don't label us Go-Kart feiert unter Polizeischutz sein zweites Showcase
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Während alles vor die Hunde zu gehen scheint und man nirgends mehr auf der sicheren Seite ist, gibt’s doch Dinge die sich aufmachen beständig zu sein. Go-Kart bringt zum zweiten Mal nach einem Jahr ein Line-up auf die Bühne, das, allen äußeren Widerständen zum Trotz, stolz das Etikett „Don’t label us“ tragen kann und als weiterer Erfolg des aufstrebenden europäischen Ablegers von Go-Kart verbucht werden darf.
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Ganz dem Motto entsprechend, ward ein Spektrum Bands geboten, die sich tatsächlich schwer in Schubladen pressen lassen und schon gar nicht alle in eine. Für jeden der ca. 250 Anwesenden dürfte sich ein Favorit hervor getan haben, was jedoch gleichbedeutend mit der Qual der Wahl war. Wer pünktlich kam (ausdrücklich erwünscht und für die ersten 50 mit Go-Kart-Sampler belohnt), bekam satte sieben Bands auf’s Ohr.
Mit dem Line-up wurde die Entwicklung des Labels unterstrichen, weitere deutsche Bands sind im Boot und an diesem Abend mit auf der Bühne. Randy's Ripchord (Hamburg), The Go Faster Nuns (Bamberg) und Ira (vom Bodensee).
Die sexy Ladys von Randy’s Ripchord kamen glücklicherweise weder im Strick noch als rosa Barbiemobil getarnt auf die Bühne und lieferten den Beweis, dass es auch noch gute Bad Girlzzz an den Gitarren gibt, was in Deutschland sicher noch seltener als im Rest der Welt anzutreffen ist.
Nervous Nellie gehören neben Ira zu den beachtenswertesten Acts des Abends. Man kann 
getrost von solidem Indierock sprechen, den die Schweden mit der richtigen Prise Eigenwilligkeit würzen. Eindrucksvoll stellen sie unter Beweis, warum sie die Emergenza-Gewinner anno 2003 waren. Gekonnt ist gekonnt und eigentlich müssten sie mit ihrem neuen Album direkt in die Charts gehen. Denn was sich dort in Sachen „Alternative“ tummelt, kann sich hier getrost noch eine Scheibe abschneiden. Zum absoluten Höhepunkt ihres Gigs avancierte als Nervous Nellie zum letzten Song ihren schnauzbärtigen „don’t be afraid of the mustache“- Merch-Mann auf die Bühne holten, der die beiden Randy’s Ripchord-Damen mitschleppte. Alle zusammen lieferten sie die Show des Abends. Man darf sich wundern, welch willenlose Menschen hinter Verkaufsständen stehen, gegen diesen jedenfalls wirkten Nervous Nellie selbst ziemlich zahm!

Als Ira die Bühne enterten, wurde nicht nur das Licht dunkler. Sie entfesselten einen emotionalen Sturm, der nichts für schwache oder gar deprimierte Gemüter war. So viel düstere Leidenschaft und Intensität muss man erst einmal auf die Bühne bringen. Schwer zu sagen, ob das nun sexdimensional ist - aber keine Frage, dass Ira tief unter die Haut gehen und unmittelbar das zentrale Nervensystem eurhytmisieren. Für Fans von Godspeed, Neurosis etc. sind sowohl die Liveauftritte als auch die Platte ein Muss!
Leider lassen fette Line-ups wenig Raum für Zugaben. Zudem wurde die Aufmerksamkeit auf Dinge außerhalb des Hauses gelenkt.
Dass ein Typ mit Megafon in der vorangegangenen Umbaupause zur Spontandemo gegen einen rechtsradikalen Anwohner aufrief, fand weder Gehör (auch das Sprechen mit Megafonen verlangt eine gewisse Ausdrucksfähigkeit) noch Gefolgschaft. Offensichtlich gelang es ihm dennoch etwas anzurühren, denn während man mit Ira noch in anderen Sphären schwebte, sammelten sich draußen vor der Tür ca. 30 Neonazis. Dank des massiven Polizeischutzes (bis die letzte Gitarre im Haus verklang, stand noch eine Streife parat) wurden diese von weiteren Aktionen abgehalten und verzogen sich. Die Veranstaltung konnte unbehelligt weiter geführt werden, vom Kollegen mit Megafon ward natürlich nichts mehr gesehen. Einige traten zu diesem Zeitpunkt ihren – hoffentlich sicheren – Heimweg an.
Jetzt erst recht; die The Go Faster Nuns und Bambix rockten trotz oder gerade wegen den äußeren Umständen respektabel die verbleibende Menge!
Mit diesem zweiten Showcase-Erfolg kann man sich sicher sein, dass Go-Kart noch eine ganze Weile in der europäischen Labelszene mitmischen wird und man darf voller Freude all die weiteren Showcases erwarten ...
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