heute schon geduscht?

Bloodhound Gang Review & Bildergalerie

Review/Bericht vom 08.08.2006 | Autor: Jonathan Cordero

Tags: Bloodhound Gang  

Dirty Impressions: Bloodhound Gang
Nackte Bassisten, die mit Jägermeister herumsauen, Sänger, die mit ihren Äpfeln jonglieren und jede Menge dumme Sprüche ... da kann nur die Bloodhoung Gang am Werk sein.
Die Könige der Sinnlosperformance, mit viel sexistischem Humor und allerlei Schweinereien rockten die Bühne.

 

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Im Vordergrund eines Konzerts steht normalerweise hauptsächlich die musikalische Qualität der Akteure, gepaart mir etwas Gefühl bei der Performance und ein bisschen Bunt-Bling-Bling Beleuchtung. Nicht so bei der Bloodhound Gang. Performance – ob einstudiert oder wirklich immer spontan - steht hier absolut an vorderster Front und lassen einen Abend mit den sieben Jungs aus Philadelphia zu einem feuchtfröhlichen und vor allem unvergesslichen Erlebnis werden – ganz nebenbei machen sie auch noch richtig gute Musik.

 

Dirty Impressions: Bloodhound Gang
Am 07.08. war dann Mannheim dran, von Jimmy Pop und Co. mit Jägermeister geduscht zu werden. Jägermeister? Ja, denn kaum eine Band vermarktet so ihre alkoholischen Vorlieben für das urdeutsche Kultgetränk (bis 1990 eher als Altherrengetränk bekannt), wie die Bloodhound Gang. Auch sonst ist der Gang ihre tiefe Verbundenheit zu den deutschen Landen deutlich anzumerken. Von Konzert zu Konzert beherrschen sie immer mehr Wörter unterhalb der Gürtellinie und verstehen es, das auch zu zeigen: Sei es in Form von absolut absurden Sätze als Leinwandprojektion oder als Gebrabbel auf der Bühne. Jimmy Pop präsentiert sich im Deutschlandtrikot  mit der Aufschrift Schwul 69 und Stahlmuskeltitan Evil Jared hält es sogar mehr als drei Lieder aus, bevor er sich das Muskelshirt von seinem Körper reisst. Was er vorher versäumt hat, holt er natürlich in Anbetracht der knappen Zeit (die Bloodhound Gang spielt „nur“ etwa 70min mit Pause) nach und performt die letzten Songs nur mit einer Deutschlandfahne um sein Gemächt gewickelt.

 

Trotz der relativ begrenzten Ausmaße der Bühne im Maimarktclub lässt es sich die BHG nicht nehmen, mit Pyroeffekten und einer ausgeklügelten Lichtshow zu glänzen. Als Beispiel sind hier brennende Mikrofonständer und ein T-Shirt Granatwerfer

Dirty Impressions: Bloodhound Gang
 zu erwähnen, mit dem Evil Jared das Publikum beschiest, von den Funkenfontänen ganz zu schweigen.

 

Jimmy Pop beweist sein Allgemeinwissen in deutscher Kultur und scheint auch einen immensen Drang zu haben, die Deutsch-Amerikanische Freundschaft zu pflegen, indem er sich z.B. mit

Dirty Impressions: Bloodhound Gang
Vorliebe über die Lokalmatadore Söhne Mannheims samt Xavier Naidoo lustig macht, aber auch am US-Präsidenten oder Exportschlagern wie Kelly Klarkson und Paris Hilton kein gutes Haar lässt und Mannheim the better part of Heidelberg nennt. Als Reaktion des Publikums folgen minutenlange Sprechchöre wie „Jimmy Pop ist homosexuell“ – natürlich, von wem auch sonst, angeleiert von Bassist Evil Jared. Jimmy Pop revanchiert sich mit den zerkauten Überresten von Äpfeln, die er zuvor jongliert hat, worauf Jared erstmal einen tiefen Schluck aus der Jägermeister Flasche nehmen muss. Zur Krönung gibt’s für ihn noch eine Jägermeister-Dusche aus einer riesigen Wasserpistole, deren Strahl fast fingerdick ist. Wie ihr seht, könnte man wahrscheinlich noch seitenweise über den Unfug schreiben, den diese auf sympathische Art total durchgeknallten Amerikaner auf der Bühne treiben, aber lassen wir es damit mal gut sein.
Dirty Impressions: Bloodhound Gang

 

Musikalisch gibt’s Songs vom aktuellen Album Hefty Fine bei dem natürlich die Mitsinghymne Foxtrot Uniform Charlie Kilo nicht fehlen durfte und einen bunten Mix der besten Songs aus allen fünf Alben inkl. aller Singleauskopplungen. Kaum ein Song, der nicht mitgesungen wird. Knüller sind natürlich the ballad of chasey lain und the roof is on fire.  Ein Spaß für die ganze Familie, so bunt gemischt war zumindest das Publikum vom 14-jährigen Teenie bis zum Familienvater in den 40ern, der mindestens genauso heiß wie Jimmy Pop zu the bad touch die Hüften schwang. Obwohl dem Ruf now show´em some titties doch einige Damen der vorderen Reihen folgten und damit die Familienfreundlichkeit genauso auf die Probe stellten, wie der sich entblößende Bassist.

 

Fazit: Die Bloodhound Gang sind die absolute Partyband und machen Musik mit Ohrwurmfaktor. Selbst Skeptiker ihrer musiklaischen Darbietung sollten mindestens einmal im Leben diese Live- Performance gesehen haben.

 

Jonathan Cordero

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