bionische bundesbahnkantine
Die S.U.I.T.E. im Interview
Interview vom 25.10.2004 | Autor: Gerald Merkel
Tags: Suite Bionic Art Boogaloo Club
Interview vom 25.10.2004 | Autor: Gerald Merkel
Tags: Suite Bionic Art Boogaloo Club
RA: In der Suite sind hauptsächlich Club-Geschichten angesiedelt?
Max: Ja, aber genauso fand hier mit The Devil In Mrs Jones auch schon ein Punk Konzert statt.
RA: Die Suite gibt es seit ungefähr einem Jahr?
Max: Ungefähr. Wobei die Macher dieser Geschichte als Bionic Art seit über 15 Jahren mehr oder weniger regelmäßig Veranstaltungen gemacht haben. Das kam darauf an, ob und wo man Locations hatte.
RA: Die Sachen damals unterm Schlosshof gingen auch auf euer Konto?
Max: Der Bunker, genau. Aber nachdem's dann lief, waren wir ausgebootet. Bunker Partys gibt es immer noch, allerdings nicht mehr mit uns.
RA: Dafür habt ihr jetzt hier eine feste Bleibe gefunden?
Max: Na ja, das Gebäude hier wird irgendwann abgerissen. Aber das war auch einer der Gründe warum wir es überhaupt bekommen haben.
RA: Gibt es da einen Zeitrahmen oder tappt ihr da im Dunklen?
Max: Nein, das weiß man nicht genau, da nicht klar ist, wie lange die industrie-denkmalgeschützten Teile nebenan noch erhaltenswert sind. Wenn sie kaputt genug sind, dass man sie der Sicherheit wegen einreißt, entsteht hier eine wunderbare Spekulationsfläche vom Fahrlachtunnel bis zum Bahntunnel. Vielleicht passt da noch so ein wunderbares Versicherungshaus hin. Ich schätze mal, das wird im Rahmen von zwei bis fünf Jahren passieren.
RA: Was für ein Zusammenschluss ist Bionic Art eigentlich? Ein Verein?
Max: Nein. Das sind Nur Toddi, der die glückliche Gabe hat unglaubliche Locations (erinnert sich noch jemand ans - Gott hab es selig - Jazzmatazz? Anm.d. Red.) zu finden und auch zu bekommen und eine handvoll Leute, die ihm wohlgesonnen sind und ihn auf jede Art und Weise unterstützen.
RA: Ihr seid gerade am Umbauen (das Interview fand im August statt, Anm. d. Red.) Was habt ihr noch so alles vor?
Max: Seit die Suite regelmäßig offen hat, haben wir ihr im letzten halben - dreiviertel Jahr immer mal versucht, ihr ein neues Gesicht zu geben, mit Videowänden etc. Allein mit den Videowänden ist da viel zu machen, z. B. indem man sie als Türme im Raum verteilt. Bionic Art ist wie das tägliche Leben - ständige Wechsel. Das begeistert die Leute, auch wenn es nicht bewusst auffällt.
RA: Was Musik angeht, seid ihr offen, d.h. euch geht es erst mal um einen guten Platz?
Max: Ja, um einen Ort mit positiven Vibrations an dem die Leute auch freundlich begrüßt und verabschiedet werden.
RA: Der Boogaloo Club freitags ist publikumsmäßig euer Renner?
Max: Ja, da haben wir, auch was diese Philosophie angeht, am meisten zu tun. Denn wenn viele Menschen aufeinander treffen und Alkohol konsumieren, ist es ja klar, dass sie miteinander kommunizieren, auf die eine oder andere Art und Weise. Aber bis jetzt lief es mit einem Krankenwagenbesuch und zwei mal Polente recht glimpflich ab, wenn man das mit anderen Clubs vergleicht.
RA: Und was Lärm angeht, habt ihr hier keine Probleme mit irgendwelcher Nachbarschaft?
Max: Wir hatten nur mal ein Problem mit einer Lichtinstallation, die in Schlafzimmer geblendet hat. Ansonsten haben wir beim Umbau darauf geachtet, dass Lärmtechnisch nichts anbrennt, man kann ca. 125 Dezibel hier drinnen hören, ohne dass das nach außen geht.
RA: Was habt ihr musikalisch noch so vor?
Max: Im Prinzip können sich DJs vorstellen und wenn's ins Programm passt, kann man das unter der Woche unterbringen.
RA: Ist es prinzipiell so, dass ihr immer die Veranstalter seid, oder kann die Suite auch gemietet werden?
Max: Vermietungen hatten wir uns schon überlegt, aber das hat sich mit den Leuten, die etwas machen wollten, nicht vereinbaren lassen. Grundsätzlich kann man die Location anfragen wenn man eine Vernissage machen oder irgendwelche Kunst vorstellen möchte, das lässt sich dann eventuell in das Musikprogramm integrieren.
RA: Du sagtest, ihr hattet ein Punk Konzert hier. Plant ihr mehr Live Konzerte in der Suite?
Max: Planen nicht unbedingt, aber wenn es passt, können wir uns das schon vorstellen. Die Boogaloo Allstars werden hier freitags im Rahmen des Boogaloo Clubs Konzerte machen. Wir haben hier halt keine Bühne, das muss man dann eben improvisieren. Ansonsten können wir uns vorstellen, oben einen Second Hand-Laden einzurichten. Im Keller ist ein kleiner Raum, aus dem man einen zweiten Dancefloor machen könnte.
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Bleibt zu wünschen, dass sich die denkmalgeschützten Bauten noch recht lange halten, damit die ehemalige Bundesbahnkantine weiterhin "Sensual. Unique. Innovative. Technological. Experience." ist.
Gerald Merkel
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