auf deutsch durch die nacht
Durch die Ohren in die Beine: Benjammin und die Halogenpoeten
Review/Bericht vom 31.07.2006 | Autor: Sabina Englert
Tags: Benjammin Halogenpoeten
Review/Bericht vom 31.07.2006 | Autor: Sabina Englert
Tags: Benjammin Halogenpoeten
Alle waren sich einig: Nachdem die Ausgabe der DASDING-Netzparade on Stage mit Ben*jammin und den Halogenpoeten im EO Deutschpop deluxe versprach, bot sich den Zuhörern ein Erlebnis, dass mehr als nur gepopt hat. Abgelöst wurde grooviger Elektrofunk von deutschem Rockpop auf hohem Niveau.
Am Freitag, den 28.Juli konnte man jungen Deutschpop im EO erleben. Die DasDing Netzparade on stage lud neben den Halogenpoeten die Voting Lieblinge aus der Netzparadecharts der letzten Wochen, Ben*jammin, ein, dem Publikum kräftig einzuheizen.
Los gehts mit Ben*jammin, die ihrem Ruf als Energiebündel alle Ehre machen. Musik, die durch die Ohren direkt in die Beine geht und zum Mittanzen animiert. Nachdem die sechs Jungs aus Mainz Ende des letzten Monats schon das Southside und auch die Arena of Pop beehrten, schaffen sie es sofort ihre Energie nun auch auf das EO Publikum zu übertragen. Die Musik erinnert ein bisschen an Jamiroquai und auch die Bewegungen von Sänger Ben Hansen animieren auf ähnliche Weise zum mitgrooven. Ben*jammin bieten eine Mischung aus Funk, Pop und eingängigem Rhythmus unterstützt durch Bens soulige Stimme. Das zeigt sich schon am Equipment. Da trifft die Akkustikgitarre auf Turntables, Electro auf Pop und was raus kommt ist Energie, die ansteckt. Die Mainzer bieten die passende Show zu ihrer Musik, sie feuern das Publikum an abzugehen und schätzen scheinbar die Interaktion mit dem (überwiegend weiblichen) Publikum in den ersten Reihen. Schon die Songtitel „Sag es lauter“ und „Spring with me“ lassen erahnen, um was es bei Ben*jammins Musik geht: „verlier die Kontrolle“ und spring.
Der zweite Act des Abends findet sich sozusagen auf vertrautem Boden wieder und kann sofort das Publikum für sich gewinnen. Hatte man die "Ex-Regenwinter" gerade noch auf dem Popakademie Abschlusskonzert in der Alten Feuerwache bewundern dürfen, bekommt man sie nun im EO in voller Länge und um einiges rockiger. Meine Erwartung ging eher in Richtung gediegener Deutschpop und so war ich doch überrascht. Die Halogenpoeten scheinen tatsächlich durch die Namensänderung einen Schuss mehr Rockenergie und Optimismus gewonnen zu haben. So überzeugen die 5 Poeten tatsächlich mit netten Texten und musikalischem Können. Nach heftigem Einstieg, bei dem auch die Band um Sänger Chris Buseck beweisen kann, was sie wirklich an ihren Instrumenten zu leisten vermögen, wird es gegen Ende des Konzertes doch um einiges gefühlvoller. „Nur mit dir“, das erste deutsche Lied aus der Feder des Sängers, erlebt schließlich nur durch den bekanntesten Song „Lass uns die ersten sein“ eine passende Steigerung zum begeisternden Abschluss des Konzerts.
Sabina Englert
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