noisepollution: gut und billig Interview mit Lärmverschmutzer Timo Kumpf
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Wenn im ehemaligen Bahnhofsgebäude in Wald-Michelbach die Wände wackeln, dann nicht, weil gerade der ICE vorbeidonnert. Erschütterungen erlebt das Jugendzentrum aber einmal jährlich durch das Noisepollution Fesival. Und nicht zu knapp, gerade dieses Jahr war die Überwald-Metropole tadellos am rocken. Über das diesjährige Festival und Noisepollution im Allgemeinen berichtet Initiator und Soapbox-Basser Timo Kumpf, und zwar in zweifacher Ausführung: Mittles Interview und eigenem Review der diesjährigen Lärmverschmutzung.
RA: Was genau läuft denn alles unter dem Label Noisepollution?
Timo: "Noisepollution" habe ich vor knapp drei Jahren selbstständig gegründet. Hauptaktivitäten sind der jährlich erscheinende Sampler und das ebenfalls jährlich stattfindende Festival in Wald-Michelbach. Nächsten Monat kommen auf dem Label außerdem noch zwei CDs der Bands Soulstrip und Studio 47b. Beides sehr geile Platten!
Abgerundet wird das "Noisepollution" Projekt von einem Tonstudio, welches z.Zt. in Scharbach (Odenwald) entsteht. Spätestens Anfang nächsten Jahres wird es dann die ersten Produktionen aus unserer Schmiede geben. Infos zum Label, den Veranstaltungen und dem Studio gibt es unter www.noisepollution.de.
RA: Gibt es Anknüpfungspunkte zwischen Noise Pollution und der Big Noise Community?
Timo: NP und die BNC versuchen beide ungesignten Bands eine Plattform zu geben, aber eine direkte Zusammenarbeit gibt es (noch) nicht.
RA: Was motiviert, so ein Festival im Überwald durchzuziehen? Einfach die Logistik vor Ort oder auch ein Stück Lokalpatriotismus?
Timo: Gute Frage. Keine Ahnung was genau mich dazu bringt an Wald-Michelbach als Veranstaltungsort festzuhalten. Vor knapp sechs Jahren hab ich gemeinsam mit Matze von Thorn.eleven schon einmal ein Festival in Wahlen (direkt neben Wald-Michelbach) veranstaltet, was damals sehr erfolgreich lief. Das hat mir gezeigt, dass der Odenwald durchaus rockt und deshalb solche Veranstaltungen auch verdient. Außerdem ist es hier was besonders, weil es im krassen Gegensatz zu den leider immer noch vorherrschenden Zeltkerwen und Discoparties steht.
RA: Trägt sich die Geschichte finanziell?
Timo: Mein größter Vorsatz ist es die Getränke- und Eintrittspreise sehr niedrig zu halten (fünf Euro Eintritt, alle Getränke ein Euro). Da ist es natürlich schwierig die Kosten wieder rein zu bekommen. Bei der zweiten Auflage lief das dann auch schon kräftig schief und ich musste einiges drauflegen. Dieses Jahr hat es aber glücklicherweise besser hingehauen, was vor allem an den zahlreichen Sponsoren und dem überwältigenden Publikumszuspruch gelegen hat.
RA: Was war der Höhepunkt der bisherigen Noisepollution Festivals? Könntest du dir vorstellen, das irgendwann noch fetter aufzuziehen?
Timo: Meine größte Enttäuschung war sicherlich das zweite Festival vor einem Jahr. Die Bands waren wirklich spitze, aber leider war zu wenig los. Die dritte Auflage hingegen war wirklich ein großer Erfolg und macht Mut für weitere Aktionen. Größer aufziehen möchte ich das Festival eigentlich nicht. Ich finde, dass unser Juz die perfekte Location für die Veranstaltung ist.
RA: Gibt es eine Band, die du unbedingt mal dabeihaben möchtest?
Timo: Eigentlich konnte ich bisher immer alle Bands bekommen die ich auch wollte. Für mich ist es nicht unbedingt ein Ziel bekannte Bands auf das Festival zu holen, vielmehr will ich, dass die Leute kapieren, dass es egal ist ob sie die Band kennen oder nicht, alle Bands beim NP Festival rocken! Aber vielleicht ergibt es sich ja in Zukunft mal die ein oder andere bekannte Band in einem anderen Rahmen im Odenwald zu präsentieren.