vp-1 beim nonstock-festival
Interview mit VP-1
Interview vom 25.08.2004 | Autor:
Tags: VP-1 Nonstock Emil Bulls 4Lyn
Interview vom 25.08.2004 | Autor:
Tags: VP-1 Nonstock Emil Bulls 4Lyn
Unplugged-Zelt, Disco-Area, Workshops, Lesungen und allerlei mehr versprechen neben den musikalischen Genüssen, ein Feuerwerk an Kurzweil, Spaß und Spannung; oder wie es die eingeborene Oma formuliert, die mir gleich zu Beginn entgegen kommt: "Lusdisch und fidel, so misse se soi, die junge Leut'." Recht so! In diesem Rahmen also, backstage ein kleines Schwätzchen mit Tobi und Boris von VP-1.
Ra: Zuerst: Wie kam Euer Bandname zustande?
Boris: Das war bei einem Holland-Urlaub vor ein paar Jahren. Wir kamen an einigen Coffee-Shops vorbei und an einem war "VP-1" zu lesen, was sich irgendwie festsetzte. Wieder zuhause suchten wir einen Bandnamen der möglichst außergewöhnlich und einzigartig sein sollte und so kamen wir ziemlich schnell auf VP-1 zurück. Wir spielten einen Gig, der Bandname kam gut an, passte super zu unserer Musik und macht neugierig.
RA: Hattet ihr vor VP-1 schon Banderfahrung und wie kam es zur Gründung?
Tobi: Matthias und ich spielten vor VP-1 schon in einer Band, Boris und Markus in einer anderen. Nach der Auflösung beider Bands suchten die beiden per Aushang im Café Central einen Sänger; wir sprachen sie an und jammten kurz darauf das erste mal in ihrem Viernheimer Proberaum, was auf Anhieb gut klappte.
Boris: Das war im Mai 1999. 2001 kam dann noch Thorsten als DJ dazu.
RA: Einer eurer Gitarristen ist ja im Juni ausgestiegen, gab es dafür besondere Gründe?
Tobi: Das hatte eigentlich nur zeitliche Gründe. Im Laufe der letzten Monate nahmen unsere Live-Aktivitäten zu und das wird auch in Zukunft so sein. Dazu kommt, dass Markus vor kurzem eine Ausbildung begonnen hat und somit wäre es einfach nicht möglich gewesen regelmäßiger, zunehmend eben auch überregional zu spielen.
Boris: Eigentlich ist es so für beide Seiten besser. Er hat wieder mehr Zeit für sich und seine berufliche Zukunft und wir können ohne schlechtes Gewissen Angebote annehmen.
RA: Es gab ja eigentlich keine Pause in punkto Auftritte nachdem Markus gegangen war. Wie konnte sich Stephan so schnell integrieren?
Tobi: Stephan kennen wir schon länger. Wir fragten ihn, ob er Lust hätte bei uns einzusteigen und nach ein, zwei Wochen hatte er schon alle seine Parts drauf, außerdem passt's auch menschlich sehr gut.
RA: Wie sieht es momentan in Richtung Management und Label aus. Ist da etwas in Aussicht?
Boris: Momentan wollen wir uns erst einmal neu ordnen und vielleicht im Winter eine neue CD aufnehmen mit der wir dann nächstes Jahr an verschiedene Labels herantreten werden. Es gab in der Vergangenheit zwar schon Plattenfirmen, die über das Internet, vor allem über Besonic auf uns aufmerksam wurden, aber wirklich getan hat sich da noch nichts.
Tobi: Ich denke, um bei Plattenfirmen Gehör zu finden, braucht es vielleicht auch ein professionelles Management, weshalb wir uns demnächst mit der Leistungszentrale zusammen setzen werden.
Boris: Ein weiterer Punkt ist eben auch, dass wir jetzt erst einmal das Album in Angriff nehmen. Das wird uns schon mal weiterbringen als die 3-Track CD, zumal diese Songs auch schon über ein Jahr alt sind.
RA: Thema Mannheim Music Award. Wart ihr mir der Veranstaltung zufrieden oder hättet ihr Euch mehr davon versprochen?
Tobi: Der Gig im Landesmuseum ging soweit in Ordnung, auch wenn's nicht unser bestes Konzert war. Der MMA allgemein ist eine gute Sache und die Streitereien im Anschluss fand ich ziemlich überspitzt. Die Presse im Vorfeld und während des Awards habe ich aber auch nicht regelmäßig verfolgt. Dass Dr. Woggle gewonnen haben, ist gerechtfertigt und im Hinblick auf die Popkomm in Berlin ist es sicher nicht verkehrt, wenn Mannheim durch eine Band repräsentiert wird, die ein breiteres Publikum anspricht.
Boris: Einen Tag nach dem MMA-Finale waren wir in der Dortmunder Westphalenhalle und haben da im Rahmen der Skateboard-Weltmeisterschaft an einem weiteren Bandwettbewerb "Battle of the Bands" teilgenommen. Unter 600 Bands machten wir schließlich wieder den zweiten Platz. Was ja an sich wirklich gut ist.
Tobi: Es war halt knapp am ersten vorbei und Klaus Grabke, der in der Jury saß, meinte nachher, die erstplazierte Band würde im kommenden Jahr auf der Hauptbühne spielen und würde als Punkband eben besser in den Rahmen der Veranstaltung passen…
RA: Politik ist inzwischen wohl permanenter Bestandteil des Musikbiz. Wie sieht's in nächster Zeit mit Auftritten aus?
Tobi: Am 25. September spielen wir auf dem Rowoodstock Festival in Rovigo/Italien und am 09.10. in Weimar.
Boris: Am 05. November in der Zuckerfabrik in Frankenthal und am 06.November auf der Wormser Rocknacht.
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Es steht noch einiges aus im Hause VP-1 und so nach und nach erkennen das wohl auch entsprechende Entscheidungsträger. Zumal die Jungs wirklich alles haben um in der ersten Nu-Metal Liga mitzuspielen; die Gigs ernten allerorten stürmischen Beifall und ihre Karriereplanung erfolgt für eine junge Band seit über fünf Jahren außergewöhnlich vernünftig, ohne dabei auf der Stelle zu treten. Man wird sehen, was noch geschieht; auf dem richtigen Weg sind die Sechs allemal. Rock on!
Sven Kehl
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