zupfgeigenhanseln Pohlmann spielt auf im Vorprogramm von Xavier Rudd

Von Patrick Jung. Veröffentlicht am Sonntag, 2. April 2006
Abonnierbare Themen: pohlmannxavier rudd


Bunte Tücher und jede Menge Instrumente auf einem Haufen – Didgeridoos, Congas, Bongos und was noch alles. Erste Assoziation beim Blick auf das eigenartige Gebilde: Strandgut. Sieht das immer so aus bei Surfers zuhause? Dann wird ein Hocker davor gestellt, eine Gitarre darauf gelegt und ein junger Herr mit blondem Haar betritt die Bühne.

 

Nimmt die Gitarre vom Hocker und selbst Platz auf ebendiesem. Vorabapplaus. Lächelt ins Publikum, „guten Abend, ich bin die Vorband. Pohlmann, mein Name.“ Erwartungsfrohe Stille. Zupft die ersten Akkorde auf seiner Taylor, schließt die Augen, legt den Kopf schräg, „...und dann stell ich mir vor ich käm’ nicht von hier...“. Das Leben Ist in der Lagerfeuerversion ohne stützende Streicher. Vielleicht wird das Klangholz hinter ihm ja atmosphärenfördernd verfeuert?! Applaus, strahlendes Lächeln, „dankeschön“, ein schneller Schluck aus der Wasserflasche, die Zuhörer sind schon wieder ganz, ganz leise, warten, dass er den Dämon anfleht, ihn freizugeben.

 

Die knisternde Spannung lockert er auf, erzählt von der Freundin, die er hatte, mit der es nicht geklappt hat, so dass es schnell wieder vorbei war, wie er (zu) kurz darauf wieder eine Freundin hatte, mit der es genau so lief, man sich trennte und sein Herz gleich danach schon wieder entflammte. Als es da auch nicht wie gewünscht funktionierte, ging ihm ein Licht auf: „am Anfang eines Tages lohnt sich das Wagnis allein zu sein.“

 

Bewegung kommt ins Spiel bei Der Junge Ist Verliebt, der Song groovt auch in der Unplugged-Version. Gleich Wenn Jetzt Sommer Wär nachgelegt, Zeit zum Befeuchten der Kehle bleibt kaum, das Kapo muss ja auch zwischendurch an den Gitarrenhals gefummelt werden. Das Mikro singt er stets seitlich von unten an, wenn er nach den Liedern die Lider wieder öffnet strahlen seine Augen kindliche Freude aus, das Lächeln wird immer breiter.

 

Nach dem Titelsong seiner aktuellen CD Zwischen Heimweh Und Fernsucht wird er gebührend verabschiedet. Mir hat der auch auf dem Tonträger meist recht spärlich gehaltene Unterbau durch die Band nicht gefehlt.

 


Danach Verabredung zum Interview (demnächst hier) am Merchandise-Stand. Den Auftritt des australischen Hauptacts Xavier Rudd bekommen wir mit, egal in welche Ecke wir uns zum Gespräch verkriechen. Stammesgetrommel, Stampfrhythmus, Didgeridoo, Mundharmonika, Lapsteel – wie viele Leute da wohl auf der Bühne stehen? Wir schaffen es für die vier letzten Songs vor die Bühne.

 

Inmitten des eingangs erwähnten Instrumentenhaufens sitzt barfüßig, dreitagebärtig, sonnenbleichblond ein Mann mit sanfter Stimme, die einen erinnert an..., ja, an wen nur? Vor ihm tanzt die Menge zu seinen Versionen von The Wind Cries Mary und No Woman No Cry, abschließend gibt es sein Eigenwerk State of Mind zu hören. Während der Zugabe, Paul Simons Late In The Evening, fällt der Groschen, da singt er den Song, der zuvor im Hinterkopf rumspukte. Insgesamt ein Abend der unverstärkten Töne, die umso mehr aufhorchen ließen.

Videos

Pohlmann - Wenn Sie Lächelt

Pohlmann - König Der Straßen

Pohlmann - König der Strassen

Pohlmann - Wenn jetzt Sommer wär (Sommerversion)

Pohlmann - Für Dich

Pohlmann - Wenn es scheint, dass nichts gelingt

Pohlmann - Wenn Es Scheint- Dass Nichts Gelingt

Pohlmann - Der Junge Ist Verliebt

Region:

Heute in der Region

Demnächst in der Region

Tourneen und Festivals

Info?

Promoted Event