Tourtagebuch Langes WE in NRW

Tourtagebuch Langes WE in NRW

News von Blindflug [Neue CD jetzt erhältlich!]
Gepostet am Freitag, 30. Mai 2008 von Bernd Blindflug

23.05.2008 - Kanapee, Meerbusch/Osterath

Als wir ankamen, war erst mal noch niemand da. Tja, so werde ich wohl nie ein Rockstar, wenn ich trotz weitester Anreise als erster Musiker auftauche. Egal. Erst mal eine gepflegte Tasse Kaffee.

Das Kanapee ist verhältnismäßig groß, folglich also viel Platz auf der Bühne. Was sich später erst herausstellt: Die Leute im "Biergarten" müssen keinen Eintritt zahlen, sitzen aber nur hinter einer wenig schallisolierten, riesigen Verglasung und bekommen so völlig kostenlos unser Konzert mit. Dementsprechend war es doch etwas unbefriedigend, aber was will man machen.

Als nach ein paar Stunden endlich alle Musiker eingetrudelt waren und der Soundcheck erfolgreich abgeschlossen wurde, gab es erst mal lecker was zu Futtern. Die Bewirtung und das Essen im Kanapee sind wirklich vorzüglich. Weniger intelligent war es wohl, sich die brachiale Portion Spare Ribs einzuverleiben. Gottseidank war ich erst der dritte im Bunde auf der Bühne, so war meine Fressnarkose wieder halbwegs abgeklungen.

Angefangen hat Stef Boens zusammen mit ihrem Bassisten Thomas Urban. Wahnsinns-Stimme, schöne Lieder. Hört mal rein unter http://www.myspace.com/stefboens

Danach kam der jüngste im Bunde, Dominik Schwarzer. Ebenfalls ein sehr guter Sänger. Sein Profil findet ihr unter http://www.myspace.com/dominikschwarzer

Nachdem die Jugend ihr Können bewiesen hatte, war es an der Zeit für uns "alte Säcke" ;) Ich spielte vor Recky, der wiederum den Abschluss des Abends machte. Reckys Profil ist hier: http://www.myspace.com/reckyreck

Der eigentliche Star des Abends war aber der Tourmanager von Recky, sein kleiner 4-Monate alter Hund namens Bart. Ein süßer und ebenso frecher kleiner Wicht.

Die "Aftershow" Party war dann recht gemütlich und im relativ kleinen Kreis, leider ohne Stef, Thomas und Dominik. Drea und Steffen von LookHear (www.myspace.com/lookhearagency) mussten dann auch irgendwann los. Mit Recky und seiner Freundin Sabine saßen wir noch etwas länger, bis wir schließlich irgendwann gegendrei das Kanapee räumen mussten und uns auf dem Weg zum Quartier machten.

24.05.2008 - Büttger 9, Neuss

Kinder ich sags euch... Alt-Bier sollte man nicht unterschätzen. Dummerweise war Check-Out heute bereits um elf, daher gab es nicht großartig die Möglichkeit, auszuschlafen. Die für den Nachmittag geplante Besichtigung der Düsseldorfer Altstadt haben wir dann doch lieber gestrichen und uns nach dem Check-In in Neuss noch mal aufs Ohr gehauen und den Rausch gar weggeschlafen.

Als wir im Büttger 9 aufschlugen, mussten wir uns erst mal überlegen, wo und wie wir alles aufbauen. Die Kneipe ist ein ziemlich eng angelegter Schlauch und nicht sonderlich für Livemusik geeignet. Schließlich haben wir eine halbwegs passende Ecke gefunden.

Da sich die Reihenfolge am Vorabend gut bewährt hat, sind wir auch diesmal dabei geblieben. Stef und Thomas spielten souverän ihren Auftritt und es kam auch gut an. Mehr Schwierigkeiten hatte da schon Dominik. Mit gestiegenem Alkoholpegel (der Gäste!) wollten die Leute offensichtlich mehr eine große Party feiern, anstatt Singer/Songwriter Mucke zu lauschen.

Dominik hat sich dann sogar zu einigen Covers hinreißen lassen, um der breiten Masse zumindest ein paar heißersehnte Brocken hinzuschmeißen. Dennoch wurde er etwas frühzeitig von der Wirtin abgewürgt, die dann auch erst mal eine Pause von uns verlangte, um übermäßig laute, olle Kamellen über die Anlage zu jagen. Selbst bei uns in der Disco ist die Lautstärke erträglicher...

Nach einer etwas längeren Pause durfte ich mich also am Publikum versuchen. Das Programm hatte ich schon vorsorglich umgestellt, um möglichst keine ruhigen Songs zu spielen, zu Covers habe ich mich aber definitiv nicht herabgelassen. Erstaunlicherweise hat es sehr gut funktioniert, die Leute waren ganz Ohr. Ich mutmaße sogar mal, dass sie einfach auch froh waren, das unsere Musik nicht in den Ohren schmerzte und eine erträgliche Lautstärke aufwies.

Leider war die Aufmerksamkeitsspanne der Leute (oder der Wirtin??) nicht sehr lange, weshalb Recky, der erneut nach mir den Abschluss des Abends übernahm, wiederum frühzeitig abgewürgt wurde. Uns war es relativ recht, da unsere Stimmung schon seit Dominiks "Auftritt interruptus" ziemlich gedämpft war. Nachdem die Wirtin dann wieder ihre Disco-Anlage angeworfen hatte, hieß es nur noch: abbauen und nichts wie weg. Schade, Neuss

Fazit: Alles in allem hatte ich eher den Eindruck, dass die Leute unsere Musik durchaus genossen, aber durch das viele Zuhören nicht so viel Alt konsumierten, wie die Wirtin das gern gesehen hätte. Ich hatte nicht den Eindruck, das Publikum würde sich langweilen (was uns von der Wirtin dagegen mehrfach vorgeworfen wurde). Wenn Sie unbedingt eine Party veranstalten wollte, sollte sie sich das nächste mal einen DJ oder eine 08/15 Coverband in die Bude holen, keine Singer/Songwriter. So gut scheint es um ihre 5-jährige Erfahrung mit Livemusik in ihrer Kneipe offenbar doch nicht bestellt zu sein....

25.05.2008 - Mausefalle, Bonn

Der große Finaltag startete erst mal völlig gewöhnlich. Wenn ich den weiteren Verlauf geahnt hätte, hätte ich wohl noch etwas länger im Bett verbracht, aber dazu komme ich gleich noch...

Den Tag haben wir gemeinsam mit Recky, Sabine und natürlich Bart verbracht, die uns unter anderem vorzüglich bewirtet haben. Mit Recky hatte ich spontan entschieden, am Abend zwei/drei Nummern von ihm mit einer Zweitstimme meinerseits zu unterlegen, außerdem hat er mir sein kleines, aber feines Studio vorgeführt.

Als wir abends dann Richtung Bonner Innenstadt fuhren, ahnten wir noch nicht, dass wir dort gar nicht so viel Zeit verbringen würden, wie geplant. Nach Aufbau und Soundcheck ging wieder das große Warten los, das ist die Tätigkeit, die Musiker übrigens am häufigsten ausüben. Da das Wetter in Bonn aber dermaßen schön war, zogen es die Bonner wohl vor, ihre kostbare Zeit im Biergarten zu verbringen. Selbst als es draußen langsam dunkel wurde, verirrte sich nicht ein einziger (ja wirklich!) Gast zu uns. Folglich haben wir gegen 22.00Uhr/22.30Uhr unsere Sachen gepackt, und stattdessen mit einem Kasten Kölsch einen schönen Abend zuhause bei Recky verbracht.

Fazit: Schade, Bonn. Vielleicht nächstes Mal ;)

Region:

Heute in der Region

Demnächst in der Region

Tourneen und Festivals

Info?

Promoted Event