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Billy Talent - schnell & heftig

Review/Bericht vom 21.06.2006 | Autor: beatrice steimle

Tags: Billy Talent  

Billy Talent Bildergalerie

 

Eigentlich das letzte Wetter bei dem man gerne in einer stark gefüllten Halle steht und sich fragt ob der Schweiß am eigenen Leibe auch wirklich der eigene ist. Draußen wettert der Himmel und öffnet alle Schleusen, in der Hugenottenhalle tummelt sich ein immens gelassenes Publikum unter aller WM-Herrenländer Flaggen und überdimensionalen, aufgeblasenen Fußbällen. Fast ein bisschen skurril in Erwartung der (Punk-) Rocker Billy Talent. Aber bei deren Erscheinen auf der Bühne ist Fußball irgendwas weit entferntes und Rock ’n’ Roll alles, was auf dieser Welt zählt.

 

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Es rockt hart und mächtig, (leider) streckenweise schwer übersteuert aus den Boxen und die in der ersten Reihe wissen, wessen Schweiß sie sonst noch abbekommen - Ben Kowalewicz verausgabt sich ab der ersten Sekunde und in über den Bühnenrand gebeugter Iggy-Pose performed er mit einer nahezu ins Falsetto gepressten Stimme. Das überwiegend neue Material der jüngst erschienenen zweiten Platte mutet vor allem auf der Bühne sehr 80er „Heavy Metal“- mäßig an. Und nicht selten brettern die Riffs als wäre man eigentlich auf einem Metallica-Konzert. Pure Energie - Billy Talent gestatten weder sich noch uns eine Verschnaufpause.

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Entsprechend des vorgelegten Tempos hält man sich mit Ansagen dezent zurück, alle Kraft wird auf das Spiel und den Gesang konzentriert. Und diese scheint nahezu unerschöpflich, eine einzige kleine Ballade (Surrender) und ab geht’s zu den großen Hymnen des Erstlings „Billy Talent“, bei denen jetzt auch erstmals das Publikum textsicher den stimmlichen Gewaltakt Bens zu unterstützen weiß. Schließlich verabschiedet man sich mit River Below von der Bühne und kehrt ebenso temporeich wie das gesamte Konzert gespielt wurde wieder zur Zugabe zurück.

Billy Talent 2006 17

 

Zum Abschied beglücken uns Billy Talent minutenlang mit der Überhymne Try Honesty und verweisen währenddessen noch mal darauf, dass sie Kanadier seien, nichts mit Fußball am Hut hätten und daher getrost der deutschen Mannschaft den Sieg wünschen könnten.

 

Somit landet man nach ungefähr 90 Minuten reiner Spielfreude, höchsten Tempos, völliger Verausgabung der Spieler und enthusiastischem Auf- und Abspringen des Publikums wieder in der deutschen WM-Realität.

beatrice steimle

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