row, row, row your boat

Bands on Board - dritter Stapellauf

Review/Bericht vom 25.09.2006 | Autor: Gerald Merkel

Tags: Bands on Board  

Bands on Board 2006 28Bands on Board 2006

Photos: Jonathan Kloß
© regioactive.de
“Alles, was dreimal stattfindet ist Tradition und hat somit bis in alle Ewigkeiten stattzufinden” wurde neulich Mannheims Oberbürgermeister auf einer Pressekonferenz in den Mund gelegt. Mit der Ewigkeit ist das natürlich so eine Sache, aber Lust hätten wir nach unserer dritten regioactiven Kaperfahrt mit Musik durchaus. Diesmal on Board gewesen: Von Luft und Liebe, Cages. und DJ Spy.

 

Die Fahrt im Bild: Zur Galerie geht’s hier lang

 

Tradition hat jedenfalls das gute Wetter, wenn die regioactiven gemeinsam mit Musikpark-Nachbar e.motion-music das Festland verlassen, ebenso bürgert sich ein, dass das Cruise-Cafe auf dem Festland seine Kombüse aufbaut und die ganze Crew erst mal mit erlesenen Köstlichkeiten stärkt.

Bands on Board 2006 8Bands on Board 2006

Photos: Jonathan Kloß
© regioactive.de
“Die Fregatte der Wahl, die stolze und edle Kurpfalz selbst, war wie in den beiden Vorjahren see- und sattelfest am Start. Majestätisch zerteilte der Bug die Wellen des Neckar, während das Unterdeck bereits von DJ Spy, dem Agent der im Namen des Rock’n’Roll unterwegs ist, schon in der Hinrunde zum Glühen gebracht wurde.

Auf dem Mitteldeck wurde die Stimmungsschraube erst mal dezenter gedreht, dieweil die Schiffsschrauben das Geschehen längst auf Väterchen Rhein verlagert hatten: Von Luft und Liebe werden von zarter Brise getrieben, ihre Galleonsfigur Tamara Unterhuber säuselt zwischen Pop und Chanson, Orkanböen muss man in anderen Gewässern suchen. Große Gefühle für die

Bands on Board 2006 11Bands on Board 2006

Photos: Jonathan Kloß
© regioactive.de
“versammelten Seepferdchen, Kaschemmen-Atmosphäre auf der Brücke. Als Brand New Jersey hat die gesamte VLUL-Crew schon die Jungfernfahrt vor zwei Jahren bestritten – auch Tamara Unterhuber unterstützte damals ihre Zwillingsbrüder und Alex Mayer für 2-3 Songs -, dementsprechend zählten sie schon zu den erfahrenen Seebären auf Deck. Von dieser Erfahrung profitierte jedenfalls sichtbar Mario Unterhuber, der seinen Bass trotz bedenklicher Nähe zum Durchgangsverkehr in der aus allen Nähten platzenden Kajüte stoisch weiterzupfte – ein traffic jam, im Sinne des Wortes. Bei VLUL werden die Saiten mit Bedacht zum Schwingen gebracht, das Schlagzeug liebevoll umsäuselt, Playbacks kräuseln die ruhige See hie und da und lassen die Stimme am Ruder. Verträumte Melancholie auf dem Rhein ...

Bands on Board 2006 32Bands on Board 2006

Photos: Jonathan Kloß
© regioactive.de
“Eine Seeräuberkiste Rock’n’Roll und etliche Rumbuddeln weiter, waren dann die Cages. an der Reihe den Wellenritt zu wagen. Mit Wolfgang Schrödl an Gitarre und Mikro und Stefan Schulte-Holthaus an den Drums finden sich zwei Mitglieder der Liquido-Fregatte unter den Cages., die aber eine deutliche Spur harscher als das Narcotic-Flaggschiff über die Gewässer jagen. Zitterten die Kajütenwände bei VLUL vor allem vor Gefühl, kam nun auch Lautstärke dazu. Gitarren-Indie-Rock, der sich per elektronischer Einsprengsel auch mal NIN nährt, eine Schlingerfahrt voller Laut-Leise-Havarien und schnellem Gezeitenwechsel, die vom Schlagwerk trotz aller Brecher von achtern unerbittlich auf Kurs gehalten wird. Die „Kurpfalz“ und die Cages. surfen gemeinsam auf dem Wellenkamm – la ultima ola ...

Ab hier genug von Instrumenten, danach lag Wohl und Wehe aller 220 Seelen in den Händen des Spions, der sonst auf seiner Plattenkiste die Meteors rund um den Erdball begleitet oder die Clubs in eine Voodoo Lounge verwandelt. „Blues Suede Shoes“ in einer nagelneuen Version von Motörhead gereicht ... – noch Fragen? Zuckende Leiber unter Deck, das kurz vor der Traditionswerdung (2. Mal) stehende Feuerwerk von Capt. Glommy (nein, der hat das Schiff nicht gesteuert. Aber notfalls ist es nie verkehrt den ein oder anderen gelernten Captain mehr mit an Bord zu haben) auf dem Oberdeck, alles dazwischen auf dem Zwischendeck – großes Tennis, große Fahrt.

Nach einem aalglatten Anlegemanöver ging es munteren Holzbeinschrittes oder per gemieteter Droschke in die Seemannspelunke Nelson im Jungbusch, wo so mancher Seemannsgarn durch die Spulen lief.

Unser Dank geht an unseren Partner e.motion-music, die Besatzung der Kurpfalz und ihren tapferen Captain, my Captain Schneider, die Kombüsencrew des Criuse Cafes, die Metropolregion Rhein-Neckar und das Nelson. Last not least: allen MusikerInnen und der ganzen anwesenden Meute.

Fotos: Jonathan Kloß

Gerald Merkel

Kommentare

Kontakt | Über regioactive.de | Jobs | Backstage | Partner | Mediadaten | Presse