die quadratur des pop
Popförderung, Musikpark, Pop Akademie - das Mannheimer Modell revisited
Spezial/Schwerpunkt vom 19.10.2004 | Autor: Gerald Merkel
Spezial/Schwerpunkt vom 19.10.2004 | Autor: Gerald Merkel
Eine Präsentation der Stadt Mannheim auf der Popkomm, offizielle Eröffnung des Musikparks, Bezug der Räumlichkeiten der Pop Akademie – der Oktober ist gefüllt mit poppigen Mannheimer Terminen. Die Reaktion auf das Mannheimer Modell ist allerdings oft noch ein kurzes, knappes "Hä?" Daher gibt's hier Interviews mit jeder dieser Säulen (Markus Sprengler – Popförderung, Dirk Metzger – Pop Akademie, Christian Sommer – Musikpark) und mit dem Stadtmarketing (Lale Ertopcu).
Dass Mannheim in Sachen Pop recht umtriebig ist, hat sich herumgesprochen, dass man hier irgendwas mit Pop studieren kann und es einen Musikpark gibt auch. Wie genau das alles zusammenhängen soll, was die Unterschiede sind oder gar wie sich das Mannheimer Modell zusammensetzt, bleibt da allerdings schon eher im Dämmerlicht. Naheliegend, das Dickicht zu lichten, indem man jede dieser Popstadt-Säulen zu ihrer Sicht der Dinge befragt. Und am besten das Stadtmarketing hinterher, denn das hatte auch schon in Berlin die Aufgabe, das Miteinander der verschiedenen Institutionen zu kommunizieren.Für Schnell-Leser lässt sich folgendes festhalten: Alles beginnt erst. Was naheliegend ist, bedenkt man, dass die Pop Akademie erst seit einem Jahr besteht und erst nächstes Jahr ihre volle Studentenzahl (ca. 150) haben wird und der Musikpark erst seit April dieses Jahres fröhliche Existenzgründer beheimatet.
Das Mannheimer Modell selbst wird in arger Verknappung von den meisten Beteiligten so skizziert: Die Pop Förderung arbeitet die Basis ab, wer hier gesichtet wird, kann sich in diversen Angeboten der Pop Akademie fortbilden und anschließend im Musikpark Räumlichkeiten anmieten und eine Existenz gründen. Die Verkettungen zwischen Musikpark und Akademie sind klar auszumachen, es scheint, dass das mit den entsprechenden steinernen Monumenten einhergeht, denn die exakte Rolle der Pop Förderung wird von den Beteiligten durchaus flexibel, man könnte auch sagen, aus eigener Sicht wahrgenommen. Das alles zusammen ergibt im Idealfall die bunte Popstadt Mannheim mit entsprechendem Nachtleben, einer bunten Musikszene sowie Menschen, die aus ganz Deutschland nach Mannheim strömen. Der nächste Schritt dahin wird ziemlich deutlich formuliert: Nieder mit den Sperrzeiten für die Gastronomie! Ein Punkt, den sicherlich jeder gern unterschreibt.
"Die Pop Förderung läuft grundsätzlich nie auf die Nummer hinaus, dass der Rock- Pop-Beauftragte Proberäume schafft und Band X ein paar Euro für Plakate gibt. Vernetzung hat viel damit zu tun, dass gewisse Dinge durch meine Person angeschoben wurden." Das komplette Interview mit Markus Sprengler (Pop Förderung) HIER
"In drei, vier Jahren hat sich die Zahl der Studenten verdoppelt und dann wird diese ganze Power erst richtig deutlich werden. Die Leute müssen ja auch erst mal hier ankommen." Das komplette Interview mit Dirk Metzger (Pop Akademie) HIER
"Es ist eben die zweite Schleife des Mannheimer Modells, dass die Akademie-Abgänger auch nach dem Studium nicht automatisch nach Berlin, Hamburg oder sonst wohin abwandern, sondern in einem Umfeld, das sie gut kennen und in dem sie sich wohlfühlen, die Möglichkeit haben, ein Büro zu eröffnen." Das komplette Interview mit Christian Sommer (Musikpark Mannheim) HIER
"Es ist klar, dass der wirtschaftliche Aspekt durch den Musikpark allein deshalb in den Vordergrund rückt, weil damit zusammenhängt, dass versucht wird Leute in der Region zu halten und den Wirtschaftsstandort Mannheim zu stärken. Es geht aber natürlich auch darum, Kreativität und neue Ideen hier anzusiedeln – eben das, was Musik ausmacht." Das komplette Interview mit Lale Ertopcu (Stadtmarketing GmbH) HIER
Gerald Merkel
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