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George Clinton: Review & Galerie
Review/Bericht vom 14.07.2005 | Autor: Christian Petersen
Tags: George Clinton
Review/Bericht vom 14.07.2005 | Autor: Christian Petersen
Tags: George Clinton
Der Mastermind der Mothership Connection von Parliament und Funkadelic, George Clinton, zu Gast in der Centralstation Darmstadt. Seit über 30 Jahren sind die Live Shows mit Parliament Funkadelic optisch wie akustisch berühmt und berüchtigt. Zu recht: Ein wahrer Bildersturm und ein äußerst fetter Eindruck der Gattung P-Funk.
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Wer George Clinton nur vom Namen kennt, muss sich nur an die legendäre Zeit des Westcoast-HipHops Mitte der Neunziger erinnern: Snoop Dogg, Dogg Pound, Warren G und vor allem Dr. Dre verwendeten seine Musik fast eins zu eins. Ob als Chorus oder Sample, sie war allgegenwärtig - woraus auch der Begriff G-Funk (Gangsta Funk), eine Ableitung aus P-Funk (Psychodelic Funk), entstand. Allgemein hat der Sound der Mothership Connection von Parliament und Funkadelic zeitgenössischen HipHop als auch Funk geprägt wie wie kaum ein anderer, man denke nur an Rick James oder Prince oder, sozusagen tagesaktuell, Lil’Jon. Ein Mix aus X verschiedenen Richtungen, neben Black Music auch ein gehörig Maß Acid Rock. Oberster Live-Grundsatz: Stage Acting wie man sich gerade fühlt.
In George Clintons Dunstkreis befanden sich Künstler wie Bootsy Collins oder Bernie Worrell, der in Darmstadt ebenfalls mit auf der Bühne stand, sich aber eher im Hintergrund hielt. Insgesamt ein beeindruckender Aufmarsch musikalischer Größen: So stand unter anderem Lili Haydn auf der Bühne, die u.a. schon für die Rolling Stones, Jimmy Page, Bush oder das L.A. Philharmony
Orchestra spielte. Ihr Auftritt war eines der Highlights, nicht umsonst bezeichnete George Clinton sie als Jimmy Hendrix der Violine. Die Kraft, Genialität und Einzigartigkeit ihrer Performance war symptomatisch für das Konzert und die gesamte musikalische und perfomende Belegschaft. Eine Ansammlung unterschiedlichster Typen, Musik- und Kleidungsstilen. HipHop, Soul, Funk, Rock, Folk oder Klassik - Mr. Funkenstein verstand es wie eh und je das bunte Treiben zu verbinden und daraus eine komplexe Homogenität zu generieren. Sich selbst nahm er sehr zurück, was vielleicht an seinem, mittlerweile sehr sichtbaren, Alter liegen mag, möglicherweise aber auch schlicht am Selbstbewusstsein einer lebenden Legende.Diese relative Zurückhaltung konnte er sich auch leisten, denn das restliche Geschehen auf der Bühne war wesentlich offensiver. Allen voran der Tänzer Sir Nose, der seinen Namen nicht von ungefähr trägt. Angetan mit überdimensionaler Karnevalsnase und Federoutfit sorgte er mehrmals für Verwirrung auf der Bühne und im Publikum. Show oder Selbstdarstellung? Auf jeden Fall äußerst unterhaltsam. Alle Akteure zu erwähnen, würde zwar diesem konzertanen Ausnahmeereignis nur gerecht, aber bei insgesamt 23 Musikern den Rahmen mehr als sprengen. Daher eine kleine Auswahl: Besonders beeindruckend die Auftritte von Georges Enkelin(!!) Sativas, (jaja, benannt nach einer Marihuanapflanze), die mit ihrem Rapstil und ihren eindeutigen Texten stark an die frühe MC Lyte erinnerte, Kendra Fosters, Belita Woods und Steve Boyds. Erwähnenswert auch Gitarrist DeWayne „Blackbird“ McKnight. Ebenfalls furios die Einlagen des Tänzers und Sängers Gene „Poo Poo Man“ Anderson und allen voran der in Windeln auftretende Garry „Starchild“ Shider.
Ein äußerst gelungener Abend, eine Augen- und Ohrenweide. Allgemeines Tanzen oder zumindest Zucken in der gesamten Centralstation war die Folge dieser karnevalistisch-groovenden Bühnenshow, George Clinton und sein bunter Haufen wissen wie man ein Publikum abkocht und dabei selbst einen Riesespaß hat. The mothership has landed!
Bilder: Philip Fieber
Christian Petersen
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