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Promoe Live auf dem Loop

Review vom 04.12.2006
Autor: Andreas Margara
Tags: Promoe   Looptroop  

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www.promoe.nu
Mårten Edh aus Schweden ist Anarchist. Ungewöhnlich dabei ist, dass er sich nicht wie die meisten Gleichgesinnten in der autonomen Punkszene bewegt, sondern unter dem Pseudonym Promoe das Kommunikationsmittel HipHop nutzt. Schon früh in den Neunzigern beschäftigte er sich mit Graffiti, wozu ihm das Buch „Subway Art“ von Martha Cooper als Bibel diente. Doch die Schrift allein als Ausdrucksform reichte ihm nicht. Deshalb formierte sich in dieser Zeit um DJ EmBee und ihn die conscious-Rap Crew Looptroop.  [Unten weiterlesen ...]


Mit englischen Texten greifen sie gesellschaftskritische Themen auf, die im Inhalt ihre anti-mainstream Attitüde und die Liebe zu Graffiti widerspiegeln. Nach ersten Aufnahmen zusammen mit Looptroop veröffentlicht Promoe schließlich auch Solo Alben. Im September 2006 erschien nun bereits sein drittes Album unter dem Titel „White Man's Burden“, neben seinen beiden bisherigen Longplayern „Government Music“ (2001) und „The Long Distance Runner“ (2004). Die Auswahl des Albumtitels über die Bürde des weißen Mannes, erklärt Promoe auf seiner Homepage www.promoe.nu wie folgt: […]“Our real burden is the lie about one kind of people's superiority to all other kinds of people.“[…] und lässt damit schon auf ein weiteres inhaltsbetontes Stück Musik schließen. Als empfundene Last erschien dem Wookie nicht zuletzt auch die festgefahrene Haltung diverser europäischer Emcees, die er in dem Diss-Track Sag Was? auch den deutschen Rapper Kool Savas spüren ließ. Man konnte also gespannt sein, wie der Tourtermin für Promoe in Savas’ neuer Wahlheimat Heidelberg verlaufen würde.

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www.promoe.nu

Den Startschuss des Abends machen zwei herb enttäuschende und hier nicht weiter erwähnenswerte Vorgruppen, ehe Promoe selbst die Bühne mit seiner gewohnten Rasta Erscheinung entert. Im Rücken hat er seinen Tour-DJ Large und seine beiden Background-Sänger. Mit dem Opener Up! vom neuen Album beginnt die Show und das Publikum dankt es gehörig mit Abgehen. Dennoch scheint der Menschenhaufen etwas anders zusammengesetzt zu sein als bei früheren Looptroop oder Promoe Auftritten. Vor allem junge und alternative Leute haben heute den Weg in den Karlstorbahnhof gefunden, was wohl am neuen Album liegt. Durch die Graffiti Hymne These Walls Don't Lie oder White Man’s Burden erfährt man zunächst einiges über die Person Promoe, wobei die mehr als nur angehaucht links-aktivistisch erklingenden Parolen gegen Blair, Bush und Konsorten im Vordergrund stehen. Stark politisch geht es weiter und auch von Promoes Leben als Veganer erfährt man mehr. Dass sich seine weltverbesserischen Texte nicht nur zum Zuhören eignen, belegt der permanent bouncende Pulk der dicht an die Auftrittsfläche gedrängt ist.

Promoes Reggae-Einflüsse sind bekannt und kommen auch diesmal nicht zu kurz. Nach Trapped von „White Man’s Burden“ folgen zahlreiche Looptroop Tracks. In The Morning und Post Cards sind dann die letzten Solostücke vom neuen Album. Die Bandit Queen scheint nach wie vor noch von Promoe erwartet zu werden und auch Yes Ayah, The Struggle Continues und Looking For Love bringen danach den gesamten Flair der Schwedentruppe ins Haus, der über weite Strecken an diesem Abend vermisst bleibt. Der Titel zum gleichnamigen Titel The Long Distance Runner und der abgewandelte Klassiker Off The Record lassen Promoe gegen Ende des Auftritts nochmal aufblühen und in Fahrt bringen, ehe sich die Performance mit Don’t Hate The Player zu Ende neigt.

Savas Disses bleiben demnach komplett aus, allgemein bleibt der Auftritt allerdings im Vergleich zu den gewohnten Abfeier-Darbietungen aus dem Hause Looptroop etwas farblos und kann nur ansatzweise Begeistern. Etwas zuviel Politik für eine Bühnenshow? Naja, „White Man's Burden“ zumindest, setzt sich inhaltlich einfach doch von den aktuell meistens nur an der Oberfläche kratzenden Rapalben ab und bleibt wärmstens zu Empfehlen.

Andreas Margara

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