Die Gruppe Te Deum vereint junge und alte Metal-Fans. Seit dem Auftritt von Tais wissen rund 60 Besucher der vierten Ladenburger Indie-Rocknacht, dass in Dielheim Kerwe war. Frontmann Marco Ritz wies öfter darauf hin. In der Kraichgau-Gemeinde bei Wiesloch wird neben weinseliger Beschaulichkeit aber auch feiner Punkrock gepflegt. Das bewies das Quartett als Vorgruppe von Te Deum beim jüngsten Konzert in der Pflastermühle, dem Veranstaltungsraum des Jugendzentrums "Die Kiste".
Beide Bands, Tais sowie Te Deum aus Wiesloch, gehören zur Big-Noise-Community. Dieser Verbund von mittlerweile 14 regionalen Rockgruppen veranstaltet gemeinsame Konzerte. Junge Musiker und ältere Hasen helfen sich gegenseitig mit dem Ziel, eine lebendige Untergrundszene aufzubauen. Die von Rainer Döhring, dem Chef des Kiste-Trägervereins, initiierte Konzertreihe der Indie-Rocknacht gab jetzt den Rahmen ab für ein kleineres Big-Noise-Konzert.

Te Deum, das 1994 gegründete Sextett, begeisterte mit seinem grandiosen Melodic Metal die Gäste in der Pflastermühle. Junge New-Metal-Fans strapazierten vereint mit älteren Anhängern melodischen Hardrocks ihre Nackenmuskulatur: Schon das erste Stück, "Its over" vom aktuellen Album "Another", lässt die Köpfe der Zuhörer heftig auf und ab wippen. Die kleine Bühne schien fast zu eng für das explosive Gebaren des neuen Sängers der versierten Combo: Der 23-jährige Joachim Fiebig aus Mannheim ist stimmlich ein vollwertiger Ersatz für Ron Marsmann, der die Band berufsbedingt verließ. Wie ihren Zuhörern macht auch den Musikern von Te Deum das Rocken sichtlich viel Spaß. Mit teilweise tiefer gestimmten Instrumenten donnerten sie bisweilen nach Art der Metal-Heroen von Korn durch ihre Repertoire, wenngleich bei Te Deum keinerlei Aggression herüber kommt. pj/Bild: Schwetasch

© Mannheimer Morgen – 04.10.2002

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