"i am in love with hiphop for life"

De La Soul live

Review/Bericht vom 14.05.2005 | Autor: Beatrice Steimle

Tags: De La Soul  

Wenn man von De La Soul spricht, taucht man in frühere Tage des HipHop ein. Aus heutiger Sicht darf man sie sicher als Old Skool bezeichnen auch wenn ihr erster Longplayer erst 1989 erschien.

De La Soul 1Trugoy the Dove
Das liegt u.a. auch daran, dass bei vielen 25-35jährigen, in dieser Zeit erst so recht ein HipHop-Bewusstsein erwachte und HipHop (mit Ausnahme von RunDMC und Salt & Pepa's Hits) auch erstmals in Europa breitere Massen erreichte. De La Soul sind respektable 'alte' Helden, die nicht auf Gangsta machen, aber genau von jenen anno dazumal um zahlreichere Charterfolge gebracht wurden. Neben A Tribe Called Quest und Del Tha Funky Homosapiens gehörten sie in den frühen 90ern zur Native Tongue-Bewegung und die ist hiphop-historisch von immenser Wichtigkeit. Das lässt sich auch an diesem Abend und mit der Art des Publikums verfolgen: überwiegend Endzwanziger bis Mittdreißiger und allerlei Rhein-Neckar-HipHop-DJ-Prominenz.

Die K*Rings Brothers aus dem nahe gelegenen Odenwald sind die Anheizer des Abends. Entsprechend dem Hauptact, gibt's bei den drei Jungs keine niveaulosen Disses, sondern feine rhymes. Die Beats sind bei den meisten Songs noch geklaut, man verweist aber respektvoll auf die Urheber (z.B. auch De La Soul) - da passt der Titel der neuen Single  "Alles nur geklaut" doch wunderbar. Jedenfalls ist es für sie ein Leichtes die Crowd in Stimmung zu bringen. Es riecht ein bisschen nach Abiturienten-HipHop und könnte sich in Richtung "Blumentopf" entwickeln, aber jedenfalls sollte man die K*Rings Brothers in nächster Zeit im Blick behalten.

De La SoulK*Rings Brothers
MoERockZ, kein unbekannter DJ in der Region, findet mit HipHop der frühen 90er einen geeigneten Übergang zu Pasemaster Mase, dem De La Soul - DJ, der übernimmt und haut erstmal so fette Beats & Scratches aus den Boxen, dass man sich mit Recht um sein ungeschütztes Trommelfell sorgt, und jegliche Tanzregionen des Körpers sich zur Bewegung gezwungen sehen. Ganz klar, dass Pasemaster Mase auch ein Mikro vor der Nase hat – willkommen zu den Ursprüngen des HipHop – falls noch jemand Fragen hat, der DJ war der Zeremonienmeister (kurz MC) und nutzte das Mikro um die Menge heiß zu machen und genau das war an diesem Abend zunächst auch der Job Maseos. Bis seine Kompanen Trogoy the Dove und Posdnuos die Bühne betreten. Was jetzt folgt ist nicht nur im klassischen Sinne  HipHop (two turntables and a microphone), sondern auch mit den ständigen Referenzen und Respektbekundungen gegenüber HipHop-Größen wie KRS One, Kool DJ Herc, A Tribe Called Quest und vielen mehr gespickt.

De La Soul
Alles ist sehr klassisch und raw – sprich so richtig viel passiert nicht, man lässt das Publikum im Lautstärketest gegeneinander antreten, es "I am in love with hiphop for life" intonieren und gönnt einem starken Dutzend Chickas tanzenderweise ihre 15min Ruhm auf der Bühne – nicht ohne klarzustellen dass man Frauen respektiere. "Me, myself and I" ist natürlich der Höhepunkt dieses Konzertes, den man auch ausgiebig zu feiern weiß, die diversen kleinen und größeren Hits der letzten 10 Jahre bietet man recht unprätentiös, aber (immer schwer tanzorientiert) mit mächtigen Beats dar. Unsympathisch sind sie nicht, die De La Soul–Mannen und sie beherrschen ihr Mund- und Handwerk, das Publikum scheint ausgelassen aber doch will der zündende Funke einfach nicht überspringen. Irgendwann wurd's langweilig, was mir auch erst richtig klar wird als Maseo zum Schluss noch einmal ein DJ-Set zum Besten gibt und noch mal richtig tief in die Kiste greift…

All meinen Respekt der Bedeutung De La Souls, Respekt vor all dem Respekt den sie haben und zollen. Sie sind zu nennen in der HipHop-Historie, aber der Abend in der Feuerwache war a bisserl fad...

Beatrice Steimle

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