der sommer bleibt heiß
Grooovedigger und Miss Sophies Guard live im Kosmodrom in Heidelberg
Review/Bericht vom 16.07.2010 | Autor: Joachim von Hunnius
Review/Bericht vom 16.07.2010 | Autor: Joachim von Hunnius
Das gab es vergangenen Samstag im Kosmodrom: Heidelberger Kirsch-Funk-Torte mit Schokoladen-Jazz-Crème und zum Nachtisch Bluesrock-Leckereien aus der 60er-Jahre-Keksdose.
"Jamtastic Fusion" nennen Grooovedigger ihren Stil, was das tatsächliche Live-Erlebnis auf ihren Konzerten schon sehr gut beschreibt. Straight vorwärts stiefelnde Eröffnungen liefern die Grundlage für verzwickte Winkelzüge und akkurate bis schnoddrige Soli in bester Nerd-Manier. Offene Stellen tun sich im organischen Gewebe zwischen festgezurrten Säulen auf, säuseln sich saxophonetisch hinauf in kreischfidele Höhen, locken dreisaitig zum Akkord, im Woodblocksprung über den perkussiven Teich zurück ins Viertakteck. Martin Pohl an den Tasten, Peter Enis am Saxophon und Adrian Kitzel an der Gitarre spielen sich die solistischen Pässe zu, während die Rhythmusgruppe mit dem hünenhaften Nick Schader am Bass, dem trotz seiner körperlichen Beeinträchtigung blitzefixen Daniel Gallimore am Schlagzeug und dem auch als Ansager der Band nie um einen verschmitzten Einwurf verlegenen Fabian Zehnig an den Percussions in einträchtiger Gewandtheit dagegen hält. Die Reihen im Zuschauerraum füllten sich zusehends, und wo dem ein oder anderen anwesenden Musikkenner der Unterkiefer langsam gen Brustbein wanderte, wagte das ein oder andere Tanzbein bereits den ersten Ausfallschritt.Erst spät in der Nacht schließt das Kosmodrom leise quietschend seine Pforten. Und es geht weiter. Der Sommer bleibt heiß!
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