gastspiel im schwimmbad
The Flaming Sideburns
Review/Bericht vom 03.07.2002 | Autor:
Review/Bericht vom 03.07.2002 | Autor:
Von The Flamin´ Sideburns hat man spätestens seit ihrer 2001er Split CD "White Trash Soul" mit den Hellacopters immer mal wieder was gehört und live legen solche Bands in der Regel noch einen drauf. Das Schwimmbad war denn auch gut gefüllt (zu der Jahreszeit beileibe keine Selbstverständlichkeit), also nicht die schlechtesten Bedingungen für einen runden Abend. Leider gab`s keine Vorband, so daß der eine oder andere Loddel den Anfang der Sideburns - show verpaßte.
Egal, die fünf Finnen rockten ganz ordentlich los. Allerdings erinnerte der Sound arg an die alten Kinks und das Riffing phasenweise noch ärger an Hendrix. Muß ja an sich nix schlechtes sein und ich bin gewiß kein Eigenständigkeitspurist, aber es gab in den 60ern und 70ern weißgott mehr Bands bei denen man prima klauen kann. Alles irgendwie nicht schlecht, aber halt nicht zwingend.
Die Show der Jungs war wie so ´ne Show halt sein muß. Stoischer Bassist und das übliche Gitarrengepose. Shouter Speedo Martinez scheint sich irgendwie für die Verschmelzung von Iggy Pop, Mick Jagger und Jim Morrison zu halten und nervte ein wenig mit seinem Gezappel. Sich die Schuhe von gleich drei Kultfrontern anzuziehen ist vielleicht etwas viel. Den Vogel schoß er ab, als er das zahlende Publikum aufforderte sich auf den Boden zu setzen und diejenigen die keine Lust hatten, zu gehen, um schließlich einen besonders hartnäckigen Zuschauer zu Boden zu reißen. Kann man machen wenn man einer der Obengenannten ist, aber so? Den Leuten schien es bis auf den einen nichts auszumachen. Sie waren`s trotz lediglich 70 Minuten Spielzeit zufrieden, spendeten fröhlich Applaus und gingen glücklich nachhause.
Felix Mescoli
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