Sie haben sich erst vor wenigen Monaten gegründet. Bekanntlich steht eine so junge Band vor einem ziemlich langen Weg, bis man viel Aufmerksamkeit auf sich zieht. Marathon aus Hamburg können das eventuell verkürzen.
© Klaas Twietmeyer Die Musiker sind alles andere als Anfänger und auch auf persönlicher Ebene harmoniert es: Man kennt sich bereits seit vielen Jahren. Vor allem aber bringen sie das wichtigste mit, was man haben muss: Starke Songs und einen unverkennbaren Sound. Letzterer setzt sich zusammen aus einem faszinierenden Mix zwischen Joy Division, Interpol, Bloc Party, XTC, Elefant, The Strokes bis hin zu den Pixies. Immer mal mehr und mal weniger gewürzt mit einer Prise Surf-Sound und einem Schuss Spezialsalz aus dem Effekt-Regal von The Edge.
Als Beispiel für den starken Song nennen wir stellvertretend mal Fluster: Der kraftvolle, souveräne und mit Stolz vorgetragene, durch Overdrive angezerrte Achtelbass und die klar definierten, straighten Drums sind ganz zentral. Dazu klirrende Einwürfe und Akzente der Gitarre, über die sich ein eindringlicher, intonationssicherer und markanter Gesang legt. Dieser noch dazu mit extrem eingängiger Hookline und einem Mitsing-Finish, das trotz seiner Kürze an Hymnen wie zum Beispiel Arcade Fires Wake Up erinnert.
„Nicht zu viel & nicht zu wenig soll der Sound sein. Die Struktur ist da. Die Instrumente auch“ heißt es im Bandinfo von Marc (Vocals & Bass), Henning (Gitarre), Sascha (Keys & Vocals) und Holger (Drums). Was nach einfachem Rezept klingt, ist in Wahrheit extrem schwer umzusetzen. Gerade das „nicht zu viel“ gepaart mit „an den richtigen Stellen“ ist eines der Geheimnisse guter Arrangements, insbesondere bei einem Line-Up mit Keyboard. Es sind oft solche „kleinen“ Songwriting-Ideen, die einen auffordern, immer wieder in die guten Songs reinzuhören. Schaut ganz so aus, als haben Marathon diese Geheimnisse auf ihrer Shallow Touch E.P. geknackt.
Markus Biedermann
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