wenn der konzertsaal bebt The Hives live
Wer nach 2 Alben mit einer Spieldauer à 30 Minuten bereits eine Best Of CD auf den Markt bringt, dem kann es an Selbstvertrauen nicht mangeln. Dass die schwedischen Anzugträger auch allen Grund haben, von sich selbst so eingenommen zu sein, zeigten sie am 08.04. bei ihrem Auftritt im Stuttgarter Theaterhaus. Nach dem die Vorbands "Sweatmaster" und "The D4 Band" das Publikum ordentlich aufgewärmt haben und zumindest das vordere Drittel der Halle zum seichten Bewegen animieren konnten, macht sich in der Umbaupause freudige Aufgeregtheit im überraschenderweise sehr jungen Publikum bemerkbar.
Kurz nach 22 Uhr dann der große Augenblick: The Hives betreten die Bühne. Die ersten Akkorde zu "Dead Quote Olympics" verwandeln das Theaterhaus in ein Tollhaus. Wo bei den Vorbands die Leute noch gemütlich mit dem Kopf im Takt genickt haben, gibt es bei der Garage-Punk Band kein Halten mehr. Innerhalb weniger Sekunden bewegt man sich 15 Meter quer durch den Konzertsaal und wieder zurück. Sänger Pelle Almqvist – neuerdings mit einem ihm nicht sonderlich gut stehenden Oberlippenbart – zeigt sich zufrieden mit dem Publikum und macht Komplimente auf seine ganz eigene Art: "I know the Hives are your favourite band and the Hives are my favourite band, too. You've got a good taste". Weiter im Programm geht's mit "Main Offender" von der "Veni Vidi Vicious" Platte. Besonders die Lieder dieser CD bringen den Konzertsaal zum Beben. Von der ersten Reihe bis zum hintersten Eck steht kein Mensch mehr still, Arme und Beine fliegen durch die Gegend. Wohl selten zuvor hat man einen so großen Haufen abgehender Menschen im Theaterhaus gesehen. Spätestens jetzt wundert es wohl niemanden mehr, dass die Hives so überzeugt von sich sind – bei einem derart fanatischen Publikum…
Während "Walk Idiot Walk", der ersten Single zum aktuellen Longplayer (der bei den Hives natürlich, aus traditionellen Gründen, wieder very short geraten ist) "Tyrannosaurus Hives", schleudert Pelle sein Mikro am Kabel um seinen Kopf. Plötzlich guckt er sehr verwundert und das gute Stück fliegt in hohem Bogen in Richtung Publikum. Doch auch diese Verwirrung überwindet er schnell und schnappt sich rechtzeitig zum Einstieg in die Strophe das Mikro seines Gitarristen. Die schweißauftreibende Show und mehrere Ausflüge ins Publikum machen sich auch bei den Hives bemerkbar, so dass nach und nach alle Teile des gewohnten Bandoutfits abgelegt werden müssen.
Nach knapp einer Stunde Vollgas verlassen die Hives dann die Bühne um nach minutenlangem Applaus für 2 Nummern noch mal auf die Bühne zu kommen. Nach dem Klassiker "a.k.a. i.d.i.o.t." ist Schluss. Bei jedem anderen Act würde man sich aufregen, dass die Show so früh zu Ende ist, aber bei den Hives hat sich einfach jeder Zuschauer dermaßen verausgabt, dass kaum einer noch länger gekonnt hätte und jeder nur noch nach frischer Luft und Wasser giert.