Streifzüge durch die musikalische Welt der JULE NEIGEL BAND
Review/Bericht vom 21.03.2002 | Autor:
Tags: Jule Neigel Band Kulturzentrum Regenbogen Simon Nichols Andreas Schmid-Martelle Thomas ‚Lui‘ Ludwig Sheryl Hackett Frank Itt
Review/Bericht vom 21.03.2002 | Autor:
Tags: Jule Neigel Band Kulturzentrum Regenbogen Simon Nichols Andreas Schmid-Martelle Thomas ‚Lui‘ Ludwig Sheryl Hackett Frank Itt
25.02.02 Hameln – Die Witterungsbedingungen in Norddeutschland am heutigen Sonntag, waren alles andere als erfreulich. Schnee, Eis und Regen war mein ständiger Begleiter auf der Anreise zu einem kleinen, aber feinen Clubkonzert der Jule Neigel Band. Diese gaben im Kulturzentrum Regenbogen das vorerst letzte und meines Erachtens auch eines ihrer schönsten Konzerte, der diesjährigen Unplugged–Tour.
Nach 2-jähriger Tourneepause trat Jule mit ‚Ich bin da‘ auf die Bühne und wurde frenetisch vom Norddeutschen Publikum begrüßt. Nicht treffender hätte das erste Stück an diesem Abend gewählt sein können. Begleitet wurde sie bei diesem Stück nur von ihrem Keyboarder Simon Nichols, der auf dieser Tour seinen Einstand in die Liveband feierte und glänzte. Stück für Stück wurde das Set vom Rest der Crew vervollständigt, mit Andreas Schmid-Martelle an der Gitarre ging die musikalische Reise weiter über Sting´s ‚Fields of Gold‘ zu ‚Old Love‘ aus der Feder von Eric Clapton.
Fortwährend wurde das Programm abwechslungsreich durch ihre eigenen Songs ergänzt, welche auch ein Highlight in der Textsicherheit des Publikums darstellte. Immer wieder forderte die 35-jährige Ludwigshafnerin die Gesangskünste der Hamelner Fans bei Stücken wie ‚Weil ich dich liebe‘, ‚Nie zu Spät‘ und ‚Stern‘.
Aber die musikalische Reise sollte sich nicht nur auf englischsprachige und deutsche Texte beschränken – Nein, Jules Lieblingslieder gehen über die Sprachbarrieren hinweg. Mit ‚Hijo de la Luna‘ unterstreicht die Flamenco tanzende Jule ihre persönliche Liebe zu Spanien. Weiter geht die Reise nach Frankreich, mit ‚Etienne‘ von Guesch Patti heizt die Band das Publikum an. Hatten anfangs noch viele geklagt, im ‚Regenbogen‘ sei es viel zu kalt und man solle die Heizungen doch aufdrehen, konnte sich nach ‚Etienne‘, auch der letzte Norddeutsche nicht mehr über die Temperaturen beschweren. Bei schwülen 40° C, jagte Thomas ‚Lui‘ Ludwig am Schlagzeug und Sheryl Hackett an der Percussion ein Duett aller erster Sahne. Selbst Jule stand gebannt an der Bühne und lauschte den beiden, tief versunken in die Spielfreude, die man allen Bandmitgliedern das ganze Konzert hinweg ansehen konnte. Andreas drehte hin und wieder mal sein Saiteninstrument um und trommelte mit. Frank Itt an der Bassgitarre und Kontrabass begeisterte, mit einzigartigen Solo-Show-Einlagen so, das auch ein norddeutsches Bein nicht mehr still stehen konnte. Mit ‚Have a litte faith‘ verabschiedete sich die Jule Neigel Band in die Pause.
Nach der fast halbstündigen Pause, wurde die Band unter tosendem Applaus zurück auf die Bühne zitiert. Es folgten Ausflüge nach Italien mit ‚Ahum‘ und ‚Madre Dolcissima‘ von Zuccero und einer Hommage an Oleta Adams mit ‚Get here‘. Aber auch in der zweiten Konzerthälfte standen ihre eigenen ruhigen Balladen ‚Du bist nicht allein‘, ‚Frei für ewig‘ , ‚Die Welt in deinen Augen‘ und ‚Paradies‘ als Highlight auf der Setliste. Heiße kubanische Rhythmen zu passenden Temperaturen lieferte die Band mit ‚Silencio‘ und Lui am Schlagzeug schuf durch ausgefeilte Besentechnik den passenden Rahmen. Mit drei Zugaben, darunter auch eine frische, percussive Fassung ihres einstigen Erfolgshit ‚Schatten an der Wand‘ verabschiedete sich die Band nach dreistündigem Programm von ihrer Fangemeinde mit tiefer Verbeugung.
Neu bei der erstmals stattfindenden Un-plugged-Tour, war die Bestuhlung der Hallen, an die sich so manch einer der Fans erst gewöhnen mußte. Kein Wunder, denn die Ludwigshafener Powerfrau, die übrigens dieses Jahr zusammen mit Andreas Schmid-Martelle 20-jähriges Bühnenjubiläum feiern darf, versteht es das Publikum in Ihren Bann zu ziehen
Fazit, von Covern kann hier keinesfalls die Rede sein, mit eigenem Neigel-Touch interpretierte die Band ausgewählte Stücke im eigenen Stil, welche die Originalversionen in den Schatten stellen. Bleibt zu hoffen das man dieses auch irgendwann im Regal sein Eigen nennen darf.
(Adrian)
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