hip-core ahoi
Interview mit Regenmann Mitch
Interview vom 10.10.2003 | Autor: Gerald Merkel
Interview vom 10.10.2003 | Autor: Gerald Merkel
Mit ihrer Single "Ich leb für dich" schaffte es die Mannheimer Band Regenmann bis in die Top 100 der Charts. Auf ihr Album muss allerdings noch bis nächstes Jahr gewartet werden. Zeit genug für einen Gig in der stage box im Soho und ein Gespräch zwischen regioactive.de und Gitarrist Mitch.
RA: Ihr wart mit "Ich leb für dich" in den Top 100 Single Charts von Media Control vertreten. Weil lange war die Single dort zu finden?
Mitch: Eine Woche lang. Wir hatten Probleme mit unserem Vertrieb, von dem wir uns nun auch getrennt haben. Deswegen verschiebt sich der Veröffentlichungstermin für unser Album auch Monat für Monat nach hinten.
RA: Habt ihr jetzt einen anvisierten Termin?
Mitch: Mit einem genauen Termin ist es schwierig, da wir im Moment in Verhandlungen mit einer großen Filmfirma stehen. So wie aussieht, wird diese Firma - leider erst Anfang nächsten Jahres – einen unserer Songs auf ihren Soundtrack nehmen. Das halten wir uns natürlich offen, näheres kann ich darüber auch noch nicht sagen.
RA: Das heißt die CD ist eigentlich fertig …
Mitch: Ja, die ist fertig. Komisches Gefühl, wir wollen das Album natürlich schon möglichst bald draußen haben, wir müssen unsere Fans ständig vertrösten. Aber auch wenn wir mal in den Charts waren, es ist natürlich eine riesige Chance für uns mit dieser Filmgesellschaft. Ich denke das ist verständlich.
RA: Ihr habt eine Unplugged Tour durch Fußgängerzonen gemacht, um eure Single zu promoten. Wie war das?
Mitch: Wir haben keine Major Firma im Rücken, die uns Geld in den Rachen wirft, auch wenn unser Label sicher genug für uns getan hat. Wir dachten, die beste Promo ist Live zu spielen und sind zwei Wochen auf Tour, haben uns vor Plattenläden gestellt und losgelegt. Wir wurden nie weggejagt und man hat auch gemerkt, dass wir mit diesen Gigs den Verkauf angekurbelt haben. Das hat uns sicher geholfen in die Charts zu kommen. Hat auch Spaß gemacht, war am Anfang ein bisschen gewöhnungsbedürftig den Straßenmusiker zu geben, aber die Resonanz des Publikums war gut, das war ok.
RA: Ihr wart kreuz und quer in Deutschland unterwegs?
Mitch: Ja, vom Bodensee bis hoch nach Kiel. Das war unsere erste kleine Tour.
RA: Ist eine größere, "richtige" Tournee geplant?
Mitch: Wir haben seit kurzem eine Booking Agentur und müssen uns nicht mehr persönlich um die Gigs kümmern. Eine Tour ist geplant, hängt aber natürlich vom Veröffentlichungstermin des Albums ab. Wie leider alles. Bis Ende des Jahres werden wir aber noch ein paar Club Konzerte geben. Eine Tour wird aber mit Sicherheit mit der Veröffentlichung des Album stattfinden.
RA: Das sind ziemlich konkrete Pläne. Regenmann ist also keine reine Spaß-Veranstaltung mehr?
Mitch: Wir haben uns mit dem Plattenvertrag, den wir Anfang des Jahres erhalten haben, alle entschieden das hauptberuflich zu machen. Vorher haben wir das Ganze zu unserem Vergnügen gemacht, und Spaß macht das jetzt natürlich noch genauso viel. Wirklich geplant war das anfangs nicht, die Ereignisse haben sich irgendwann einfach überschlagen. Plattendeal, dieses Ding mit einer wirklich renommierten Filmgesellschaft, ein Video von uns wird mit ziemlicher Sicherheit demnächst auf MTV zu sehen sein. Schön, nachdem uns die Medien lange Zeit ignoriert haben, gerade im Rhein-Neckar-Kreis. Wir haben noch unser Studio, das Regenmann Tonstudio, mit dem wir uns über Wasser halten können. Wir produzieren dort auch andere Bands, unter anderem haben wir Superjones produziert. Unser Album ist auch dort entstanden, d.h. wir haben sie bei uns vorproduziert und dann ein paar Kleinigkeiten in Berlin abgemischt. Aber die Platte ist bei uns in Eigenregie entstanden. Das Album war eigentlich schon fast fertig als wir uns beworben haben.
RA: Von euch dürfte also die nächste Zeit einiges zu hören sein.
Mitch: Ich gehe davon aus, zumindest, wenn das alles so einigermaßen funktioniert wie wir uns das vorstellen.
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