nachsitzen beim teacher
KRS-One und Busy Bee live
Review/Bericht vom 31.05.2006 | Autor: Andreas Margara
Tags: KRS-One Busy Bee Scott La Rock Big L Geronimo Wu-Tang Cocheze Busy Bee James Brown
Review/Bericht vom 31.05.2006 | Autor: Andreas Margara
Tags: KRS-One Busy Bee Scott La Rock Big L Geronimo Wu-Tang Cocheze Busy Bee James Brown
Bevor KRS-One gegen halb 11 selbst attacken darf, wechselt das Mic noch zwischen verschiedenen Rappern aus der Fächerstadt hin und her, bis Geronimo MC die Bühne vor einem, naja, halbwegs angeheizten Publikum, freigibt. Passend zum Wu-Tang Instrumental Triumph beginnt dann allerdings der Triumphzug des Boom Bap Emcee’s. Seine Freude beim emceen ist sofort zu spüren, die Crowd dankt ihm die ersten beiden Hits MC’s Act Like They Don’t Know und Black Cop und ist restlos begeistert. Einzig das auf Jams so häufig zu niedere Miclevel und die etwas schlecht ausbalancierte Soundanlage lassen zu wünschen übrig. Die Abstimmung mit Busy Bee und S Five klappt perfekt auf der Stage. Peace, Love, Unity and havin’ fun wird immer wieder mit “the real hiphop is over here” Rufen zelebriert.
Eine Widmung an verstorbene Produzenten und Rapper, auch Big L, der an diesem 30. Mai seinen 32. Geburtstag gefeiert hätte, sind Teil der Show. Edutainment ist die Stärke des Teachers und so fügt KRS-One permanent Aussagen in seine Freestyles und Ansagen ein, ohne dabei jedoch belehrend zu wirken. Love’s Gonne Getcha, 9mm Goes Bang und natürlich der BDP Klassiker South Bronx treiben die Menge fast bis zum erschöpfenden Abgehen. Da wirken auch die I AM HIP HOP Shirts der Artists keinesfalls fehl am Platz. KRS’ Zögling S Five bekommt dann schließlich Zeit für seinen Dear HipHop Brief, den er acapella vorträgt. Kein Track von KRS-One, den man heute nicht kennt: Sound Of Da Police, das Überbrett Outta Here und die B-Boy Hymne Step Into A World folgen direkt aufeinander. Natürlich wird dazu auch gebreakt. Busy Bee verkörpert dabei die Urfunktion des Emcees, wie schon im Film Wildstyle. Kristyle ist eins mit dem Publikum und deshalb lässt er es sich auch nicht nehmen in die Menge einzutauchen, um dort spontan sein Programm weiterzuführen. Außer verbalen Attacken gegen sein Ex-Label Jive wird auf unnötige Disses verzichtet. Der Disstrack The Bridge Is Over, einst entstanden um Marley Marl und MC Shan zu verdeutlichen dass Rap seinen Ursprung nicht wie von ihnen behauptet in Queensbridge, sondern in South Bronx findet, wird so gesehen nur in Anlehnung an alte Zeiten performt.
Damit ist der Auftritt aber noch nicht gelaufen. Mit Criminal Minded und I Can’t Wake Up erscheint KRS-One noch einmal im Szenario. Die B-Boys dürfen noch einmal ran und damit die Fünf Elemente des HipHop (zur höchsten Zufriedenheit von KRS) auch komplett sind, gibt es Freestyle satt zur Beatbox, in Kooperation mit den ansässigen Reimtalenten aus Karlsruhe. Eine extrem beeindruckende Performance, wie sie wohl nur noch wenige wahre Masters of Ceremony auf dem Kasten haben.Kontakt | Über regioactive.de | Jobs | Backstage | Partner | Mediadaten | Presse