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Asian Dub Foundation: Review & Galerie
Review/Bericht vom 29.04.2005 | Autor:
Tags: Asian Dub Foundation
Review/Bericht vom 29.04.2005 | Autor:
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Ihrem Ruf als beste Liveband der Welt werden ADF bei ihrem Auftritt in Darmstadt auf eindrucksvolle Weise gerecht. Ein großes Getöse kann man mit sieben Leuten auf der Bühne immer veranstalten, wie daraus ein grandioses Konzert wird, kann man sich bei den Herren aus London abschauen.
Womit anscheinend vor Ort im Voraus wohl keiner gerechnet hatte, denn der Konzertsaal wird mit einer strategisch positionierten Theke auf Clubformat reduziert. Dass auch der Soundcheck sich in die Länge zieht lässt ebenfalls Ernüchterung aufkeimen. Diese Bedenken werden erst mal zerstreut von DJ Sonix, der zum Anheizen aus den Plattentellern einen Sound Marke ADF im Lounge-Format hervorzaubert.
Das Original nimmt beim Betreten der Bühne die Zügel straff in die Hand. Angetreten ist das Klangkollektiv in der Besetzung Chandrasonic (Gitarre), Dr Das (Bass), Pandit G (DJ), Cyber (Percussion) und den Vokalakrobaten Ghetto Priest, MC Spex und MC Lord Kimo. Gleich zu Beginn fällt auf, dass die Lyrics live sogar deutlicher verständlich sind als auf dem neuen Album "Tank". Generell besticht der Sound der "Midi-Warriors" bei allem massiven Druck durch eine Transparenz, die gerade heutzutage im Zeitalter wummernder Subbässe ihresgleichen sucht. Diese Transparenz befördert gleichzeitig die Intensität der individuellen Musiker hervor, so dass das ekstatische Dhol-Trommeln von Cyber, die unglaubliche Soundvariabilität von Chandra und die treibenden Rhythmen von Das und Pandit einem schier die Sinne rauben wollen. Und wer die Ernsthaftigkeit der Messages auf "Tank" noch nicht ganz verstanden hat, muss nur Priest ein einziges Mal in die Augen schauen, wenn aus seiner Kehle ertönt "when you hear their marching drum, you know your time soon come. Soooooon come!" Sehr positiv fällt auf, dass die drei MCs sich nicht die sonst so üblichen, gebrüllten Backups liefern, sondern entweder in ganze mehrstimmige Rapchöre verfallen oder durch komplex-differenzierte Parts glänzen.
Vor allem wird auf jegliches unnötiges Gepose verzichtet. Vielmehr wird mit dem Publikum der "Sacred Energy X-Change" vollzogen, der ganze Saal tanzt, hüpft, klatscht und schreit sich durch ein Set voller perfekter Songs im Indo-Elektronic-Punk-Funk-Jungle-Wasweißichnoch-Crossover-Gewand. Dass nach der aktuellen Single "Flyover" und dem Uralthit "Naxalite" die Messe noch nicht gelesen ist, ist klar. Mit breitem Grinsen werden die frenetischen "Zugabe"-Rufe quittiert und "Fortress Europe" bietet als letztes Stück ein perfektes Pflaster, um mit Leidenschaft auf deutsch den Slogan "Kein Mensch ist illegal" zu propagieren.
Warum das komplette Tourmerchandise bereits nach dem ersten Konzert am Vortag in München ausverkauft wurde, kann man sich nach den weiteren endlosen Beifallsbekundungen und Zugabeforderungen erklären. Und die Theke mitten im Raum war zwar praktisch aber nicht notwendig.
Patrick Jung
Fotos: Christian Ludwig
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