da guerrilla was on da campus

Interview mit Nicole Hadfield (Groove Guerrilla)

Interview vom 04.07.2003 | Autor: Gerald Merkel

Tags: GROOVE GUERRILLA   Nicole Hadfield  

Mit der Groove Guerrilla war auch eine Mannheimer Band bei der MTV Campus-Invasion am Start.

groove guerrilla
Wie zu erwarten wurde die Region würdig vertreten, trotz der Rolle des Opening Acts zu undankbarer Uhrzeit und der Tatsache, dass die ersten paar Reihen fest in der Hand der HIM-Fangemeinde waren (woran sich später vor allem die Jungs von Fettes Brot abarbeiten durften). Wir sprachen mit Nicole Hadfield, der charismatischen Frontfrau der Guerrilla. RA: War das heute euer erster Auftritt auf einem Festival dieser Liga? Nicole: Wir haben schon mal mit Curse gespielt, aber in dieser Größenordnung war es das größte Festival bisher.

RA: Ein großer Unterschied zu euren "normalen" Konzerten? Bist du nervöser in so einem Rahmen?

Nicole: Es ist auf jeden Fall etwas anderes, auch wenn ich persönlich nicht nervöser als vor jedem andern Konzert auch war. Das Publikum war anders, sie haben z. T. vor allem auf Acts wie Skin und HIM gewartet. Aber es hat schon Spaß gemacht.

RA: Siehst du es als Herausforderung vor so einem Publikum zu stehen?

Nicole: Ja, es ist eine Herausforderung. Aber es ist immer eine Herausforderung ein Publikum auf seine Seite zu bekommen. So wie ich unsere Musik sehe, kann und soll sie für jeden funktionieren, alt, jung, Funk oder Punk, es ist egal wer es ist.

RA: Gab es Backstage Kontakt zu anderen Musikern? Vielleicht die Gelegenheit etwas zu lernen?

Nicole: Ja, wir haben ein wenig mit Fettes Brot gechillt, sie haben mir ‚ne Flasche südafrikanischen Wein geschenkt, war sehr nett. Ich sprach kurz mit Him und Skin. Von ihr kann ich sicher lernen, zunächst natürlich, da sie eine Frau ist. Sie hat eine enorme Stimme und ihre Präsenz auf der Bühne ist fantastisch. Auch ihr Warm-Up vor ihrem Auftritt ist sehenswert.

RA: Ihr seid momentan im Studio. Was plant ihr dieses Jahr noch? CD-Release, Top Ten, etc.?

Nicole: Wir hoffen, dass wir unser Album dieses Jahr fertig bekommen. Wir müssen sehen, was dann passiert, ein guter Deal, ein gutes Label. Es wird jedenfalls weiter nach vorne gehen. Also, das Album und schauen was uns angeboten wird.

RA: Das heißt, ihr habt Kontakt zu Labels aber es ist noch nichts in trockenen Tüchern?

Nicole: Genau.

RA: Magst du die Arbeit im Studio im Verhältnis zu Live-Auftritten?

Nicole: Auftritte sind mir lieber. Studio ist wirklich eher Arbeit, auf seine Art macht es auch Spaß, aber es ist viel anstrengender.

RA: Siehst du es im Moment als realistisches Ziel ausschließlich von Musik leben zu können?

Nicole: Das ist mein Traum! Nicht unbedingt die Top Ten oder der größte Superstar der Welt zu sein, aber es ist definitiv mein Traum nichts anderes als unsere eigene Musik machen zu müssen und zu können.

RA: Wie entstand die GG? War es ein Jam der größer wurde oder hattet ihr von Anfang an die Absicht mit diesem Projekt durchzustarten?

Nicole: Definitv kein Plan. Ich selbst kam später dazu, die Band existierte schon, ich hatte weder mit dem Namen noch mit irgendwelchen Anfangsplänen zu tun. Tatsächlich wollten die Jungs eigentlich einen Sänger.

RA: Du bist eine sehr charismatische Frontfrau, stehst auf der Bühne im Mittelpunkt  – denkst du GG könnte in der Öffentlichkeit vor allem auf dich reduziert werden? Könnte das bei zunehmender Aufmerksamkeit der Medien zu einem Problem werden?

Nicole: Nicht notwendigerweise zu einem Problem. Wir versuchen klar zu kommunizieren, dass GG eine Band ist. Es heißt nicht: "Nicole with GG". Wir sind wie eine Familie, wahrscheinlich in stärkerem Maß als die meisten Bands, und das ist gut so. Es ist wohl mehr oder weniger normal, dass man als Sänger am stärksten im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht.

RA: Wie ist es im Moment? Wirst du in Mannheim auf der Straße manchmal als Sängerin von GG erkannt?

Nicole: Nein, selten. Es passiert hin und wieder, aber nicht oft. Nach Konzerten haben wir Interviews und ein paar Autogramme und das reicht eigentlich auch. Ich brauche das nicht in großem Stil, Ruhe ist ok.

RA: Was war der wichtigste Schritt, die wichtigste Erfahrung für die GG?

Nicole: Gaggy Mrotzek zu treffen und die Möglichkeit zu haben unser Album in seinem Studio aufzunehmen. Der ideale Platz das zu tun, sicher bislang unser wichtigster Schritt und unsere beste Wahl. Wir produzieren unser Album selbst, Gaggy hilft uns nur manchmal ein wenig. Es gibt da eine handvoll Leute, die Einfluss auf unsere Studioarbeit haben.
Ansonsten schwer zu sagen, unsere Konzerte waren alle prima, jedes für sich genommen. Es ging bis jetzt alles Schritt für Schritt die Leiter hoch. Ein gutes Gefühl.

 

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Bleibt an dieser Stelle nur noch zu wünschen, dass das so bleibt.

Gerald Merkel

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