Was haben James Brown, Fred Wesley, Bootsie Collins, George Clinton, Ray Charles, Prince und die Red Hot Chilli Peppers gemeinsam? Sie alle haben schon auf die großartigen Künste des Saxophonisten Maceo Parker zurückgegriffen. Der war mit mittlerweile eigener Band am Donnerstag in der Alten Feuerwache in Mannheim zu Gast.
Leider hat man in Europa noch nicht so viel von seinem Können registriert, was wohl auch ein Grund für das schlecht besuchte Konzert sein könnte. Dabei handelte es sich um einen Pflichttermin für jeden Musikbegeisterten, waren hier doch die Wurzeln moderner Musikrichtungen zu hören und zu spüren. Musik, die Helden wie Bo Diddley, Chuck Berry oder Nina Simone geprägt hat und ohne die, die heute gängigen Musikstile wie HipHop, House oder Rock undenkbar wären. Immerhin ist zu konstatieren, dass das Publikum teilweise aus sehr jungem Publikum bestand, was immerhin Anlass zu Hoffnung gibt. [
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Das Konzert begann etwas schleppend. Man vermisste zunächst das Feuer, das Maceo auf früheren Konzerten auflodern ließ und womit er gewöhnlich die Menge in Extase spielt. Einzig sein Sohn Corey, der neben dem Backgroundgesang auch ein paar Fronteinlagen hatte, war von Anfang an extrem motiviert, was er neben der insgesamt recht müde wirkenden Band deutlich zur Schau stellte. Nachdem sich Maceo und das Publikum schließlich an einander gewöhnten, wurde brillantes Entertainment geboten, welches mit zunehmender Begeisterung seitens der Fans belohnt wurde. Den Slogan „if you can talk, you can sing, if you can walk, you can dance“ übernahm schließlich auch das Mannheimer Publikum, auch wenn es, sorry Pop Metropole, in Puncto Mitklatschen oft an Timing und rhytmischer Festigkeit haperte.
Die Pause zwischen letztem offiziellen Song und Zugabe geriet eine Spur zu lange. Geschlagene 10 Minuten musste das Publikum nach Zugaben rufen bis Maceo und Band endlich wieder die Bühne betraten. Dann begann das Konzert allerdings erst richtig und dauerte doppelt so lange wie der bis dahin „reguläre“ Teil. Möglicherweise handelte es sich hierbei um einen kleinen Trick des alten Hasen, um das bis dahin relativ steife Publikum aus der Reserve zu locken ... ab diesem Moment gab jeder Volldampf. Maceo Parker schüttelte Hits wie „Soul Power“ und „Pass the Peas“ immer lockerer aus dem Ärmel. Auch seine Band wirkte immer entspannter und es entwickelte sich tatsächlich noch eine echte Funksession.
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Der Meastro verstand es auch glänzend, sich nicht zu sehr in den Vordergrund zu spielen und machte in regelmäßigen Abständen auf seine Band und seinen Sohn aufmerksam. „What about the Band?“ erinnerte er immer wieder. Klar, dass jemand, der mit Bühnengrößen wie James Brown und George Clinton alle Konzertsäle westlich von Santa Fe unsicher machte, erstens weiß, wie es ist als Musiker im Schatten eines charismatischen Frontmans zu stehen und zweitens wie aufgeschmissen jeder große Name ohne eine gut eingespielte Band ist. Und die zeigte bei ihren zahlreichen Soloparts das unglaubliche Talent, das sich da in der Feuerwache versammelte. Nach geschlagenen drei Stunden war dann jedoch endgültig Schluss. Auch wenn es für Maceo Parker ein eher durchschnittliches Konzert gewesen sein mag, hat er dennoch in Mannheim für ein musikalisches Highlight gesorgt.
Christian Petersen
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