giant panda
Im Tierreich symbolisiert der Riesenpanda eine vom Aussterben bedrohte Spezies. Ähnlich verhält es sich hierbei mit der Rapcrew Giant Panda aus Los Angeles im Bereich des HipHop. Als eine der wenigen Crews, halten sie mittlerweile stolz die Fahne nach oben, qualitativ hohen Rap noch nach traditionellem Muster zu repräsentieren, um dabei dennoch innovativ und funky zu sein. Die Emcees Maanumental und Newman sind diesmal leider ohne ihren Plattenmeister Chikaramanga in Weinheim angereist, welcher dem Auftritt wohl noch das gewisse Etwas verliehen hätte. So müssen sie sich während der Reimphasen stets selbst um die Turntables kümmern. Trotzdem liefern die Beiden im recht gut gefüllten Cafe Central eine ganz ordentliche vorab Show.

Gleich zu Beginn der Performance von Ugly Duckling unterstreicht Young Einstein bei seinem Intro die große Bedeutung eines Live-Deejays mit gekonnten Raffinessen an den rotierenden Tellern. Auch die Emcees Dizzy Dustin und Andy Cooper stellen sich der Audience getreu nach Oldschool Manier erst einmal vor. So ist auch allgemein das Konzept der Crew aus Long Beach, Kalifornien aufgebaut: Entertainment mit einer gehörigen Portion Oldschool-Flavour, den sie schon in allen fünf Kontinenten der Erde verbreitet haben.

ugly duckling© Thomas Rühl

Dann bekommt D.J. Young Einstein von Diz endlich seine übertrieben dicke Oldschool-Déjà-vu Goldkette umgehängt, um damit den Track Eye On The Gold Chain einzuspielen. Neben immer wieder ausgedehnten Flirts mit dem Publikum folgt der nächste Track Now Who’s Laughing von der „Fresh Mode EP“. 

Humoristische Einlagen, bei denen zum Beispiel Dizzy Dustin von der Bühne verschwindet, sich mit dem Rest der Crew anfeindet und als Durag-tragender-G zurück on stage meldet, dürfen ebenso wenig fehlen wie weitere sensationelle Cuts’n’Scratches vom jungen Einstein. Dieser sprengt an diesem Abend die Relativitätstheorie und gefällt mir mehr als nur „relativ“ gut. Passend zu Dizzy’s Outfit folgt der Titel Mr. Tough Guy von der „Combo Meal LP“. Back to basics ist die ganze Show angelegt und deshalb darf auch das Stück I Did It Like This, zu dem das Publikum den Chorus beisteuert, keinesfalls fehlen. Eine Hommage an die Beastie Boys und die textliche Variation von Biz Markie's Nobody Beats The Biz auf Nobody Beats The Diz sind nur ein Teil der Respektserweisung an die traditionellen Rapacts.

ugly duckling
Als Zugabe des rundum sehenswerten Auftrittes von U.D. kommt natürlich noch der Überhit Everybody C’mon, ehe der Spaß mit dem nachdenklich-sphärischen Track Journey To Anywhere vom gleichnamigen Album langsam ausklingt. 

Bleibt nur zu hoffen dass kein Politiker im Zuge der Vogelgrippe Stallpflicht für Ugly Duckling auf dem Rest der Deutschland Tour fordert.

http://www.uglyduckling.us

Andreas Margara

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