viele lieder über liebe

Die Hansen Band live

Review/Bericht vom 15.12.2005 | Autor: Matthias Weißmann

Tags: Die Hansen  

Da ist es wieder. Da ist wieder dieses wohlig warme Gefühl von Ehrlichkeit und Authentizität, wie eine Heimkehr in eine jahrelang vertraute und liebgewonnene Atmosphäre. Das „Grand Hotel van Cleef“ hat wieder eingeladen und eine ganze Heerschar von Stammgästen in seinem Salon versammelt, um heute die neueste Creation des Hamburger Hauses dem Darmstädter Publikum vorzustellen, die „Hansen Band.“ Am Mikrophon: Jürgen Vogel, bekannt aus Funk- und Fernsehen. An den Instrumenten: Eine bunte Allstar-Bande aus dem hohen Norden, in Gestalt von Marcus Wiebusch (Kettcar), Thees Uhlmann (Tomte), Felix Gebhardt (Home Of The Lame) und Olli Schulzes „Hund Marie“ Max Schröder. Entstanden aus dem Kinofilm „Keine Lieder über Liebe“ und mit dem berechtigten Erfolg für ein grandioses Album gesegnet, tourt der Herren-Fünfer nun für einige Konzerte durch Deutschland.

Und noch bevor der Hauptgang des großen Dinérs zwischen alltäglichen Geschichten und großen Visionen aufgetragen werden sollte, bekam die geladene Gästeschaft von den Hoteliers noch ein kleines nachträgliches Nikolauspräsent überreicht.

Marcus und Thees entern mit einer Akustikgitarre und einem stromverstärkten Zupfapparat bewaffnet die Bühne und geben zwei der schönsten Songs ihrer Stammbands zum Besten. Der Saal bedankt sich überrascht, gerührt und applaudierend für „Balu“ und „Die Schönheit der Chance.“ Jungs, alleine dafür könnt ihr mir schon die Präsidenten-Suite reservieren.

Nach der erfrischend saftig klingenden Supportgruppe „Walking Concert“ beginnt nun eine Stunde voller Leben, über Hoffnung und Liebe, Trauer und Trost, Nachttankstellen, Kaffeeautomaten und sexy Hydranten. Zehn große Songs, vorgetragen voller Emotion und Leidenschaft, garniert mit Geschichten aus dem Tourbus... „Vogelmanns“ Essgewohnheiten (Pommes mit Latte Macchiato), Massenpogo mit sich selber tanzenden Uhlmanns und aus der Küche springende Raststättenkochs die auch den Namen Vogel tragen.

Der geneigte Betrachter sieht tanzende Menschen, konzentrierte Zuhörer und ist gewillt sogleich die Rezeption aufzusuchen um den Aufenthalt im Grand Hotel schnell zu verlängern. Doch leider scheint eine Abreise unausweichlich, denn mit „Frankreich“ und „Baby Melancholie“ bringt die Zugabe das Ende Schritt für Schritt näher. Tjaja, die Koffer sind gepackt und bei einigen meine ich eine kleine Träne im Augenwinkel entdecken zu können. Wie war das doch noch schnell? Viele kurze Urlaube sind oftmals schöner als ein langer? Das mag sein, dieser hier war es jedenfalls vollkommen wert. Wir werden das Haus auf jeden Fall wieder beehren, vielleicht schon ganz ganz bald. Schon alleine wegen dem schönen wohlig warmen Gefühl.

Matthias Weißmann

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