rockende community Interview mit GARDEN OF EDEN
Fotos: Anne-Laure Fontaine-Kuhn, © regioactive.de
Zum Thema
fotos und bericht aus dem schwimmbad-club Big Noise Presents: Fall in Grace, Garden of Eden und Siock Sico live in Heidelberg
aufgelegt 01:2011 Aktuelle Alben von dub à la pub, Reich & Schön, Coppelius, J.R. & PH7 u.a.
interview mit chris ruhm und fotogalerie Big Noise auf der Insel
RA: Wer auf Garden Of Eden stößt, kommt an der Big Noise Community nicht vorbei. Wie gehört das alles zusammen?
Christian: Die Geschichte mit der BNC fing so vor fünf bis sechs Jahren an. Wir begannen mit kleinen Festivals in den Jahren 1998, 1999.
RA: Die Band Garden Of Eden existierte damals aber schon länger?
Christian: Ja, wir spielen seit 1994 zusammen. Die Big Noise Festivals haben wir zunächst einmal im Jahr gemacht, Hintergrund war einfach der Gedanke ein paar Bands einzuladen und zusammen ein schönes Konzert zu machen. Das lief auch ganz gut an, wir hatten so 200-300 Leute, das war schon nicht schlecht. Dann haben wir ein-zwei Jahre gar nichts mit der Community gemacht, Garden Of Eden-Konzerte gab es in der Zeit schon, aber für Festivals hatten wir keine Zeit, wir haben unsere Sachen produziert und sind durch die Gegend getingelt. Vor zwei Jahren hatten wir wieder den Kopf dafür, etwas aus der Big Noise-Sache zu machen. Volker von Te Deum, ein alter Kumpel, wir kennen uns seit Jahren, hat mich damals darauf angesprochen. Letztlich sitzen wir alle im selben Boot und müssen schauen wie wir voran kommen. Es war zwischenzeitlich immer problematischer, jeder versuchte seine Konzerte voll zukriegen und die Veranstalter stellten sich zunehmend auf den Standpunkt lieber Cover-Bands zu buchen, weil das finanziell günstiger für sie sei. Die kosten meinetwegen 1500 Euro und der Veranstalter rechnet damit, das Doppelte herauszuholen. Wir hatten wirklich Probleme Konzerte zu kriegen, und mussten überlegen, wie es weitergeht. Der Zeitpunkt war günstig gemeinsam zu arbeiten, und jedem Kind muss man einen Namen geben, so kam die BNC als fester Begriff. Den Zeitpunkt kann man als eigentliche Entstehung der BNC sehen.
RA: Also ist die BNC in erster Linie ein Netzwerk von Bands, das zusammen Konzerte veranstaltet. Geht es darüber hinaus, Richtung Proberäume, Studios, CD-Produktionen?
Christian: Wir haben ein Studio in dem wir unsere Sachen aufgenommen haben. Eine weitere Band aus der Community hat dort jetzt ebenfalls ein Album aufgenommen und weitere werden wohl folgen. Ich mache auch Graphik-Ausarbeitungen, d. H. wenn eine Band in der Hinsicht etwas benötigt, Cover oder was auch immer, kann sie sich an mich wenden. Es ist eigentlich von der Struktur her alles da.
RA: Ihr habt bislang drei CDs veröffentlicht. Vermutlich alles in Eigenregie, wie sieht es mit solchen Dingen wie Vertrieb aus?
Christian: Ja, drei CDs bislang, die letzte haben wir letztes Jahr im Dezember released. Die ersten zwei CDs liefen komplett über Eigenvertrieb. Die erste lief gut, die zweite, eine EP, nicht so gut. Die dritte haben wir nun auch selbst produziert und harren nun der Dinge, die da kommen. Es sieht ganz gut danach aus, dass auf Vertriebsebene etwas passiert.
RA: Habt ihr versucht über die BNC Labels zu kontakten?
Christian: Nein, das ist eine andere Baustelle. Garden Of Eden ist im Moment dabei, Labels zu bemustern, wie gesagt - da tut sich was, hoffentlich in der richtigen Richtung.
RA: Also ist eine Plattenfirma schon etwas, was ihr ins Auge fasst?
Christian: Ja, klar. Allerdings müssen da gewisse Bedingungen daran verknüpft sein, damit wir sagen können, ja, das unterschreiben wir. Wir spielen seit fast 10 Jahren zusammen, da kamen natürlich schon X-Figuren an, die sagten: "Ey Jungs, voll geil, aus euch mach' ich Rockstars." Na klar, mach' aus uns den Rockstar, supercool, da ging nie etwas außer Über-den-Tisch-Zieherei. Momentan hört sich das positiver an.
RA: Die Vorstellung von Musik zu leben?
Christian: Das ist genau das Ding. Jeder von uns hat, was man einen anständigen Beruf nennt. Deshalb müsste so ein Vertrag solche Dinge beinhalten, wie stark sich das Label engagiert, soviel Asche ist absehbar etc. Das sollte alles sicher sein, damit wir sagen, ok, zwei Jahre Pause, in denen wir nur Musik machen. Das ist schwierig abzusehen, du kannst nicht vorhersagen ob du für zwei Jahre gut dabei sein könntest und danach ist finito, oder sechs Jahre ganz gut im Geschäft sein wirst … Schwierig. Wenn so eine Chance kommt werden wir sie nutzen, wir merken auf der anderen Seite ja auch, dass wir nicht mehr soviel Zeit haben, um Songs zu schreiben. Da überlegt man sich natürlich, was man alles machen könnte, wenn man ein halbes Zeit für Mukke und sonst nichts hätte. In so weit sind wir sicherlich nicht abgeneigt. Eine gewisse Sicherheit muss aber schon da sein. Wie gesagt, wir sind seit zehn Jahren dabei. Wenn nur 50% von dem wahr gewesen wäre, was man da so erzählt bekommt, wären wir reich. Gerade die letzten zwei Jahre hab' ich wohl einen ganz guten Einblick in das Geschäft bekommen.
RA: Unabhängig davon baut ihr die BNC-Sache weiter aus?
Christian: Sicher, das wird weiter ausgebaut. Es wird wieder Festivals geben, außerdem werden Garden Of Eden auf Tour gehen. Uns wird 2004 sicher nicht langweilig.
