klein, fein, wichtig
Der Fresh!-Club im Jugendkulturzentrum Forum
Interview vom 20.04.2004 | Autor: Gerald Merkel
Interview vom 20.04.2004 | Autor: Gerald Merkel
Das Jugendkulturzentrum Forum ist eine Einrichtung des Stadtjugendring (Verband diverser Gruppierungen und Initiativen im Bereich Jugendarbeit / ehrenamtlicher Arbeit) und bietet unter dem Label ‚fresh!' Musik Workshops und Konzerte.
Ein Jam und ein Konzert monatlich, dazu ein Internetportal: Was genau so ‚frisch' ist erklärte regioactive.de Rainer Döhring, verantwortlich für den musikpädagogischen Bereich – und damit für die Konzerte.RA: Was kann das Publikum unter dem Label Fresh! erwarten?
Rainer: Fresh! ist tatsächlich lediglich ein ‚frischeres' Label für etwas, was hier schon seit Jahren am Laufen ist, genauer gesagt, seit ungefähr 20 Jahren. Es findet einmal im Monat ein Konzert unter dem Label ‚fresh!-pop' statt. Der Fokus liegt hier auf Bands und Musikern aus der Region, von denen es ja reichlich gute und interessante Sachen gibt. Wir bieten eine Bühne, auf der die Möglichkeit geboten wird, ambitionierte lokale Bands, die eigenes Material am Start haben, zu entdecken. Der Fresh!-Jam findet ebenfalls einmal monatlich statt, und ist ein Treffpunkt für Musiker und Publikum, mit der Möglichkeit sich ein Instrument zu schnappen und mitzuspielen. Letztlich geht es derzeit auch darum zu zeigen, dass es hier unabhängig von Akademien etc. Musik gibt, also eine Szene, die über die Jahre gewachsen ist.
RA: Wie ist es mit den Festivals?
Rainer: In den Festivals hat das Label ‚fresh!' seinen Ursprung. Allerdings macht die finanzielle Lage Festivals schwierig. Jeder denkt, wir sind eine öffentliche Einrichtung, wir müssten Geld haben. Das Gegenteil ist der Fall. Wir haben nicht nur Probleme mit Etat-Kürzungen, sondern sind als öffentliche Einrichtung auch noch an Non-Profit-Verpflichtungen gebunden. Neben den Konzerten haben wir mit dem fresh web ein Internetportal, das von den Konzert- und Jam-Reihen ausgeht. Jetzt im April haben wir außer diesen Reihe noch ein Konzert im Rahmen des Mannheim Music Award.
RA: Das heißt auch, dass über diese Fresh!-Sache, bis auf solche Ausnahmen wie den Award, nichts hinausgeht. Sprich, ihr holt euch keine größeren Acts für Konzerte?
Rainer: Die Lust mehr zu machen ist durchaus da. Ein Problem sind nicht vorhandene Ressourcen. Wir sind am kämpfen, um überhaupt unserem Anspruch als lokale Bühne gerecht zu werden. Man würde sich oft mehr Aufmerksamkeit seitens etablierter Musiker, die ja z. T. ihre ersten Konzerte auch hier hatten, wünschen.
RA: Gibt es sonst noch Angebote, die das Thema Musik betreffen im Forum?
Wir haben auch das Anliegen, Seminare zu veranstalten, wie sie ähnlich z. B. auch im Rahmen der Pop Akademie angeboten werde, also Tontechnik-Seminare etc. So etwas kostet dort aber richtig Geld, und wir versuchen, das so kostengünstig zu gestalten, dass sich das jeder Jugendliche, der das will, auch leisten kann. Natürlich ist das nicht der professionelle Service, wie ihn etwa die Popakademie bieten kann, aber zumindest ein Einstieg.
Gerald Merkel
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