CD-Tipp
Asian Dub Foundation: Tank
CD-Review vom 21.02.2005 | Autor: Gerald Merkel
CD-Review vom 21.02.2005 | Autor: Gerald Merkel
Eins vorweg: Sich selbst oder gar das Rad hat die Asian Dub Foundation nicht neu erfunden. Davon abgesehen ist "Tank" ein urlebendiges Stück Musik mit allen Zutaten aus dem ADF-Kosmos.
Und der ist bekanntermaßen ausufernd. Hervorgegangen aus einem Workshop im Londoner Vorort Farrington, der asiatischen Kindern die Grundlagen der Musiktechnik näher bringen sollte, entstand Anfang der 90er ein energetischer Stilmix aus Dub, Hip Hop, Ska, Punkrock, Ambient, Breakbeats und nicht zuletzt asiatischen Einflüssen. Dabei immer im Vordergrund: Eine laute politische Stimme, die sich aus der britisch-indischen Communtiy nährt und sämtliche relevanten linke Themen wie Globalisierung, Rassismus, wirtschaftliche Ausbeutung – bei "Tank" in erster Linie Krieg - thematisiert.
Die Gesamtrichtung bei "Tank" geht stärker ins Elektronische als bisher gewohnt, was der Zusammenarbeit mit Ben Watkins (Komponist des Soundtracks zur Matrix Trilogie und Mitglied von Juno Reactor) und Adam Wren (Leftfield's Sound Engineer) geschuldet sein dürfte. "Flyover", der erste Track und ebenso die erste Single-Auskopplung, ist Programm: Ein Tanzflächenfüller, der alle Stärken der ADF ausspielt und es mit "Push The Button" der Chemical Brothers getrost aufnehmen kann.
Charakterisierend für ADF bleibt das Zusammenspiel treibender, tanzbarer Beats mit ungeduldigen, energischen aber keineswegs aggressiven Vocals. Zu diesen Grundelementen stoßen elektronische Sounds, verzerrte Gitarren, Dub-Plates oder Sitar-Klänge, ohne je den Eindruck zu mindern "Tank" sei aus einem Guss. Wie gesagt, ADF bleiben mit dieser Veröffentlichung in erster Linie ihrer Sache treu, was ihre Musikalität wie auch ihre politischen Statements angeht. Und haben die nicht an Aktualität verloren so hat die Musik auch nichts an Frische eingebüßt. ADF bleiben mit "Tank" eine Adresse für alle, die einer Band (ADF selbst bezeichnen sich als Kollektiv) erlauben Hirnschmalz und Tanzbein anzuregen und sich dabei noch eine bunte Vielfalt von Sounds und Stilen um die Ohren schlagen lassen wollen.
Wem die Platte nicht reicht: Ende April sind ADF für drei Termine in Deutschland (26.04.05 München, 28.04.05 Stuttgart,30.04.05 Berlin) und der Live Präsenz wird Legendäres nachgesagt ... "You can party for your right to fight for worldwide awareness"!
On tour:
26.04. München - Muffathalle
27.04. Darmstadt - Centralstation
28.04. Stuttgart - Zapata
29.04. Hamburg - Große Freiheit
30.04. Berlin - Huxley´s
08.07. Summerjam Festival
Gerald Merkel
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