cool, billig oder einfach nur schön Rückblick auf das Traffic Jam Open Air 2006
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opener beim "geilsten Stau der Welt" Das Traffic Jam Open Air 2011 holt The Mofos auf die Bühne

Das Traffic Jam zählt zu den ebenso günstigen wie guten Alternativen zu den großen Open Airs: Zwei Tage Programm, das regionale Leckerbissen mit Größen wie Caliban, The Real McKenzies oder Ignite verbindet. regioactive.de konnte zumindest am ersten Festival-Tag reinschauen und sich ein Bild vom Traffic machen. Ein Ticket bei Rock am Ring kostet 130 Euro. Wacken Open Air 70 Euro und selbst Rock am See schlägt mit 52 Euro heftigst in das Portmonee eines fleißigen Festivalbesucher, für den Sommer und Festival einfach zusammengehören. Was macht man also, wenn man Campen, nette Leute kennen lernen, mehrere Tage nonstop Party machen und dabei das volle musikalische Programm genießen will ohne den Geldbeutel überzustrapzieren? Genau: Man sucht sich eine Größenordnung wie das Traffic Jam Open Air - ein Festival bei dem speziell all diejenigen, die es eine Spur härter brauchen, auf ihre Kosten kommen.
Hier hat man die Möglichkeit an zwei Tagen Newcomerbands, die ordentlich was auf dem Kasten haben, neben Headlinern der internationalen Szene auf einer Riesen Bühne für sage und schreibe 11 € mit allem Festivaldrumherum zu erleben.
Gegen den Kommerz: So könnte das Motto der zahlreichen ehrenamtlichen Helfer des Traffic Jam heißen, die Gagen und Kosten drücken (leider auch in Bezug auf die Anzahl der Dixies) und für moderate Preise bei Essen und Getränken sorgen. Rundumversorgung von den lockeren Sanis für alle möglichen Blessuren, nette Securities, zahlreiche Fressbuden, eine Feld-Shisha-Lounge, das Team von Billy Boy für ihr wisst schon was… und Sprungschanzen für verrückte BMXer – all das und noch viel mehr hat das TJ zu bieten.
Schattenseiten hat das Festival natürlich auch. Neben den erwähnten viel zu wenigen Dixies gab es dieses Jahr leider auch viel zu wenige Zeltplätze, was auch zur Folge hatte, dass nur auf den Straßen (das Festival findet auf einem Verkehrsübungsplatz statt) gegrillt werden durfte. Für die Sicherheit der überwiegend jüngeren Besucher war (bestens?!) gesorgt: So schritten die netten Securities auch ernsthaft ein, als ein den Kinderschuhen noch nicht entwachsenener Festivalbesucher von einem auf dem Boden liegendenden sichtlich „angetrunkenen“ Besucher mit einem Stöckchen gehänselt wurde. Ein weiterer Besucher wurde um vier Uhr morgens des Platzes verwiesen (volles Programm mit überwachtem Zeltabbau usw.), weil er sich auf der BMX Sprungschanze erleichterte, und auf eine in Richtung Bühne fliegende Plastikflasche folgte direkt die Verwarnung durch die Lautsprecher: „Wenn das noch EINMAL vorkommt, ist das Ganze hier aber sehr schnell vorbei“ – behütete Verhältnisse, wie man sie selten von Festivals her kennt.
Eröffnet wurde das Festival von der bei regioactive.de gelisteten Band Downtown Torpedos (das Interview findet ihr hier), die sich schon mächtig mit Torpedocore ins Zeug legten. Ein kleines Highlight des freitäglichen Nachmittags war die zwei Mann Kombo Pornophonique, die mit Gitarre, etwas Gesang und ihren elektronischen Bandkollegen - einem Commodore 64 und einem Nintendo Game Boy - eine umjubelte, wenn auch sehr seltsame Show ablegte: Gitarrenhüpfer vs. Game Boy-Nerd bringt's so einigermaßen auf den Nenner. Mit den beiden Bands casketnail und longing for tomorrow gab's faustdick auf die Löffel und einen riesen Beitrag zum Aufheizen der ohnehin schon angewärmten Stimmung im Pit. Caliban Sänger Andy widmete später casketnail sogar "seine" wall of death, weil sie am Nachmittag schon ihnen zu Ehren den Versuch starteten die Menge zu teilen.
The Heartbreak Motel boten eine tolle Show mit dem völlig ausgeflippten Sänger Michael, der sämtliche Bühnenbauten erklomm und sich wieder zurück zu seinen Bandkollegen stürzte. Caliban verspäteten sich wegen technischer Schwierigkeiten und mussten deswegen zum Ende hin ihre Show kürzen. Deutlich ist zu sehen, für wen die Hauptmasse gekommen ist. Im Pit wirbeln der Staub und das Publikum um die Wette. Obligatorisch ist für Caliban natürlich die Wall of death. Wer die Truppe einmal live erleben durfte, dem braucht man hier sicherlich nicht viel zu erzählen. Und wer sie noch nicht live gesehen, dem soll hiermit dringendst geraten sein: Zieht euch die Band rein, denn die Jungs lassen er richtig krachen!
Soviel Fazit lässt sich nach einem Tag sicher ziehen: Wenns mal ne Nummer kleiner sein soll, ohne auf Festivalstimmung der herberen Härtegrade zu verzichten, ist das Traffic Jam genau das Richtige.
