Tourtagebuch: Das Doppel-Gig-Experiment
Uns allen ist in den letzten Jahren klar geworden, dass
das Musikerleben sowohl Höhen als auch Tiefen
bereithält. Aber dass uns diese zwei Extreme an einem
einzigen Abend begegnen würden, hätten selbst wir nicht
gedacht.
Doch von vorn. Getrieben von Spielwut und der Absicht
unser Album zu finanzieren akzeptierten wir übermütig
gleich zwei Konzertanfragen zum 20.11.2010.
Der Plan hätte so einfach sein können.
Zur Mensa fahren
Auf der Clubs U Night spielen
Catering plündern
Nach Tessin fahren
Auf dem "Das-muss-lauter-Festival" spielen
Catering Plündern
Vor Tagesanbruch zurück sein
Stattdessen kam alles anders.
(Ohren-)Schmaus in der Mensa
In der Mensa angekommen wurden wir direkt freundlich
und professionell empfangen. Es gab sowohl (warmes)
veganes Catering für die Vegi-, als auch literweise
Bier für die Langhaar-Fraktion der Band.
Als dann auch das Konzert gut lief, nicht zuletzt dank
Micha, unserem tapferen Tontechnik-Experten, wollten wir eigentlich garnicht mehr weg.
Aber auch das schönste Musikerleben ist kein
Wunschkonzert und deshalb fanden wir uns auch bald auf
dem Weg nach Tessin wieder.
"Das Muss Lauter!" - Aber muss das sein?
Dort angekommen, traf uns schließlich der Schlag. In
einem Saal, in dem locker 200 Leute Platz gehabt
hätten, standen lediglich noch etwa 30 tapfere Tessiner
die auf den Headliner, die Crushing Caspars,
warteten...
... Und wohl auch noch lange warten würden, denn der
Zeitplan des Festivals war schon anderthalb Stunden im
Verzug.
Dies und die Tatsache, dass wir erst nach dem Mainact
spielen sollten, ließ in uns die nüchterne Erkenntnis
reifen, dass wir lieber in Greifswald geblieben wären.
Der Auftritt setzte dem ganzen schließlich mit
Stromausfällen sowie permanenten Feedbacks noch die Krone auf.
Fazit: Ein längst gegessenes Catering und ein mehr als
schlecht besuchtes Festival, gepaart mit ganz mieser Technik und Organisation hinterlässt einen bitteren
Nachgeschmack.
Zwei Gigs in Folge zu spielen stellte sich für uns jedoch als zu schaffende Herausforderung heraus, die wir jederzeit wieder annehmen würden.
Abschließend möchten wir deshalb nochmal dem Team der
Clubs U Night, sowie Christoph Volkenand vom Café
Köppen danken, dass sie uns dieses tolle Konzert in
Greifswald ermöglicht haben. So wird's gemacht!
Liebe Grüße,
Paul // Guten Morgen, Lena
