time to say good bye B.B. King - Konzertreview

Von Chris Petersen. Veröffentlicht am Freitag, 15. September 2006
Abonnierbare Themen: b.b. king
B.B. King (SAP Arena 2006)

Photos: Jonathan Kloß

B.B. King, Blueslegende, vielfacher Grammygewinner und Hall of Famer, beehrte Deutschland auf seiner letzten „The Final Farewell“-Tour“ war. Man durfte gespannt sein wie sich der heute 80jährige zum Abschied wohl präsentierte.


B.B. King (SAP Arena 2006) Photos: Jonathan Kloß
Foto: regioactive.de
Von Legenden zu sprechen ist immer etwas heikel. Es gibt die Kategorie, die jeder kennt, wie John Lennon, Bob Marley oder, um auch einen Lebenden zu nennen, James Brown. Dann gibt es die Sorte, deren Namen bekannter als deren Musik sind. B.B. King gehört in diese Schublade. Er hat seinen Status nicht inne weil er 20 Nummer Eins Hits hatte, sondern weil sein Stil viele andere Künstler und Generationen und somit auch eben deren Hits maßgeblich beeinflusste. Dieser Mann gab sich am Sonntag in der Mannheimer SAP-Arena die Ehre. Das Besondere an diesem Auftritt: die Tatsache das die „Final Farewell Tour“ seine letzte Tour ist - im Gegensatz zu den Rolling Stones. Verständlich, am 16. September 2006 erreichte er das stolze Alter von 81 Jahren. Somit hatte das Konzert auch etwas historisches, wie es eben so ist, wenn Legenden abtreten.

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Den Anfang machte Inga Rumpf, eine in der deutschen Szene sehr bekannte Blues-Künstlerin. Diesen Stellenwert mag sie wohl in Deutschland verdient haben, die Szene hierzulande ist allerdings auch nicht wirklich groß. Sie machte ihre Sache handwerklich sicherlich gut, ihre Monologe zwischen den Songs wirkten aber leicht aufgesetzt und übertrieben. Weh taten die von ihr gespielten Coverversionen. James Brown hat in den letzten Jahren schon genug durchmachen müssen und hat es wirklich nicht verdient, dass man „It’s A Man’s World“ so verdirbt. Insgesamt war der Auftritt zwar nicht schlecht, aber auch nicht überzeugend, da man von der Vorgruppe von B.B. King nun mal etwas mehr erwarten darf und die Band hatte insgesamt eher den Charakter einer Lehrerband mit einer Mixtur aus Jutta Dittfurth und Bärbel Höhn als Frontfrau.


B.B. King (SAP Arena 2006) Photos: Jonathan Kloß
Foto: regioactive.de
Diese Meinung verstärkte sich um so mehr als B.B. Kings Blues Band die Bühne betrat und erst einmal in typischer Manier ohne den großen Meister spielte. Der himmelweiten Unterschied zum zuvor Gebotenen war deutlichst spürbar. Technisches Können gepaart mit Gefühl - jeder einzelne der Musiker spielte unglaublich. Beeindruckend war vor allem der Drummer Calep Emphrey Jr., der seine Snare so hart spielte, dass man Angst um sein Equipment haben musste, und dass jeder Schlag ein Nicken im Kopf auslöste, auch wenn es im gesamten Saal gefühlte fünf Menschen saßen, die sich auch sichtbar und nicht nur mit dem Fuß mitbewegten.


B.B. King (SAP Arena 2006) Photos: Jonathan Kloß
Foto: regioactive.de
Dann betrat B.B. King die Bühne und machte es sich erst mal auf einem Stuhl bequem. Das Jackett etwas verrutscht, ließ er sich sehr gemächlich seine Gitarre reichen. Da saß dieser augenscheinlich alte Mann mit dickem Bauch und spielte wie man es nur ganz selten sieht und hört. Grandios, aber mit einem so selbstverständlichen Gesichtsausdruck, als sei es in diesem Alter, nein, überhaupt, das Normalste auf der Welt. Fast zwei Stunden spielte er insgesamt, darunter auch Hits wie „The Thrill Is Gone“, „Darling I Love You“ oder „Just Like A Woman“. Er zeichnete sich auch als Entertainer aus, der das Publikum gerne mit einbezog. Bei „Just Like A Woman” dauerte es etwas länger, bei anderen Stücken klappte es gar nicht. Das lag weder an B.B. King , noch am Publikum, sondern vielmehr an der Komplettbestuhlung der Arena, die doch sehr hinderlich war, den Funken komplett auf das Publikum übertreten zu lassen. Sehr amüsant wie er einfach 10 Minuten in klassischer Bluesmanier dem Publikum Geschichten erzählte oder Scherze über sein Alter machte. Er gab den ganzen Abend den charmanten Herrn, jedoch stets mit einem schelmischen Ausdruck in den Augen. Sichtlich gerührt zeigte er sich durch die zahlreichen „Thank You B.B. King“-Schilder in den ersten Reihen.

Es war ein wirklich beeindruckender Abend in der nicht ganz ausverkauften SAP-Arena, mit einem Publikum, in dem wirklich jedes Alter vertreten war. Man durfte froh sein, diesen Mann noch einmal oder überhaupt einmal live erleben zu dürfen, vor allem wenn man sich überlegt, dass es wohl leider das letzte Mal war. Um wieder auf die Rolling Stones zu kommen: hoffen wir auf ein „See you soon, B.B. King“.

Videos

Buddy Guy Featuring B.B. King - Stay Around A Little Longer

B.B. King - The Thrill Is Gone

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