make some noise
Body Count in da House - 2006
Review/Bericht vom 26.08.2006 | Autor: Christian Ludwig
Tags: Body Count
Review/Bericht vom 26.08.2006 | Autor: Christian Ludwig
Tags: Body Count
Die Polizeisirene heult, rot-blaue Lichter blitzen. Mr. Ice-T betritt die Bühne. Komplett in schwarz gehüllt und mit weißen Sneakern begrüßt er die Meute mit einem „Body Count is in the House“, das sicherlich jedem Zuschauer eine Gänsehaut bereitet hat. Die Coolness in Person. Das Alter der Zuschauer läßt darauf schließen, dass Body Count bei den meisten echte Kindheitserinnerungen weckt. Ice-T und seine Body-Count-Crew sind zurück auf deutschen Bühnen.
Offenbach rockt für ganze 80 Minuten. Schon beim ersten Song wird das halbe Capitol zum Mosh Pit. Und das bleibt eine ganze Weile so. „Bowels of the Devil“, „KKK Bitch“, „Evil Dick“. Kein Hit fehlt. Die zum Teil immerhin 14 Jahre alten Songs wirken dabei so frisch als wären Sie gerade erst erdacht worden. Zeitlos sozusagen. Und die Band spielt wie der Teufel. Gitarren-Soli geben Ice-T Zeit zum verschnaufen. Kurz: BC rocks! Und Ice-T liefert auch gleich die Erklärung, warum er sich in Deutschland so wohl fühlt: „I like coming to Germany because you, my fuckers, was born mad!“ Seit immerhin 25 Jahren ist Ice-T mittlerweile am Mikrofon aktiv; er sollte also wissen, wovon er redet. Das neue Album „Murder for Hire“ ist seit Ende Juli auf dem Markt. Der Titeltrack jedenfalls knüpfte live nahtlos an das 1992er Album „Body Count“ an. Als letzten Song des regulären Sets haben die Mannen um Ice-T das skandalträchtige „Copkiller“ auserkoren. Das Publikum dankt ihnen ausgiebig für diesen Klassiker.
Bevor in der Zugabe dem „true God of Rock’n’Roll“ mit „Hey Joe“ gehuldigt wird, gedenkt Ice-T mit seiner Band allen getöteten Bandmitgliedern und Kollegen. Die Liste ist erschreckend lang. Doch als Kontrapunkt präsentiert er seinen 14jährigen Sohn Little Ice, um mit ihm „Hey Joe“ zu performen. Immer wieder appellieren Ice-T und seine Band an das Publikum, gegen Rassismus zu kämpfen. Das machen viele Musiker gerne, aber kaum jemand so authentisch wie Ice-T. Den Abschluß eines wahrlich bewegenden Abends bildet das grandiose „Momma’s gotta die tonight“, das noch am nächsten Tag - nicht nur wegen der Lautstärke - in den Ohren klingt.
Christian Ludwig
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