Bericht über VITRUV beim Hafen Open Air in Wien in der NÖN

Bericht über VITRUV beim Hafen Open Air in Wien in der NÖN

News von VITRUV [Hard working....]
Gepostet am Mittwoch, 31. August 2011 von Martin Writzmann

VON KORDIAN PROKOP

ALBERN / Das Besondere am österreichischen Popfestival ist der Versuch die heimische Musikszene in ihrer ganzen Vielfalt zu zeigen. Denn neben etablierten Stars wird auch jungen Newcomern ermöglicht eine Kostprobe ihrer Talente zu geben - ganz nach dem Motto „hinaus aus dem Proberaum, hinauf auf die Bühne“.

Eine solche junge Gruppe ist Beatcollective. Am ersten Festivaltag musste sie gegen starken Wind und leichten Regen um ihr Publikum kämpfen. Leider konnte sie mit ihrem Auftritt nicht ganz überzeugen. Auch wenn die einzelnen Künstler durchaus talentiert sein mögen, passte die musikalische Abstimmung nicht immer. Es fehlte stellenweise an Originalität. Um Welten besser dann Musik-Urgestein Uli Bäer mit seinen Boys from Hernois. Der ehemalige A3-Gitarrist wirkte gelassen und cool, gab sich selbstironisch, verstand es großartig Schmäh zu führen und hatte das erwachte Festivalpublikum nach nur wenigen Minuten auf seiner Seite. Mit rauer Stimme gab er im Wiener Dialekt seine mit starken Texten versehenen Lieder zum Besten. Begleitet wurde er von kräftigen Gitarrenriffs und beeindruckenden Soli. Das hatte mit Pop natürlich nur noch wenig zu tun, das war Rock vom Feinsten. Rockig ging es dann auch weiter, mit dem freitäglichen Hauptakt, der Kultband Opus. Solider Old-School-Rock mit dem Hit „Life is Life“ als krönenden Abschluss. Nervig hingegen die weißgekleideten, dauergrinsenden Animateure. Sonny-Boys im Nieselregen. Das muss nicht sein.

Am zweiten Tag sorgte ein glasklarer Himmel mit strahlender Sonne für Freude. Bereits am Nachmittag tanzten Viele zu ambitioniertem Reggae der Irie Rocker Allstars. Die gute Laune versprühende Gruppe beendete ihr fabelhaftes Konzert mit einem Medley, in welchem Bob Marley wieder zum Leben erweckt wurde. Die Business Socks hatten dann mit ihrem Alternative Rock einige gute Momente.

Ein Highlight war der Auftritt von Vitruv mit einer interessante Kombination aus Rythm and Blues, Pop, Rock, Folk und Soul. Harmonisch hörten sich die Lieder an, großartig das Schlusslied „Colourful Day“, eine Mischung aus österreichischer Volksmusik und irischem Folk. Für erfrischenden Indie-Rock sorgten schließlich die Gewinner des Schülerband-Contests in Simmering, At Pavillon.

Atemberaubend wirkte die Location nahe an der Donau. Gute Musik wurde mit prächtiger Natur kombiniert. In vernünftiger Anzahl waren Würstelbuden, Bierstände und Sitzgelegenheiten vorhanden. Für die Kleinen gab es lustige Spielangebote. Das Festival war gut besucht, wobei die älteren Semester etwas in der Überzahl waren. Die Suche nach einem möglichen Grund dafür könnte uns in die Nähe von St. Pölten führen. Dort fand nämlich zeitgleich FM 4’s Frequenzy statt. Ob sich diese Termingleichheit auf die (jungen) Zuschauerzahlen ausgewirkt hat, darf zumindest vermutet werden. Im Großen und Ganzen war das Hafen Open Air aber eine durchaus gelungene Veranstaltung. Das Konzept junge Künstler zu fördern ist vielversprechend. Lobenswert auch der vom Aussterben bedrohte Non-Profit-Gedanke - der Eintritt war kostenlos.

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