looptroop rockers Looptroop Carneval in Heidelberg

Von Andreas Margara. Veröffentlicht am Mittwoch, 12. Oktober 2005
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Rap aus Schweden? Klar, Looptroop haben sich längst in ganz HipHop-Europa und auch im Norden von Amerika mit ihrem englischen Sprechgesang bewährt. Dieser zeichnet sich inhaltlich durch Kritik struktureller Missstände in der Gesellschaft, fernab von Gewalt, aus. Zurzeit sind sie mit ihrem neuen Album „Fort Europa“ auf Carneval Tour und machten auch in Heidelberg halt. Support kommt von Freestyle, DJ Large und Chords & Timbuktu.


Mit Freestyle, dem ehemaligen Arsonist aus Bushwick / Brooklyn, geht’s an diesem Abend im Karlstorbahnhof zeitig zur Sache. Seinem Namen macht er alle Ehre, da seine Auftritte von spontanen Improvisationen im flowigen Rhymestyle leben. An den Plattentellern, unterstützt von CD-Mixern, steht DJ Large aus Schweden. Mit Chords & Timbuktu bekommt dieser auch gleich schwedische Unterstützung auf der Bühne. Timbuktu ist in Schweden zurzeit der erfolgreichste Emcee und auch durch einige Looptroop Releases in Deutschland und dem Rest vom Fort Europa unlängst bekannt. Trotz seines kleinen Erscheinungsbildes verbringt er an diesem Abend Großes in Sachen Wortgewandtheit und Move the Crowd.

Nach diesem hochkarätigen „Vorprogramm“ war es dann Zeit für die Headliner Looptroop. Drei Mics für Supreme, Cosmic & Promoe, die englischsprachigen Rapper aus Skandinavien. DJ Embee an den Wheelz plus Schlagzeug, an dem er immer wieder mal im abendlichen Verlauf ein paar Einlagen bringt. Dass die Looptroop Crew einer der Besten Live-Acts in Europa sind, stellen sie auch diesmal wieder eindrucksvoll unter Beweis. Auf eine kleine Choreografie im abgestimmten blauen Looptroop Jersey folgt sofort der Smasher Looking For Love vom Voralbum The Struggle Continues, der das Publikum ordentlich zum bouncen bewegt. Als Embee dann noch den Beat zu Promoes Solostück Off The Record einspielt, ist die Menge nur noch ein einziger springender Haufen. Die Looptroop Rockers um Promoe, der sich mit seinem meterlangen Bart wieder einmal dekorativer als die Accessoires Abteilung von IKEA gibt und eher an einen gallischen Druiden erinnert, als an einen schwedischen Hünen, bringen heute neben meist sehr politischen Texten auch jamaikanischen Reggae-Flair nach Heidelberg. Ein pumpender Beat jagt den Nächsten. Auf die Liebeserklärung an die Bandit Queen folgt die 12“ Auskopplung Don’t hate the Player und dann die Single zum gleichnamigen neuen Album Fort Europa (HIER kann man das Video kostenlos downloaden!). Auf die vielen Zugabeforderungen performen die Vier Schweden erst The Struggle Continues, um dann zusammen mit Chords & Timbuktu den Bush-kritischen Track Hurricane George abzufeuern. Auch Freestyle beteiligt sich hier nochmals am Bühnengeschehen.

Alles in allem bleibt nach diesem faszinierenden Auftritt festzuhalten, das Schweden einiges mehr zu bieten hat als Elche, ABBA und Mittsommernacht: Looptroop Rockz!

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