schwedisches seifenkistenrennen im 5 sterne-hotel
Logh, The Grand Mirage und Soapbox
Review/Bericht vom 16.01.2006 | Autor: Andreas Borowski
Tags: Logh The Grand Mirage Soapbox
Review/Bericht vom 16.01.2006 | Autor: Andreas Borowski
Tags: Logh The Grand Mirage Soapbox
In der Umbaupause werden Tisch, Mixer und Laptops mit Äpfelchen auf die Bühne gehievt. In stilvoller Schale und schuhlos betreten Maike Rosa und Konstantin Gropper, besser bekannt unter dem Namen The Grand Mirage die Bretter, die die Welt bedeuten. Das Gesamt-Bild wechselt von Rock-Keller zur Theater-Bühne. Was folgt, ist circa eine Stunde Programm, in welcher für Kopf, Herz und Beine ausgesorgt ist. Melodiös und rhythmisch werden Industrial und Breakbeatz mit Samples aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kombiniert und von einer bezaubernden Stimme angeführt. Das Ergebnis sind eingängige Songs und Duette, die gekonnt in ein Electronic-Gewand gepackt werden. Man bemerkt kaum, wie sich Logh leise auf der Bühne verteilen und ihre Instrumente in die Hand nehmen. Der Sänger und Gitarrist Mattias Friberg lässt die Gitarre sprechen und leitet die Show mit einer Ballade ein, die melancholisch und leise für Aufmerksamkeit sorgt. Mit emotionslosem Blick führt, was sich nach Norwegen anhört, aber Schweden ist, von federweich traurig bis peitschend rührend durch ein dynamisches Programm. Immer wieder erreichen sie einen neuen Höhepunkt an Energie, nachdem sie gänzlich und phasenweise instrumental zum Atem des Publikums „flüstern“. Ihren wirklichen Zenit erreichen sie aber erst während der Zugabe im letzten Stück. Man spürt dennoch die ganze Zeit über, dass die Band jede Note und jeden Härtegrad wissentlich einsetzt. In Sachen Dynamik wurde man an diesem Abend voller winterlicher Musik auf alle Fälle verwöhnt.
Andreas Borowski
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