter den fast 40 Bewerbern derjenige, der überzeugend neue Akzente zur kommunalen Popförderung formuliert hat. Ich bin darauf gespannt, was alles umgesetzt werden kann."
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My Baby Wants To Eat Your Pussy (Kunsthalle 2006)
Photos: Jonathan Kloß © regioactive.de |
NIKO KNAPP, Dr. Woggle & The Radio
"Meiner Ansicht nach wäre es wichtig, dass der neue Musik-Beauftragte es schafft, Brücken zu bauen. Derzeit spricht man bei Musikern aus Mannheim von den etablierten Stars oder von Bands, die aus dem Umfeld der Popakademie kommen. Es gibt aber wesentlich mehr gute, etablierte, aufstrebende und auch national bekannte Bands, Musiker und Newcomer - auch diese sollten mehr Beachtung bekommen. Das sind die Bands, die die Musikszene am Leben halten. Außerdem wird immer wieder von der Metropolregion Rhein-Neckar gesprochen. Im Dreieck Mannheim-Heidelberg-Weinheim gibt es sehr viel gute Musik, dennoch liegt der Fokus fast ausschließlich auf Mannheim. Da könnte man noch einiges zusammenführen und bündeln."
JOHANNES SCHAEDLICH, Musiker und stellv. Vors. der IG-Jazz Mannheim
"Die IG-Jazz Mannheim begrüßt es sehr, daß es einen Musik und Popkultur-Beauftragten der Stadt Mannheim gibt. Wir stellen uns vor, daß ein Mensch in dieser Funktion dringend gebraucht ist, um die sehr vielfältigen Strömungen der Szene zu kontaktieren, miteinander in Verbindung zu bringen und zu vernetzen. Auch, um infrastrukturelle Wege zu finden, Foren zu ermöglichen und Bühnen zu schaffen - denn für das erhebliche Kreativitätspotential, das sich in Mannheim durch die bestehende, ohnehin starke Szene zusammen mit den Kräften bündelt, die sich durch die Ausbildungsstätten (bsp. das Jazz-Department der Musikhochschule und die Pop-Akademie) dazu gesellen, braucht es Möglichkeiten, ein Publikum zu erreichen. Ein solcher Auftrag beinhaltet neben vielen anderen Funktionen sicherlich auch, die bestehenden Häuser mit diesem Potential in konstruktive Kontakte zu bringen. Etablissements wie z.B. das Capitol haben damit wenig zu schaffen. Sie sind Firmen, die etwas erwirtschaften müssen, um Programmkontinuität sowie Profil zu halten. Wir wissen aus Erfahrung, wie stark der Druck zur Minimierung wirtschaftlicher Risiken bei Veranstaltern geworden ist. Aber auch die Feuerwache hat sich trotz ihrer Konzeption als ein mit öffentlichen Mitteln gefördertes Kulturzentrum mehr und mehr der Ausrichtung verschrieben, als erfolgsorientierte Firma zu agieren. Wir sehen das so, und zwar mit besonderem Bedauern spätestens seit der in ziemlich rüdem Stil durchgezogenen Zusammenstreichung der seit zwölf Jahren stetig und mit großem Publikumszuspruch von uns zelebrierten Jazz Jam Session.
Das Live-Musik-Angebot in Mannheim ist überdurchschnittlich, aber nach unserer Sichtweise mit Blick auf das erhebliche Kreativitätspotential in Mannheim, gibt es dennoch wenig zureichende Bühnen. Wenn Mannheim sich als Musikmetropole verstehen will, muss der Einrichtung von prestigeträchtig konzipierten Ausbildungsstätten in der Infrastruktur Rechnung getragen werden. Ein besonderes Problem stellt dabei eine gewisse Monopolisierung in der Veranstalter-Szene dar, die bei entsprechender Anhäufung von Kompetenzen der Vielfalt der regionalen Strömungen im Lauf der Zeit nicht mehr gerecht wird. Für solche Zusammenhänge sollte ein Musik-Beauftragter der Stadt echte Kompetenz entwickeln."
ZIGGY HAS ARDEUR, My Baby Wants To Eat Your Pussy
"Mir kommt es bisher so vor als würden ganz viele motivierte Menschen an ihren kleinen Mannheimer Modellen arbeiten. Da herrscht viel Überheblichkeit untereinander. Es fehlt an Kommunikation und gegenseitiger Unterstützung. Der Mannheimer Musik- und Band-Szene würde das sicherlich mehr nützen. Ich kann mir vorstellen, dass Sebastian Dresels Engagement und sein breites Interesse an der Popkultur dafür sorgen werden."
MISHA TESIKOV, Popgear
"Ich wünsche dem neuen Beauftragten für die Mannheimer Popkultur viele kreative Ideen und die Motivation diese zu verwirklichen. Es ist nicht unwichtig, die Mannheimer Subkultur durch offene Kommunikation und konstruktive Schritte davon zu überzeugen, dass dieser Posten keine redundante Stelle im System Kulturpolitik bedeutet. Ich persönlich plädiere außerdem für die regelmäßige Neubesetzung alle 2 oder 5 Jahre. Weil die Musikwelt schnell lebt, ändern sich Trends, Themen und Probleme ständig. Also bitte keinen Beauftragten auf Lebenszeit! Oder bin ich der einzige, der auf Tonart- & Taktwechsel steht?"
MARKUS SPRENGLER, ehem. Pop- und Rockbeauftragter der Stadt Mannheim
"Ich muss erstmal zu dem Thema Bewerbungsverfahren zum neuen Musik und Popkultur-Beauftragten ganz neutral feststellen, dass ich bereits vor einem Jahr, bzw. noch während meiner Amtszeit, davon gehört hatte, dass der Sebastian Dresel diesen Job kolportiert bekommen hat. Deshalb fand ich es schon überraschend, dass in dem Bewerbungsverfahren dann sozusagen über 35 Bewerber da waren, die angeblich nicht annähernd das Profil von Sebastian gehabt haben sollen. Ich war zwar nicht dabei und kann das von außen nicht beurteilen, aber ich finde, da kann man sich schon Gedanken darüber machen und mal fragen, warum es nun zu diesem Ergebnis gekommen ist.
Zum Profil der Stelle an sich kann ich nur sagen, dass das, was ich da in der Ausschreibung gelesen habe, eins zu eins dem entspricht, was Christian Sommer und ich als neue Idee für ein Popbüro Mannheim angedacht und bereits gegen Ende meiner Amtszeit vorgehabt haben. Dazu kam es zu meiner Verwunderung nicht, aber jetzt kommt es dazu, und das kann meiner Meinung nach eigentlich nur positiv sein. So gesehen bin ich nicht überrascht, dass es in diese Richtung geht. Sebastian Dresel ist sicherlich ein interessanter Gegenpol zu meiner Arbeit als Beauftragter, denn er kommt aus der elektronischen Musik, mit der ich kaum Berührungspunkte hatte. Umgekehrt ist er nicht in der Live-Branche zu Hause. Das kann natürlich eine neue Art von Befruchtung sein und wir sollten alle erstmal abwarten, was nun passiert."
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Sulphur Sonic 2006
Schwefel
Photograph: Jonathan Kloß © regioactive.de |
ALEXANDER GROß, NELSON
"Ich könnte mir durchaus vorstellen, im Nelson auch mehr Live-Musik stattfinden zu lassen. Was dabei für uns allerdings wichtig wäre ist die Unterstützung bei verschiedenen Sachen. Ich denke da teilweise an eine finanzielle Unterstützung. Gerade bei einer Location unserer Größe sind beispielsweise die Kosten durch die GEMA ein echtes Problem, das in keiner vernünftigen Relation zu den Einnahmen steht. Er wäre schön, wenn sich der Beauftragte hier um spezielle Konditionen bemühen könnte. Das andere wäre Unterstützung auf der Kommunikations-Ebene: Gute Werbung in lokalen Medien wie z.B. der Donnerstags-Beilage des Mannheimer Morgen und additiv eigene Plattformen des Beauftragten, auf der er die geförderten Veranstaltungen promoted. Last but not least ginge es neben finanziellen Fragen auch um so was wie 'Rückendeckung'. Man denke nur an Probleme mit Lärmbelästigung ab halb 11, da sollte es nicht gleich zu Anzeigen kommen, das Ganze muss von der Stadt eben wirklich gewollt sein und auch in solchen Fällen muss man vermitteln."
ROLAND RIESTER, Das Thing
"Mit dem Rock- und Popbeauftragten und nun auch mit Sebastian Dresel haben wir bislang keine Erfahrungen gemacht. Offensichtlich waren zumindest für den Vorgänger im Amt andere Locations interessanter. Vielleicht ist unsere Story, durch die wir alle künftigen Gigs bei uns canceln mussten, aber eine Anregung für den aktuellen Musikbeauftragten: Wir hatten ursprünglich beim Ordnungsamt 8-9 Live-Events pro Jahr angemeldet. Durch die große Nachfrage wurden es recht schnell mehr. Letztes Jahr hatten wir damit keinerlei Probleme. Dieses Jahr wurde uns am Faschingsdienstag ein Schreiben vom Ordnungsamt eingeworfen, welches besagte, dass wir keine Konzession für regelmäßige Events hätten, wodurch das anstehende Konzert noch am selben Tag untersagt wurde. Wir waren dadurch gezwungen eine Band, die von weiter weg kam, wieder nach Hause zu schicken. Verrückt an der ganzen Sache finde ich, dass wir alle unsere Events stets über das Ordnungsamt angemeldet haben und jenes am Faschingsdienstag dennoch überraschend gestoppt wurde. Man hätte uns also rechtzeitig auf die Diskrepanz hinweisen können. Das Thing hat sich konzeptionell auf Newcomerbands konzentriert, was Mannheim eigentlich begrüßen sollte. Letztendlich sieht es aus unserer Sicht jedoch so aus: Der Anspruch, eine Rock-Pop-Metropole zu sein, besteht nur auf dem Blatt. Sobald man was in die Hand nimmt, werden einem Stöckchen zwischen die Füße geworfen. Dabei gäbe es vieles, was Locationbetreiber unterstützen könnte, beispielsweise eine gesonderte Regelung der GEMA-Problematik. Ebenso würden wir es gerne über die Konzession regeln, dass wir weiter Live-Veranstaltungen machen können – das Interesse unsererseits besteht jedenfalls weiterhin."
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NORBERT SCHWEFEL, Underground-Legende, Organisator des Sulphur Sonic Festival
"Es ist hier immer ein bisschen schwierig. Manchmal denke ich, die Rockmusik stirbt irgendwie aus. Dann wieder doch nicht. Ich hoffe jetzt hauptsächlich, dass nicht nur die mainstreamigen Sachen gefördert werden, denn die Underground-Szene ist eigentlich doch noch gut angesehen. Mir stellt sich die Frage: Warum ist die hier eigentlich vor Ort nicht viel präsenter? Warum kümmert man sich da nicht etwas mehr? Auf der anderen Seite kann ich persönlich mich nicht beschweren. Als Beispiel das Sulphur Sonic: Wir haben damit in den letzten 3-4 Jahren ja durchaus etwas bewegt. Die Stadt und die Leute im Kulturamt, die wir angesprochen haben, fanden das durchaus gut, haben uns keine Steine in den Weg gelegt und haben uns etwas unterstützt. Vom neuen Musik-Beauftragten erwarte ich einfach, dass er da noch etwas mehr als bisher vermittelt und in Bewegung setzt. Das Sulphur Sonic und sein Konzept, gerade die Verbindung mit der Friedensbewegung, könnte man natürlich auch leicht belächeln und sagen: Das ist nur für hängen gebliebene alte Hippies und das muss man nicht auch noch unterstützen. So ist es zum Glück aber nicht."
STEFFEN ROSSKOPF, Jazz im Busch, Feromon
"Ich erwarte vom neuen Musikbeauftragten in Mannheim vor allem eine Verbesserung der Situation im Bereich Livemusik. Eine Stadt, die sich Pophauptstadt nennt, braucht ebenso wie die lokale Szene einen Club, der es sich leisten kann, regelmäßig Konzerte auch mit kleineren Bands zu machen. Auch eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Bands wäre wichtig. Proberäume zu reellen Konditionen in gutem Zustand sind dringend nötig und könnten auch helfen, die vielen kleinen Grüppchen in der hiesigen Musiklandschaft näher zusammen zu bringen."
DANIEL BOCKMEYER, örtlicher Punkrock/Indie/HC-Veranstalter und Herausgeber des Szene-Fanzines Punkrock!.
"Nun, da mich Tropical, House und Jazz recht wenig interessieren, habe ich von dem neuen Musik und Popkulturbeauftragten Mannheims, außer seinem Namen, nicht viel gehört. Deswegen bin ich um so gespannter, was man von seiner Arbeit hören wird. Die nötigen Referenzen (Spex-Autor, Stadtjubiläumspate für Clubkultur, Time Warp DJ), die ohne Zweifel auf ein großes Engagement hinweisen, sind auf alle Fälle vorhanden. Skeptisch bleibe ich trotzdem aufgrund seiner bisherigen musikalischen Geschichte und dem Zusammenhang mit Rock und Pop!? Was ich mir jedenfalls von ihm wünschen würde ist ein Club mit regelmäßiger Livebühne, neben den vielen anderen Clubs, in denen nur konservierte Musik aus den Boxen wabert. Auf dieser Bühne dann natürlich ein bunter Mix der Stile, gebraut aus regionalen, nationalen und internationalen Acts."
CHRISTIAN RUHM, Big Noise Community
"Wir kennen den Sebastian Dresel bisher nicht, haben nur gelesen, dass er aus der Club- und DJ-Szene kommt. Wir haben da keinerlei Vorurteile oder Berührungsängste und würden nun ebenfalls gerne mit ihm sprechen. Unser Hauptaugenmerk liegt selbstverständlich darauf, die bestehende Konzertszene zu erhalten und auszubauen. Dabei befürchten wir allerdings, dass die entsprechenden Budgets weiter zusammen gestrichen werden und der Fokus wo anders liegt. Für Big Noise sind allerdings nicht die großen Events wie Arena of Pop relevant, sondern das Live-Wesen im kleineren Maßstab, für die regionale Szene und mit einer gewissen Regelmäßigkeit. Wir sind daher gespannt, wie sich jetzt alles entwickeln wird."
Markus Biedermann
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Kommentar (16 Kommentare vorhanden)
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Marc Flo
von Marc Florian Friedrich am Donnerstag, 29.03.2007
Auch ich möchte meinen Namen nicht hinterm Berg halten...
für den untenstehenden Kommentar zeichnet:
Marc Florian Friedrich
(e=mff² recordings, Mannheim)
Marc Flo
von Marc Florian Friedrich am Donnerstag, 29.03.2007
Ich bin sehr erfreut darüber, dass unsere Stadt einen neuen Beauftragten gefunden hat, der sich nach meiner bisherigen Beobachtung überaus integer und sachkundig verhält. Persönlich -als Musiker & Produzent- wünsche ich mir, dass Sebastian Dresel dazu beitragen kann, dass die teils recht vergiftete Atmosphäre hier vor Ort verschwindet, und wir uns alle wieder neu und verstärkt klar machen: Wir sitzen alle in einem Boot! Neid und Misstrauen sind die Feinde künstlerischer Potenz, also lasst uns pfleglich miteinander umgehen.
Frank-Ul
von Gast am Donnerstag, 29.03.2007
Als einer der älteren Berufsmusiker aus der Generation, die noch Erinnerungen an eine (inzwischen verblasste) Musikersolidarität im Kampf um die ganz Alte Feuerwache hat und der die Mannheimer Musikszene seit Jahrzehnten kennt (und gleichwohl distanziert betrachtet), kann ich die Kommentare der Kollegen (und keiner Kollegin) zur Berufung eines „Musikbeauftragten“ nur mit äußerster Verwunderung betrachten. Es scheint so zu sein, dass sich die in ihren Individualinteressen gefangenen Protagonisten eines auf seine ökonomische Verwertbarkeit fixierten Musikbetriebes nicht die geringsten Gedanken weder über ihre gesellschaftliche Funktion als Musiker noch über die eines städtischen Angestellten machen. Sämtliche Beiträge sind von dem Wunsch beseelt, ein wenig von einem (völlig fiktiven) Kuchen abzubekommen (immerhin bekommt der Leser so einen vollständigen Überblick über die regionalen Interessengruppen). Freundlicher Umgang mit einem Vertreter städtischer Interessen wird als notwendig erachtet (als hätte dieser Golddukaten in der Schatulle). Peinlich.
Absurd auch die offensichtlich in einigen Köpfen herumgeisternde Vorstellung, Musik würde von ortsansässigen Kollegen in irgendeiner Form für Mannheim oder ausschließlich für Mannheimer Rezipienten produziert. Richtig ist ja wohl im Gegenteil, dass die Stadt nur mit jenen Musikern Reklame machen kann, die ein überregionales Publikum erreichen. Als Vertreter der Minoritätensparte Neue Musik wäre eine enge Anbindung an die Interessen der Stadt für meine Krerativität ebenso abträglich wie sie durch eine regionale Zuordnung (Bochum, Mannheim etc.) meinem Ruf schaden würde. Der Kollege müsste erst einmal gefunden werden, der von seiner Mannheimer Herkunft bei der Suche nach bundesweiten Gigs profitiert hätte.
Merkwürdigerweise hat sich niemand an dem Berufungsverfahren und der „Aufwertung“ des Jobs vom Rock- und Popbeauftragten zum Beauftragten gleich für die komplette Musik gestört. Ein offensichtlich abgekartetes Spiel ließ dem klar qualifiziertesten Kandidaten keine echte Chance gegen den Vertreter der inzwischen zum Lifestylemagazin degenerierten Postille „Meier“, dessen Verbindungen zur Stadt nunmehr personalisiert sind.
Die in vielfältigen und bislang weitgehend selbstbestimmten Initiativen, Gruppen, Vereinen etc. organisierten Mannheimer Musiker brauchen keinen städtischen Musikbeauftragten (auch wenn ihnen nicht aufgefallen sein sollte, dass es diesen Job im 3. Reich schon einmal gab). Sie brauchen von ihnen selbst gewählte Beauftragte, die ihre Interessen GEGEN die politische Kaste der Stadt vertreten. Wir benötigen keinen städtischen Kontaktmanager für unsere Beziehungen untereinander und vor allem keine Kontrolle seitens der Institution, die zwar ständig mit dem hiesigen Musikbetrieb prahlt, aber für all jene Initiativen, die sie nun „koordinieren“ will, so gut wie kein Geld herausrückt. Es steht außer Frage, dass wir eine Spielstätte, einen Club mit 7-Tage-Programm brauchen. Dazu sind städtische Gelder vonnöten (die nun im Personalbudget verschwinden), aber keine städtische Beaufsichtigung. Ein solches Projekt können und müssen die Mannheimer Musiker selbst verwalten. Es scheint nicht Allen klar zu sein, dass Unabhängigkeit von den politischen Interessen der Stadt und künstlerische Autonomie für jeden Musiker unantastbare Grundvoraussetzungen sind. Finanzielle Hilfen sind keine Almosen, die nach Gusto der Stadt verteilt werden (oder nicht); die Stadt erfüllt damit nur die Verpflichtungen einer Gesellschaft, die sich ohne ihre Kulturschaffenden ihrer Basis beraubt.
Es ist an der Zeit, dass wir uns auf unsere Stärken besinnen und ein Plenum einberufen, auf dem unsere Interessen und Forderungen formuliert und eigene Beauftragte gewählt werden, die mit der Stadt verhandeln. Meinetwegen auch mit deren „Musikbeauftragtem“, sollte er seinen Einfluss auf städtische Entscheidungen nachweisen können.
FRANK-ULRICH VÖGELY
Musicteam Mannheim (Leiter) / collectif des artistes
renesk
von Gast am Montag, 26.03.2007
Entschuldigung, René ist mein Name.
Geralder
von Gast am Freitag, 23.03.2007
Vielen Dank für den ausführlichen und anregenden Komentar. Da bislang komplett offen diskutiert wurde, fänden wir es allerdings angebracht, keine Kommentare inkognito zu verfassen.
Gerald Merkel
renesk
von Gast am Freitag, 23.03.2007
Ein bisschen erscheinen die Statements und die Diskussion um den neuen Musik- und Popbeauftragten wie ein großes Jahrmarktgeschrei: Alle rufen hier! Wir sind das bedürftige und förderungswürdige Milieu. Hilf mir! Einige wuchern auch mit Diplomatie – Andere treten als unverblümte Lobbyisten auf. Letzteres wird in einigen Beiträgen sehr deutlich, wie bei Daniel Bockmeyer, der scheinbar nur etwas mit Rock und Pop anzufangen weiß und Musik, die aus der Konserve kommt, wabert nur daher. Fazit, dass auch bei anderen Beiträgen als Motiv durchschimmert: Nur Live-Musik kann Musik sein. Oder Norbert Schwefel der hin und wieder gar die Rockmusik aussterben sieht – fragt sich nur, von welchem Kanal er sich berieseln lässt, um solcher Sinnestäuschung anheim zufallen.
Besonders hervorhebenswert finde ich die Einlassung von Markus Sprengler, weil Nachtreten im Fußball die Rote Karte zur Folge hat: Seinem Nachfolger Inkompetenz an die Jacke zu heften, indem er sich nicht vorstellen kann, dass nicht einer der anderen Bewerber besser geeignet gewesen sei als Sebastian Dresel und er den Job nur hat, weil er ihn „kolportiert bekommen habe“ – also er meint unlautere Mittel. Mal ganz abgesehen von den sprachlichen Defiziten Sprenglers – er meinte wohl statt „kolportiert“ „protegiert“ – ist er der einzige, der Gerüchte kolportiert. Gut, dass so jemand nicht mehr die Stelle des Rock- und Popbeauftragten inne hat und sich statt dessen kommerziellen, wertorientierten und christlichen Aufgaben bei dem Unternehmen Popwert zuwendet.
Manche sprechen Wahrheiten aus, wie Johannes Schaedlich, wenn er meint, dass es doch eine starke Musikerszene gibt oder wie Christian Eckert, der es begrüßt, dass eine Namensänderung von „Rock- und Popbeauftragter“ zum „Musik- und Popbeauftragten“ schon mal eine nötige Erweiterung bedeutet, wahrscheinlich mit der Hoffnung verbunden, dass mehr als nur Rock und Pop gefördert wird. Oder diejenigen, die die rigiden Methoden des Ordnungsamtes und die unverschämten Gema-Gebühren an den Pranger stellen, sprechen konkrete Probleme von Veranstaltern an. Probleme haben sicherlich auch die Musiker, mit teuren oder gar keinen Proberäumen.
Das sind die beiden Seiten, die sich hier zu Wort melden: Musiker und Veranstalter. Aber denkt hier irgend jemand auch an die Konsumenten bzw. das Publikum oder sind hier alle nur selbstverliebt? Schließlich benötigt Kultur auch eine bestimmte „Szene“. Wenn Musik, sei es Live oder aus der Konserve, hörbar ist, wird sie auch ihr Publikum finden. Oder wie erklärt sich dann der Erfolg oder die Beliebtheit einiger Projekte? Oder muss man es marketingtheoeretisch sehen – unter dem Motto, man muss den Leuten die Musik nur oft genug vorspielen, dann gefällt sie ihnen schon?
Ich als Konsument von Musik und Kultur kann doch erst einmal feststellen: Rock, Pop und Co läuft allenthalben in Mannheim. Da gibt es die Feuerwache, das Capitol, die SAP-Arena, den Siebener, Klapsmühl – um nur einige zu namentlich zu nennen. Nicht zu vergessen sind die vielen Kneipen und Clubs die hin und wieder Konzerte veranstalten oder Institutionen, wie das Forum der Jugend und das Jugendzentrum in Selbstverwaltung. Also Orte für Live-Musik gibt es sehr wohl. Ob dort allerdings in erster Linie die regionalen Musiker zum Zug kommen, vermag ich nicht einzuschätzen. Aber bestimmt auch.
Auch auf der Seite der elektronischen Musik muss auch nicht gejammert werden: Wer auf handelsübliche House-Musik steht, braucht nur den Meier aufzuschlagen und wird kein Wochenende finden, wo nicht irgendwo solche Musik gespielt wird. Auch andere Konservenmusik lässt sich finden, ohne sie wie die Stecknadel im Heuhaufen zu suchen. Man denke hier nur an Drum’n’Bass, Ragga-Reggae-Dancehall oder Rock-Soul-Jazz-Funk-SwingingSixties (kurz: Boogaloo). Auch hier: Ausgehen kann man immer, nur ist Mannheim eben nicht Berlin, wo das Angebot den Nachfrager erschlägt.
Kritik kann man an den vorhandenen kulturellen Strukturen freilich auch haben. Da fällt mir als erstes die oft vorhandene strickte Trennung zwischen elektronischer/Konserven-Musik einerseits und Live-Musik andererseits auf. Das könnte man meiner Meinung nach viel häufiger verbinden: Eine Live-Band am Abend mit Djing vorher und hinterher, auch mal im Genre-Mix, wobei die Band nicht unbedingt der Haupt-Act sein muss, ist eine feine Sache. Aber scheinbar gibt es dafür kein Publikum, sonst würde sich so etwas etablieren und häufiger vorkommen. Überhaupt scheint Stil- bzw. Genre-Mix bei den Leuten nicht besonders gut anzukommen, was sehr zu bedauern ist. Ich kann an einem Abend sehr wohl Rockmusik, eine Jazz-, Swing- oder Funk-Band oder Klassikquartett mit anschließendem elektronischen Musikprogramm hören. Vielleicht müsste man so etwas aber auch fördern.
Ein weiteres Problem ist Musik, die von sich aus eher randständig ist, weil sie nicht Massenkompatibel ist bzw. sein will. Diese bleibt am ehesten auf der Strecke. Aber was soll man mit solcher Nischen-Musik auch machen? Entweder in der Nische belassen oder mit anderen Nischen verbinden und es für das Publikum interessant machen, indem man es ihm näher bringt.
Darin sehe ich durchaus eine Aufgabe des Musik- und Popbeauftragten: Genreübergreifende Projekte zu initiieren, die auch Kunst, wie Videoinstallation, Fotografie etc. berücksichtigen. In einem solchen Projekt könnte sich die lokale Kulturszene präsentieren und sehen, ob es Zuspruch und Gefallen vom Publikum erntet. Denn kommerzielle Veranstalter oder auch Musiker scheuen sich oft vor dem Risiko solcher Veranstaltungen oder sie wollen sie gar nicht, weil sich in ihren Köpfen eine Genre-Trennung breit gemacht hat und sie deshalb Monokultur bevorzugen. Sollte man so etwas versuchen, bietet sich eigentlich nur eine Veranstaltungsreihe an, um es kompakt an das Publikum zu bringen. Und dazu müsste die Stadt, wenn sie ihr Kulturleben attraktiver machen möchte, Geld locker machen - zu mindestens am Anfang. Denn solche Projekte können durchaus erfolgreich sein. Im Prinzip spreche ich hier von einer Art kulturellen Keynesianismus. Erst anschieben und darauf hoffen, dass das Projekt von alleine weiterfährt. Dazu sollte man auch Kooperationspartner nicht nur aus dem kulturellen Bereich, sondern auch ansässige Unternehmen ins Boot holen – also die Fördermittel „Dialog, Netzwerk, Synergie, Zusammenarbeit“ anwenden.
Das Enjoy Jazz-Festival zeigt, dass so etwas funktioniert. Dieses Festival ist in den letzten Jahren gewachsen. Die Eintrittspreise sind zwar trotz Unterstützung der Wirtschaft (wie Delta Connection) zum Teil ziemlich gepfeffert, aber es kommen Acts in die Quadrate, die sonst kein autonomer Veranstalter holen würde, weil diese meistens auf Nummer sicher gehen und nur die Künstler buchen, die einen finanziellen Erfolg versprechen. Auch beim Enjoy Jazz (EJ) halte ich eine bessere Vernetzung mit lokalen Musikern für möglich. Beim letzten EJ ist mir aufgefallen, dass man oft gar keinen hiesigen Musik-Act im Vorprogramm hat. Da könnten doch oft eins, zwei, drei Bands mit Kurzauftritten brillieren. Und ich würde mal die vielen tollen Bands aus der Region kennenlernen.
Auch die diesjährige Timewarp geht doch in eine erfreuliche Richtung. Abgesehen von der großen Veranstaltung gibt es ein attraktives Rahmenprogramm, in dem sich verschiedene Stile der elektronischen Musik mischen sowie Filme Live performed werden.
Die Erschließung von neuen Veranstaltungsorten oder auch die bessere Nutzung von vorhanden Orten gehört meiner Meinung nach ebenfalls zur Aufgabe des Musik- und Popbeauftragten. Damit meine ich nicht, das er das selbst machen soll, sondern Ansprechpartner für entsprechende Ideen und Mediator zwischen Initiativen und Stadtverwaltung ist. Und das bietet er ja an. Das so etwas geht zeigt z.B. die Erschließung des Platzes unter der Bahnbrücke am Neckar durch die Initiative „Nachttanzdemo“, den Norbert Schwefel für sein Sulphur Sonic nutzt. Gerade im Open Air-Bereich könnte Mannheim mit seinen Brücken und Industriebrachen mehr machen. Aber dazu muss es diejenigen geben, die die Initiative ergreifen.
Naja, ich lehne mich erst einmal zurück und hoffe auf Projekte von denen ich als Konsument profitiere. Von der Popakademie, deren Ermöglichung sich der alte Rock- und Popbeauftragte auf die Fahne schreibt, hatte ich als Bewohner dieser Stadt bisher nicht viel. Von Musikern die aus diesem Schoß kommen und die ich bisher gehört habe, war ich eher enttäuscht. Ich hatte von diesen eher den Einruck, dass bereits vorhandene Popkultur imitiert wird und nichts Neues, Kreatives entsteht. Und Cover-Bands gibt es doch schon wie Sand am Meer. Ich halte diese Institution demnach eher für eine Vorstufe von „Deutschland sucht den Superstar“, in der man betriebswirtschaftliches Wissen vermittelt bekommt, um zu lernen wie man professionell in ausgetretenen Bahnen nach oben kriecht. Aber wer weiß? Vielleicht wird das noch besser. Meiner Meinung und Wissens nach entsteht Neues und Kreatives zumeist in anderen Kontexten – nämlich aus einer lebendigen, vielseitigen, respektablen und toleranten Musikerszene heraus. Und da muss man gar nicht nach so großen Städten wie Berlin, Wien oder London schielen. Es reicht auch, wenn man an Bristol, einer ähnlich großen Stadt wie Mannheim, denkt.
Aus anderer Perspektive sehe ich die ganze Sache um die Aufmöbelung des Kulturlebens von Mannheim auch pessimistisch. Das erfolgreiche Netzwerken kann letztlich an den Eitelkeiten und Egoismen einiger Musiker und Veranstalter scheitern. Denn die obige Diskussion deutet an, dass hier jeder Akteur ein möglichst ein großes Stück von ohnehin nicht großen Kuchen (Geld und immaterielle/ideelle Unterstützung) abbekommen will – natürlich nicht ohne den Blick auf den Teller des Nachbarn zu richten. Darum ist der Musik- und Popbeauftragte nicht zu beneiden.
FEROMON
von FEROMON am Freitag, 16.03.2007
In diesem Blog findet sich übrigens noch ein Interview mit Sebastian: my-skills.com
Markus
Big Nois
von Big Noise Community am Donnerstag, 15.03.2007
Wir von der Big Noise Community beobachten das Gerangel in Mannheim wegen Popbeauftragtem, Popakademie, Hafenstraße blablabla schon eine ganze Weile. Interessant dabei ist, das es immer wieder auf das Gleiche hinausläuft, wie es in allen Städten und Gemeinden eben Gang und Gebe ist auch bei uns in der Kleinstadt von der man eher vermutet, das da noch Geld da wäre. Der Fakt ist nunmal, um das auch mal ganz klar auszusprechen, es wird einfach von Städtischer Seite mehr oder minder als unötig angesehn in die regionale Musikszenen Gelder zu investieren, das fängt bei Konzerten mit klassischer Musik an und endet da, wo die meisten dieser Diskusion und wir uns befinden, nämlich im Rock und Pop Bereich. Daran liebe Herren wird sich auch warscheins trotz neuem Musikbeauftragtem nichts ändern, seht der Tatsache ins Auge, ich denke es wird nach wie vor schwierig sein, an Städtische Gelder und Genehmigung (und gerade das is in allen Städten immer ganz großes Kino wenn man was von Denen für irgend was Genehmigungen will) für solche Projekte heranzukommen.
Das man jetzt in Mannheim natürlich auf eine Aufmöbelung des Nachtlebens setzt (wenn ich das richtig verstanden habe, man möge mich steinigen wenn nicht) ist auch klar, da das am Ende mehr Kohle bringt (mehr gut laufende Clubs z.B. mehr Gewerbesteuer) als ein kleiner verreucherter Club mit nem Haufen bekloppter Idealisten (zu denen wir uns zählen)die dann auch noch Kohle von der Stadt für Ihre Projekte wollen ist einleuchtend oder ? Also findet Euch damit ab.
Geld und um das Ansehn der Stadt z.B. ganz ganz wichtig Pophauptstadt zu sein liebe Freunde, darum gehts wenn man das mal recht betrachtet nicht unbedingt um Föderung regionalen Musikszene geschweige denn eine Subkultur zu schaffen und dafür auch noch eine Platform zu bieten.
So is das nunmal.
Deshalb sollten wir alle selbst was unternehmen und uns nicht hinstellen und jemanden wie z.B. den neuen Popbeauftragten anpiensen
Was soll das gepiense ? Lasst die Verantwortlichen da oben doch Ihr Süppchen kochen. Man kann doch selbst was bewegen und da kann ich Rainer nur beipflichten, was ich auch schon oft beobachtet habe, gepienst wird aber selbst gemacht wird selten was wenns dann drum geht.
Also Fazit um das ganze Ding nicht ausschweifen zu lassen und nicht vom Thema abzukommen:
Lasst den neuen Mann am Ruder erstmal machen, verlasst Euch nich darauf nehmt die Dinge selbst in die Hand, denn davon lebt die Szene, denn ich glaube nicht, auch wenn "Der Neue" es wollte wird das Stadtkorset sehr eng geschnürt sein in das er hineinpassen muss und ich denke auch wie Rainer sagt, wird er erstmal sehr viele Dinge zu tun und zu reglen haben. Wenn Ihr / wir dann alle etwas Glück haben fällt dabei auch noch ein bischen was für uns Szeneschaffende ab , aber wie gesagt verlassen werden wir uns nicht darauf.
Also piensen hilft nix anprangern und voreilige Schlüsse ziehn hilft auch nix , Selbstinitiative ist in der heutigen Zeit gefragt und was dabei natürlich nicht zu verachten ist, die dadurch gewonnene Unabhängigkeit von gewissen Institutionen :-)
In diesem Sinne Arsch hoch und Vollgas !!!
Gute Nacht wo immer Ihr auch seid
Chris (Big Noise Community)
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