grown and improved
Joy Denalane Konzert Review
Review/Bericht vom 30.01.2007 | Autor:
Tags: Joy Denalane
Review/Bericht vom 30.01.2007 | Autor:
Tags: Joy Denalane
Die Neo-Soul-Queen Nr. 1 in deutschen Landen, Joy Denalane, begab sich im Rahmen des Mannheimer Stadtjubiläums und ihrer "Born And Raised"-Tour in die Alte Feuerwache um das Publikum mit ihrer Musik und Stimme zu überzeugen. Vielfach gelobt wurde sie im Vorfeld aufgrund ihres im letzten Jahr erschienenen Albums born & raised, mit dem sie sich erfolgreich in neue Gefilde begab, von der deutschen komplett zur englischen Sprache wechselte und sich auch inhaltlich neu orientierte: Weniger politische oder gesellschaftskritische Themen, dafür mehr Texte mit Herzschmerz. Dies tat ihr allein schon deshalb gut, weil sie nun die ernsteren Themen auf einige wenige Tracks verteilte und diese vollendeter und reifer wirken, als alles was sie zuvor aufgenommen hatte. Dies betrifft nicht nur die Texte; alles was sie auf und seit dieser Veröffentlichung macht, wirkt deutlich gereifter – insbesondere das Songwriting. Denalane ist mittlerweile viel mehr als nur die deutsche Ausgabe von Erykah Badu.
Doch weil solche Kleinigkeiten im Zweifel nur aufhalten, gab sich das Publikum sehr zufrieden mit dem, was ihm geboten wurde. Und das durfte es auch, denn selbst wenn einzelne Nummern dem sehr hohem Niveau der bekannteren Klassiker das Wasser nicht reichen konnten, boten Joy Denalane und Band eine Alles in Allem überzeugende Vorstellung. Sie sollte sich mit ihrem herausragenden Talent dennoch die angemessenen Maßstäbe setzen, denn sonst wird ihr bisheriger Höhenflug eventuell nur ein Ritt von kurzer Dauer sein.
Beeindruckend bleibt ihre stimmliche Entwicklung. War sie bei früheren Auftritten noch nicht sehr gefestigt und konnte ihre Stimme auch noch nicht richtig einsetzen, so war dies nun in der Feuerwache ganz anders. Wie selbstverständlich wechselte sie die Stimmlage und wandelte dabei stilsicher zwischen smooth wie auf Heaven or Hell oder funky wie bei Start Over. Diese beiden Tracks waren gleichzeitig die absoluten Höhepunkte des Konzerts, denn die deutsche Soul-Diva zeigte hier nur zu deutlich, wie man einen im Studio produzierten Albumtrack perfekt auf die Bühne überträgt. Dass das Publikum nicht genug von ihr bekommen konnte, unterstrich dieses durch exzessives Feiern der Protagonistin. Dafür gab es von ihr die angemessene Belohnung in Form einer halbstündigen Zugabe, was das Konzert damit auf eine Dauer von fast zwei Stunden streckte. Insgesamt war es ein sehr schöner Abend mit wenigen Schwächen.Interessant zu erfahren wäre nur noch, wer die Person mit der unglaublichen Stimme im Publikum war, die zum Schluss noch ein paar Zeilen zum Besten geben durfte. Das werden wir möglicherweise nie erfahren. Zumindest aber, wie es mit Joy Denalane weitergehen wird. Und das ist sicherlich noch spannender.
Kontakt | Über regioactive.de | Jobs | Backstage | Partner | Mediadaten | Presse