heiss und feucht
Fotogalerie & Bericht: Mother Tongue im Café Central
Fotos vom 11.08.2004 | Autor: Gerald Merkel, Sven Kehl
Tags: Mother Tongue Soapbox
Fotos vom 11.08.2004 | Autor: Gerald Merkel, Sven Kehl
Tags: Mother Tongue Soapbox
10. August, drückende Schwüle, ein Hauch von Smog: Idealer Aggregatzustand für die Psychoblueser aus LA. Regionaler Support von Soapbox aus dem tropischen Odenwald. Bericht und Bilder im Schweiße unseres Angesichts ...
Soapbox supporten Mother Tongue nicht zum ersten Mal und sind die Idealbesetzung für diesen Job. Dichter, mitreißender Alternative Rock, der wie aus einem Guss aus den Boxen fließt, von perfekt inszenierten Steigerungen lebt und schon nach kurzem vom Publikum mit Begeisterungsrufen quittiert wird. Die meisten Bands sollten besser den Schwanz einziehen, wenn sie gefragt werden ob sie vor Mother Tongue auf die Bühne möchten. Die Odenwälder dagegen legen einen Gig hin, nach dem man auch schon zufrieden nach Hause hätte fahren können. Der Boden ist bereitet, in dem Fall heißt das, dass sich die ersten Schweißpfützen abzeichnen ...
Ca. 1000 Grad und eine Luftfeuchtigkeit jenseits alles messbaren herrschen im Cafe Central als Mother Tongue loslegen. Mother Tongue und der Blues; eine innige und heiße Liebe, die seit den ersten Tagen der Band in den frühen 90ern besteht und auch heute den Abend einleitet. Drei Nummern braucht es um das Cafe Central von Weinheim in das brütend-schwüle Mississippi-Delta zu versetzen, was perfekt zur Live Performance der Band passt. Dabei eigentlich keine guten Vorzeichen: Gitarrist Christian Leibfried hatte am Tag zuvor in München erst den Fuß gebrochen, Bühnensturz, was sonst? Der Saitenderwisch konnte also nur von einem Stuhl aus agieren. Das machen Mother Tongue durch geballte Intensität wett, Sänger Davo wirkt eh schon amphibisch und ist im Cafe Central-Aquarium sichtlich in seinem Element - funky, sweaty - animalisch eben. Der Meinung ist auch "Penny Lane", die (s. Bildergalerie), mehrfach von Davo als fünftes Bandmitglied bezeichnet, auch recht schnell blank zieht und den Anwesenden den Titty-Twister macht. Mother Tongue live sind dreckiger Sex. Das Central tobt und der "Kondens-Schweiß" nieselt von der Decke. Rock in seiner ursprünglichsten Form, wer in diesem Jahr noch einen großen Gig erleben möchte, sollte zusehen, dass er die Tage aus den Puschen kommt.
Gerald Merkel, Sven Kehl
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