... and the winners are ...
Grande Finale: Mannheim Music Award
Review/Bericht vom 19.07.2004 | Autor: Gerald Merkel
Tags: Mannheim Music Award
Review/Bericht vom 19.07.2004 | Autor: Gerald Merkel
Tags: Mannheim Music Award
Der MMA 2004 ging in einer gelungenen Abschlussveranstaltung auf dem Gelände des DaimlerChrysler-Werkes unter freiem Himmel zu Ende: Unter den vier für den ‚Beste-Band-Award' nominierten Bands machte Dr. Woggle & The Radio knapp vor VP-1das Rennen. Als bester Sänger wurde Max Mury (Love Linus) ausgezeichnet, der Preis für den besten Song ging an die Band Celluloid. Den regioactive.de-Publikumspreis konnte sich Four Sided Cube sichern.
Eingerahmt wurden die Preisverleihung und die Auftritte der vier ‚Best-Band'-Nominees vom Percussionsound der Formation Sambodromo und dem Akustikrock der englischen Band Ezio.
Die Reihenfolge der vier nominierten Bands war – gewollt oder ungewollt – perfekt auf Topact und Wetter abgestimmt. Dr. Woggle & The Radio machten den Anfang, die Hitze des Tages war noch deutlich zu spüren, was könnte da besser passen als der Rocksteady-Ska der Weinheimer Sunnyboys um ihren mitreißenden Sänger Niko. Jamaika-Vibes mittels Off-Beat "beim Benz".
Danach wurde der Stimmungsbogen auf ein "Hallo wach?" umgelegt, die Viernheimer VP-1 prügelten in ihrer gewohnten Präzision und befreienden Aggressivität ihre Hardcore-NuMetal-Melange von der Bühne. Die Instrumentalisten ohne einen Schnörkel zu viel oder zu wenig auf den Punkt, Sänger Tobias Becker mit beeindruckender Show und einer Stimme, die einen dreimal so voluminösen Mensch vermuten ließe – eine Band, die ebenso wie die Woggles alle Versprechen ihres Genres mehr als erfüllt.
Als drittes bewegte sich die Veranstaltung musikalisch langsam aber sicher auf den Hauptact zu, während das Wetter sich ebenso gemächlich auf Weltuntergang zu bewegte. Four Sided Cube fürchteten nicht, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte, die Ladenburger gaben unbeeindruckt ihre von US-Alternative-Bands geprägten Songs zum Besten. Hervorragend arrangiert, mit Seele gespielt und mit Rainer Döhring eine der markantesten Stimmen des Awards vor dem Mikro. Yeah.
Exzellente Vorarbeit für Ezio lieferte die letzte der auftretenden Award-Bands ab. SlamWeJam brauchen kein Schlagzeug und keine Stromgitarren. "Minimalistische Epen mit Akustikgitarrenbombastik" nennen sie ihre Kreationen: Jedenfalls Songs, die sich in die Gehörgänge kuscheln ohne dabei zu vergessen wie gerockt wird.
Das Wetter schlug während dieses Gigs auf stürmisch um, und Blitze am Horizont gaben dem Finale einen fast zu dramatischen Rahmen. Letztlich blieb das DaimlerChrysler-Werk bis auf einen leichten Regenguss verschont, die Preise konnten ohne himmlisches Grollen verteilt werden.
Unter der Moderation des Rock- und Pop-Beauftragten der Stadt Mannheims Markus Sprengler verliehen verschiedene Laudatoren die Preise. Als erstes wurde der ‚New Business Award' vergeben, ein Preis des Musikparks für die innovativste Existenzgründung im Bereich der Popmusik, überreicht durch Musikparkgeschäftsführer Christian Sommer. Dieser Preis wurde gesplittet und ging zu gleichen Teilen an die Fotoagentur I-Shot-The-Model (zahlreiche Shootings im Rock / Popbereich; u .a. Söhne Mannheims, Laith Al-Deen) und (Freude! Freude! Freude!) an regioactive.de. Danke dafür, es hat sich ausgezahlt, dass wir immer auf Sheriff und Deputy gezielt haben. Vor allem aber ein "danke schön" an all die Musiker / Bands, ohne die das, was wir hier treiben, nicht annährend so interessant wäre.
Der Preis für den besten Sänger kann sich Max Mury, Sänger des Duos Love Linus, für ihre gefühlvollen groovigen Songs an den Hut heften. Die hierzu passende Kopfbedeckung könnte bald von geddd fashion geliefert werden. Eine Ausstattung dieser Marke ist jedenfalls der Preis für Max Mury (Love Linus). Fußnote: Damit geht der Preis für den besten Sänger an einen "hauptberuflichen" Schlagzeuger (Jim Kahr). Was sofort erkennbar ist, wenn man auf Max Murys Beinarbeit achtet, wenn er singend und Gitarre spielend auf einem Barhocker sitzt. Damit ist Max Mury nun das fleischgewordene Argument gegen die Musiker vs. Schlagzeuger-Witze.
Der Titel "Juicy Strawberries In Yellow Jelly" der Band Celluloid wurde zum besten Song des MMA gekürt. Mit ihrem sehr warmen und organischen TripHop-Sound und dem unter die Haut gehenden Gesang Tina Schmidts setzte die Mannheimer Band ihre eigene Marke im musikalischen Spektrum des Awards – mit "Juicy Strawberries" im Speziellen und den übrigen Songs und ihrem Gig im Allgemeinen. Der Preis hier: Ein Fotoshooting plus Styleberatung der Firma Manigoo.
Der ‚Beste-Band-Award' ging an die Weinheim-Jamaika-Fraktion Dr. Woggle & The Radio, denkbar knapp vor VP-1. Zwei so unterschiedliche Bands in einem Kopf an Kopf-Rennen ist an sich ein Beleg für die Schwierigkeiten der Jury (Matthias Mantel / BB-Promotion, Christian Sommer / Musikpark Mannheim, Markus Sprengler, Gerald Merkel / regioactive.de, Gregor Friedel / SWR3 / Das Ding, Michael Menges / Alte Feuerwache) sich unter den teilnehmenden 16 Bands auf einen Sieger festzulegen. Auf dem dritten Platz liegen Four Sided Cube, gefolgt von SlamWeJam.
Bereits nach dem Auftaktkonzert im Landesmuseum für Technik und Arbeit hatte Benny Vogt von Soul Position den Preis für die beste Stromgitarre - und damit eine ebensolche - gewonnen.
Unser, durch ein Online-Voting ermittelter, Publikumsaward heimste Four Sided Cube ein. Der verdiente Preis für die Ladenburger ist ein Foto-shooting mit Firefish-Fotography aka Petra Arnold, die schon mit Iggy Pop, Lenny Kravitz und endlos vielen anderen gearbeitet hat. Mit auf dem Siegertreppchen des Publikums stehen übrigens VP-1, gefolgt von Dr. Woggle. Was zeigt, dass sich Jury und Publikum relativ einig sind.
Ezio beendeten den MMA passend mit akustischem Rock, der mit seiner Verträglichkeit für den Mainstream und gleichzeitiger absolut eigener Note ideal die musikalische Qualität des MMA 2004 symbolisierte. Über die anschließende Aftershow-Party in der Villa 3 liegt der Mantel des Schweigens, sonst wird uns nachträglich noch ein yellow-press-award verliehen.
Der vom Rock/ Pop-Beauftragten Markus Sprengler und dem MMA-Projektleiter Claus Scholl initiierte MMA 2004 war jedenfalls eine insgesamt runde Sache, die Lust auf das nächste Jahr macht – was teilnehmende Bands als auch die Auswahl an Veranstaltungsorten angehen. Weitere Infos über den Award 2005 werden zukünftig neben regioactive.de auch unter www.popfoerderung-mannheim.de zu finden sein.
Sieger & Preise:
Beste Bands:
1. Dr. Woggle & The Radio – Daimler Chrysler Popförderpreis in Höhe von 1500€ und einem Auftritt im Rahmen der Mannheimer Popförderung bei der Popkomm in Berlin
2. VP-1 – Popförderpreis der Popförderung der Stadt Mannheim mit 500€ +und einem Regioseminar der Popakademie Baden Württemberg
3. Four Sided Cube - der Popförderpreis der Popförderung der Stadt Mannheim mit 300€ + und einem Auftritt im Rahmen der Stromgitarrenausstellung in Berlin, ermöglicht durch das Landesmuseum für Technik und Arbeit, Mannheim
4. SlamWeJam – ein Bandcoaching der Popförderung der Stadt Mannheim und einer Kreativberatung für Layout-CD und Plakat der Firma Krüger + Co
Bester Song:
"Juicy Strawberries In Yellow Jelly" von Celluloid – Fotoshooting und Styleberatung bei der Modelagentur Manigoo
Bester Sänger:
Max Mury (Love Linus) – Bandcoaching der Popförderung der Stadt Mannheim und einer Ausstattung Trendwear der neuen Kollektion von Gedd-Fashion
Beste Stromgitarre:
Benny Vogts (Soul Position) – eine Stromgitarre, und zwar die SX-Kopie der von Carlos Santana gespielten PRS.
regioactive.de-Publikumspreis:
Four Sided Cube – Fotoshooting mit Firefish Fotography (Petra Arnold)
New Business Award (Musikpark Mannheim GmbH):
I-Shot-The-Model (Foto-Agentur)
regioactive.de
photos by www.i-shot-the-model.com
Gerald Merkel
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