Interview zum 15-Jährigen mit DJ Cana-pé
Das Jubiläumsinterview
15 Sommer ist es inzwischen her, dass Cana-pé das erste Mal auf der Bühne stand und die Partymeute mit einem wahren Beatgewitter zum Toben brachte. Grund genug, den erfahrenen Musiker und DJ, der Mitte der Neunziger vom Breakbeat zum betonten 4/4-Takt kam und diesen Sommer seinen Jubiläumssommer feiert, hier ein paar Fragen über seinen bisherigen Werdegang zu stellen.
Was sind die bisher größten Stationen deiner DJ-Karriere? Wo warst du bisher Resident?
Ab 1999 spielte ich regelmäßig im Siebener in Mannheim. Danach kam das C4 in Ludwigshafen, was eine unglaublich wundervolle Zeit mit meinem Kollegen Jon Coffy war – und nach einer schöpferischen Pause das Lagerhaus in Mannheim, das für viele auch heute noch unvergessen bleibt. Die letzten beiden Jahre habe ich dann bis Sommer 2008 voll und ganz dem Zeitwerk gewidmet. Aktuell bin ich im Sky Club im Mannheimer Fernmeldeturm Resident. Außerdem trete ich regelmäßig im Plan B in Pirmasens auf und bin regional wie überregional auf diversen Veranstaltungen wie z.B. der Vinyl Villa in Mainz zu hören.
Das Zeitwerk in Ludwigshafen war eines deiner größten und wichtigsten Projekte in den letzten Jahren. Was war die ursprüngliche Idee des Zeitwerks und was hat dich letztlich dazu bewogen, dich von dort zurück zu ziehen?
Mit dem Zeitwerk sollte ein Club der „elektronischen Musikkultur“, also eine Art Begegnungsstätte für elektronische Musik entstehen, weil meiner Meinung nach genau diese Kultur völlig verloren gegangen ist. Zum Schluss war jedoch nur noch Geld das Hauptthema. Ich musste mich nur noch mit Ämtern herumschlagen. Letztlich stand mir das Wasser schon über dem Hals. Da musste ich einfach irgendwo hin schwimmen und Luft holen. Denn das Ganze war finanziell leider nicht mehr tragbar. Musik machen konnte ich so auch nicht mehr.
Kannst du dich denn noch daran erinnern, als du das erste Mal öffentlich aufgelegt hast?
Ja, mein Können vor Publikum präsentierte ich das erste Mal auf einer richtigen Bühne, damals vor dem Umbau gab es die dort noch, am 08.07.1994 im DAI in Heidelberg, u.a. mit Manfred Pachel aka MP Nuts, der damals noch einen anderen Namen hatte. Lustigerweise werde ich hier nach 15 Jahren wieder hinter den Plattentellern stehen. Zunächst am 06. Juni, wenn S.Groovescharnier auf der Party „Delicious“ seinen Geburtstag feiert. Während in dieser Nacht neben uns beiden auch Vedat, DJane Simoné und Alex Dey auflegen, steht hier möglicherweise auch ein Termin im Juli an, der aber noch nicht ganz spruchreif ist.
Welches waren die schönsten Momente deiner DJ-Karriere?
Während ich mich immer wieder gerne an die vielen illegalen Parties erinnere, bei denen wir oft irgendwo mitten im Wald mit einem Generator Parties gefeiert haben, bis der Förster kam, hatte ich gerade im Karlstorbahnhof in Heidelberg und bei dem ersten größeren Rave in Mannheim, der Hypnotica, einschneidende Erlebnisse. Auch habe ich schon mal auf einem Schiff in Frankreich auf der Loire oder auch mal in Griechenland Musik gemacht.
Du hast bereits während deiner Schulzeit Parties organisiert und warst dort schon immer auch für die Musik verantwortlich. Wie sahen aber dein erster Kontakt mit elektronischer Musik und deine ersten Gehversuche mit Vinyl aus?
Während meiner Schulzeit hat mir jemand eines der berühmten Breakbeat-Tapes aus dem Milk! in Mannheim ausgeliehen. Da ich neugierig war, wie man das macht, bestellte ich mir ein Mischpult bei Westfalia Technica, nachdem ich auf dem Sperrmüll einen zweiten Dual-Plattenspieler – wohlgemerkt ohne Pitch - gefunden hatte. Einen mit Pitch hatte ich ja bereits. Mittels Learning-by-Doing bzw. vielmehr Search-And-Destroy probierte ich dann damit zu Hause aus, Musik zu machen.
Was ist für dich nach so vielen Jahren immer noch das Besondere, mit Vinyl aufzulegen?
Vinyl ist Vinyl. Alles andere ist für mich wie mit Handschuhen Gitarre spielen.
Was sind deine Pläne für die Zukunft?
Ich habe früher auch oft Live-Acts gemacht und will ein Album zu machen. Das braucht aber Zeit, auch in einem selbst. Klar, könnte ich loslegen und 50 bis 60 Tracks von damals neu einspielen. Aber das ist nicht das, was ich jetzt in diesem Moment ausdrücken möchte.
Was möchtest du denn mit deiner Musik ausdrücken?
Ich möchte mit meiner Musik zu Humanität und Menschlichkeit aufrufen und wie ein guter Freund sein, den man ins Ohr steckt und mit dem man eine schöne Zeit verbringt.
Was möchtest du sonst noch an deine "Zuhörer" loswerden?
Erst einmal Danke, dass ihr bis hierhin gelesen habt. Ansonsten freue ich mich natürlich immer über euer Feedback. Neben Kontaktformular und Emailadresse findet ihr HIER auch ein Gästebuch. Auch bin ich auf Myspace (www.myspace.com/djcanape ) zu finden und in WKW gibt es eine Gruppe namens „DJ Cana-pé & Friends“, in der ihr euch über meine Musik oder Parties, bei denen ich auflege, austauschen könnt.
Words by Spacecat / März - 2009