ihr name ist Emiliana Torrini

Von Sabina Englert. Veröffentlicht am Dienstag, 18. April 2006
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Emiliana Torrini... das ist Hängematte-schaukeln-Musik, mit einer Stimme, die einem Glockenspiel gleicht, ein bisschen Jazz, ein bisschen Folk, Xylophon, Akkordeon und Lieder, die Sehnsucht nach dem Meer wecken.

Ihre Konzerte versprühen immer eine ganz besondere, verträumte Stimmung und so dankte es ihr das Publikum am Mittwoch gebührend, dass sie eines der beiden einzigen Deutschlandkonzerte in der Alten Feuerwache spielte. Das halbstündige Vorprogramm bestreitet der Gitarrist ihrer Band, Steve Finn, in gewohnter und dem Rahmen angemessener Singer/Songwriter Manier mit leisen akustischen Klängen, die an James Blunt, Damien Rice und manchmal an Country oder Irish Folk erinnern.

Gegen 22:00 klatscht der Saal Emiliana dann quasi aus dem Backstage heraus und sie betritt mit ihren 3 Musikern die Bühne. Die 27-jährige Isländerin mit Wohnsitz in Brighton spricht eine Mischung aus deutsch und englisch mit jeweils sympathischem Akzent und bezaubert das Publikum sofort mit ihren lustigen Geschichten. Ihr machte es sichtlich Spaß mal wieder deutsch zu sprechen, und da sie deutsch sowieso für die lustigste Sprache hält, kreiert sie munter neue Worte und sorgt für viel Spaß im Publikum.

Sie spielt beinahe alle Lieder ihres neuen Albums ‚Fisherman’s Woman’, und fesselt das Publikum von Anfang an mit ihrer einzigartigen Stimme. Von ‚Snow’ zu ‚Lifesaver’, klingt der Großteil ihrer Stücke sehr organisch und warm, ihre Stimme ätherisch. Im Gegensatz zu ihrer vorherigen Platte überwiegen die akustischen über die elektronischen Elemente - Klavier, Xylophon, und Akkordeon. Die Arrangements wirken schlicht und eindringlich, nahezu puristisch um Emilianas Stimme gebaut.

Aus ihrer Zeit in Amerika, stammt das Lied ‚Honeymoon Child’, geschrieben von Bill Callahan (Smog), den sie dort traf und der sich zur Enttäuschung der zierlichen Sängerin, die ihn sehr bewundert, als extrem schweigsam entpuppte. Mit ‚Heartstopper’ folgt wiederum eine kurze Geschichte über ihre beste Freundin und einen Streit, der sich mit genügend Wodka schließlich in Wohlgefallen auflöste.

So schafft es Emiliana nicht nur das Publikum ständig zum schmunzeln zu bringen, sondern man hört sich die Texte genauer an und gewinnt schließlich den Eindruck, dass sie weniger Fee als Kobold ist. Ein Schelm, der sich durchsetzen kann, wenn es drauf ankommt, der Streitereien liebt und sehr temperamentvoll ist, obwohl nach außen bisweilen alles so zart, naiv und kindlich wirkt.  

‚Next Time Around’, ein Cover der britischen Songwriterberühmtheit Sandy Denny überzeugt ebenso wie ‚Sunny Road’, ‚Fisherman’s Woman’ oder mein Favorit ‚at least it was’. Emiliana gelingt es mit jedem Song eine ganz bestimmte Stimmung zu vermitteln. ‚Unemployed in summertime’, über den Aufbruch von Island nach London als sie 21 war, sich eigentlich einen Job suchen sollte, es aber vorzog arbeitslos den Sommer zu genießen, macht beispielsweise einfach nur Lust auf Sommer und Reisen.

Als Zugabe gibt es schließlich einen  Song, noch ohne Titel und gerade mal 2 Wochen alt, als kleinen Vorgeschmack auf Neues von Emiliana. Man darf also gespannt sein...  

Videos

Emiliana Torrini - Jungle Drum

Emiliana Torrini - Big Jumps

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