Artikel Tagblatt Teil 1
Die fünf rockenden Romantiker
Reutlinger Band Scarlet Drawl will hoch hinaus
Abwechslungsreiche Melodien, einfühlsame Rockballaden, spannende Rhythmenwechsel: Das sind die Markenzeichen der jungen Reutlinger Band Scarlet Drawl. Ihr Alternativrock mit Groove-Elementen soll in erster Linie Spaß machen und zum Träumen bewegen.
Reutlingen. „Scarlet Drawl“ ist ein breiter Südstaatenakzent, besungen von den Red Hot Chili Peppers in ihrem Hit „Scar Tissue“ und gleichzeitig der Name einer aufstrebenden Newcomerband aus Reutlingen.
Die fünf Freunde kennen sich aus gemeinsamen Schulzeiten, haben vergangenes Jahr ihr Abitur gemacht und arbeiten derzeit als Zivildienstleistende und Auszubildende. Trotzdem oder gerade deshalb bleibt Gianluca Piras (Gesang), Johannes Schneider (Leadgitarre), Jan Horst (Rhythmusgitarre), Timo Winterling (Bass) und Johannes Schnitzer (Schlagzeug) noch genug Zeit zum Musik machen: „Uns kommt es sogar entgegen, dass wir zur Zeit arbeiten“, erzählt Drummer Johannes Schnitzer (19), „so haben wir abends frei, müssen nicht mehr für die Schule pauken und haben mehr Luft für die Musik.“
Bei ihren Songs handelt es sich ausschließlich um Eigenkompositionen mit englischen Texten. Dabei greifen die fünf Jungs gerne in die Mythenkiste des Rock’n’Roll und kultivieren die berauschende Vergangenheit einer crossovernden Rock-Ära. Den Bassregler am Anschlag, die Gitarren flächig nörgelnd, den Gesang lässig bis gnadenlos herausgebrüllt tauchen Scarlet Drawl ihre Fans in einen lärmenden Strom der Anspielungen. Nicht umsonst stehen Bands wie Beatsteaks, Foo Fighters, Led Zeppelin, Mando Diao und natürlich die kalifornischen Red Hot Chili Peppers ganz oben auf ihrer Reverenzliste.
In beeindruckender Manier nageln die fünf Jungs ein Brett aufs andere. Unverschämt drallen Alternativrock in voller Lautstärke liefern sie ab, aber auch das Melodische kommt nicht zu kurz. Manche Intros und Gitarrenläufe meint man zwar schon mal gehört zu haben, aber dann ist alles doch wieder ein entscheidendes bisschen anders. Von Retro im Sinne eines wiederkäuenden Umgangs mit der Vergangenheit kann hier keine Rede sein. Scarlet Drawl greifen einfach einen Faden auf, der irgendwann fallen gelassen wurde und knüpfen ihn unbefangen weiter. Sänger Gianluca Piras (18) drückt das so aus: „Unser Ziel ist es, immer professioneller zu werden, dafür ziehen wir alle an einem Strang.“
